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Wegen sportlicher Talfahrt: Claire Williams erwägt Rücktritt

Wegen der anhalten Krise des Teams will die stellvertretende Teamchefin Claire Williams nicht mehr ausschließen, das Handtuch zu werfen - Unterstützung vom Vater

(Motorsport-Total.com) - Beim Qualifying zum Grand Prix von Ungarn (Formel 1 2018 live im Ticker) fuhr Sergei Sirotkin die langsamste Zeit. Lance Stroll fuhr sich bei einem Crash in Q2 den Frontflügel ab und startet als 15. Es ist nur ein weiteres Kapitel von Williams' anhaltender Krise als bisher schlechtestes Team 2018. Die stellvertretende Teamchefin Claire Williams denkt deshalb darüber nach, den Hut zu ziehen, wenn es nötig wird.

Claire Williams

Claire Williams würde die Verantwortung abgeben, wenn es nötig würde Zoom

"Natürlich habe ich schon darüber nachgedacht, zu gehen", wird sie von 'The Sun' zitiert. "Aber nicht, weil ich es mir nicht mehr antun möchte. Ich stelle mich selbst in Frage, ob ich noch die Richtige für den Job bin. Aber ich bin noch nicht an den Punkt angelangt, an dem ich in den Spiegel gucke und denke, dass ich das Problem bin. Wenn ich in Fahrerlager oder den sozialen Medien kritisiert werde, ist das okay. Aber wenn jemand bei Williams mir ins Gesicht sagen würde, dass ich dem Team schade, würde ich gehen."

Claire Williams ist bereits seit 2013 die Ansprechperson im Team. Ihr Vater, Teamgründer und -besitzer Frank Williams, ist über die Jahre mehr und mehr in den Hintergrund getreten und aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage, das Team zu führen. "Vor ein paar Monaten habe ich mich lange mit meinem Vater unterhalten", verrät Claire Williams, wie involviert ihr Vater noch ist. "Er war viel verständnisvoller als ich gedacht habe."

Frank Williams unterstützt seine Tochter

"Ich dachte er würde sagen: Herrje, was machst du bloß. Aber er wurde sehr philosophisch und sagte: 'Claire, wir mussten schon früher durch solche Scheiß-Zeiten und haben es geschafft. Du musst weiterkämpfen'. Ich möchte ihm gerne zurückzahlen, was er an Vertrauen in mich gesetzt hat. Ich möchte ihn nicht beschämen und das Team fallen lassen. Das wäre schlimm."


Fotos: Williams, Grand Prix von Ungarn


In Budapest muss die Familie allerdings einer erneuten Enttäuschung zusehen. Obwohl sich die Fahrer darauf gefreut hatten, unter chaotisch nassen Bedingungen im Qualifying eine Chance zu ergreifen, ging es für sie ganz und gar nicht auf. Sirotkin beschreibt, dass er jedes Mal das Timing mit den Reifen zwischen Intermediates und Slicks verfehlte. Stroll räumt ein, dass er die Bedingungen falsch eingeschätzt und zu sehr auf den Randstein gekommen sei, was zu seinem Dreher führte.

Beide Piloten bedauern die Qualifying-Performance, können sie doch seit Hockenheim über ein viel ausbalancierteres Auto berichten. Die Perspektive sieht dennoch düster aus. Mit lediglich vier Punkten Ausbeute aus der ersten Saisonhälfte haben sie schon einen Rückstand von 14 Zählern auf das Sauber-Team. Es sieht alles danach aus, dass Investor Lawrence Stroll das Team zusammen mit seinem Sohn verlässt und auch Hauptsponsor Martini wird gehen.

Zusammenarbeit mit Mercedes nicht ausgeschlossen

Zur Debatte steht derzeit eine engere Zusammenarbeit mit Mercedes. Es ist die Rede davon, man könne zukünftig Getriebe und Hinterradaufhängung von Mercedes zu beziehen. Ihre Unabhängigkeit will das Team aber nicht aufgeben.

"Wir werden niemals das B-Team von irgendjemanden sein", beharrt Claire Williams. "Wir sind überaus stolz auf unsere Position in diesem Sport und wollen das schützen. Wir fahren hier seit über 40 Jahren und viele Leute haben sich für dieses Team aufgegeben. Wir schauen uns aber an, was man an Kollaborationen eingehen kann. Wir wollen auch nicht die Dinosaurier sein, die sich einer Anpassung verweigern."

Und schließlich will sie selbst auch nicht so einfach das Handtuch werfen: "Ich werde nicht aufgeben. Wir sind Zehnter und es liegt an uns, das zu ändern. Es ist ein harter Prozess und auch sehr beschämend. Aber wir gehen jedes Wochenende wieder mit dem gleichen Kampgeist raus und kämpfen weiter."

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