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Villeneuve: Sportlicher Wert des Indy 500 "unglaublich"

Grand Prix von Monaco vs. Indy 500: Jacques Villeneuve findet, dass das größte Autorennen der Welt von der Formel 1 viel zu wenig beachtet wird

(Motorsport-Total.com) - Wenige Stunden nach dem Grand Prix von Monaco (Formel 1 2016 live im Ticker) findet heute die 100. Auflage der 500 Meilen von Indianapolis statt (von der wir ebenfalls live berichten). Jacques Villeneuve hat das Indy 500 1995 gewonnen, wurde in jener Saison auch CART-Champion - und wechselte 1996 zu Williams in die Formel 1.

Jacques Villeneuve beim Indy 500 1995

Jacques Villeneuve wechselte nach seinem Indy-500-Sieg in die Formel 1 Zoom

"Das 500 hat mir den Test bei Frank Williams gebracht", sagt Villeneuve heute, mehr als 20 Jahre später, in einem Interview mit 'Reuters'. "Die Tatsache, dass ich mir dort einen Namen gemacht hatte, führte dazu, dass sie sich erkundigt haben, und ich denke, Frank gefiel die Art und Weise, wie ich das Rennen gewonnen habe."

Villeneuve lag nach einer Strafe wegen Überholens unter Gelb zwei Runden zurück, arbeitete sich aber von der 27. an die zweite Position nach vorne und setzte im Finish Leader Scott Goodyear so unter Druck, dass dieser den entscheidenden Fehler machte. "Damit hatte ich bewiesen, dass ich die psychologische Stärke habe, die in der Formel 1 notwendig ist. Das hat den Unterschied gemacht", sagt Villeneuve heute.

Das Indy 500 habe ihm seine Formel-1-Karriere erst ermöglicht, glaubt der 45-Jährige - und schließt daraus: "Der sportliche Wert des Rennens ist also unglaublich." Villeneuve stellt den Sieg am "Brickyard" sogar auf eine Stufe mit Jerez 1997, als er nach einer Kollision mit Michael Schumacher zum ersten und einzigen Mal Formel-1-Weltmeister wurde.


Villeneuve gewinnt das Indy 500 1995 (Quelle: ABC)

Dass der Formel-1-Paddock das Indy 500 nicht ernst nimmt, habe sich aber in all den Jahren nicht geändert: "Die Formel 1 schert sich um nichts, was nicht die Formel 1 ist. Ich habe einmal mit einem Fahrer gesprochen. Er konnte nicht verstehen, warum man dort einfach im Kreis fährt. Er verstand das Konzept nicht, er verstand nicht, warum es ein tolles Rennen ist. Sei doch alles langweilig. Ich habe dann versucht zu erklären, dass es das größte Autorennen der Welt ist."

Zu den Favoriten beim Indy 500 2016 (Start um 18:15 Uhr MESZ) gehört übrigens ein sehr prominenter ehemaliger Formel-1-Fahrer: Juan Pablo Montoya. Der Kolumbianer ist Titelverteidiger, schaffte es aber nicht ins Top-9-Qualifying. Im Gegensatz zum Grand Prix von Monaco, wo die Pole schon die halbe Miete für den Sieg ist, spielt die Startaufstellung beim Indy 500 aber nur eine untergeordnete Rolle.

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