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  • 16.08.2020 · 13:06

  • von Stefan Ehlen, Co-Autor: Alex Kalinauckas

Was Mercedes-Kunde Williams vom Verbot des "Party-Modus" hält

Der leitende Williams-Ingenieur Dave Robson glaubt nicht, dass die Mercedes-Teams in der Formel 1 vom Verbot des "Party-Modus" eingebremst werden

(Motorsport-Total.com) - Der "Party-Modus" ist vor dem Spanien-Grand-Prix 2020 in Barcelona (hier im Liveticker verfolgen!) das große Thema im Fahrerlager der Formel 1. Gemeint ist eine spezielle Motoreneinstellung, die für kurze Zeit zusätzliche Leistung bereitstellt, zum Beispiel für eine schnelle Runde im Qualifying. Doch der Automobil-Weltverband (FIA) plant schon ein Verbot, das noch diesen Monat in Kraft treten soll.

Nicholas Latifi © Motorsport Images
Im Heck des Williams-Fahrzeugs steckt ein Formel-1-Antrieb von Mercedes

Williams' leitender Ingenieur Dave Robson aber ist weit davon entfernt, deshalb in Panik zu verfallen: "Wir müssen schon abwarten, wie die Technische Direktive genau aussieht und welchen Effekt sie auf die diversen Hersteller hat."

Er bestreitet allerdings nicht, dass Williams als Kundenteam von Mercedes vom "Party-Modus" profitiert. "Kein Zweifel: Wenn wir ins Qualifying gehen, dann haben wir mehr Leistung zur Verfügung als zu anderen Zeitpunkten an einem Wochenende. Ich wäre aber erstaunt, wenn das bei anderen Autos nicht ebenso der Fall wäre."

Ferrari gibt an, keinen "Party-Modus" zu haben

Zumindest die Ferrari-Fahrer haben zuletzt angegeben, nicht (mehr) über einen besonderen Motorenmodus zu verfügen, der einen derartigen Leistungszuwachs garantiert. Robson meint: "Warten wir ab, wie sich das Kräfteverhältnis dann relativ verändert."

Es müsse ja nicht automatisch bedeuten, dass Mercedes seine Qualifying-Stärke verliere. "Man könnte ja auch sagen: Wir haben vielleicht nicht den allerbesten Rennmodus. Wer weiß? Es ist schwer zu sagen."

So oder so: Mercedes werde auch diese Aufgabe erfolgreich meistern, meint Robson. Denn Kundenteams wie Williams seien in dieser Angelegenheit sowieso die Hände gebunden, weil man auf die Technik des Zulieferers angewiesen sei.

"Ein Problem für Mercedes"

"Unterm Strich", so erklärt Robson, "ist es ein Problem für Mercedes, das die Mannschaft in Brixworth lösen muss. Doch genau solche Aufgaben spornen das Team an. Ich gehe also davon aus, dass sie einen Weg finden werden."

Und selbst wenn Mercedes gewisse Abstriche machen müsste, der Antrieb mit dem Stern sei wohl trotzdem "der stärkste im Feld", sagt Robson. "Daran wird sich nichts grundlegend ändern."

"Wir setzen den Motor vielleicht anders ein, doch Mercedes wird dieser Aufgabe sicher rasch gewachsen sein. Ich glaube, es wird am Ende keinen riesigen Unterschied ausmachen."