powered by Motorsport.com
  • 29.03.2015 · 15:26

  • von Dominik Sharaf

Vettels letzte Meter: "Habe mich selbst angeschissen"

Beinahe hätte ihn der historische Moment um den Rennfahrerverstand gebracht: Wie sich der Ferrari-Star auf dem Weg zum Sieg mental auf Kurs brachte

(Motorsport-Total.com) - Auf dem Weg zu einem bahnbrechenden Erfolg der Karriere sind in der Regel die letzten Meter die schwierigsten. Im Motorsport gilt das besonders dann, wenn ein Pilot alleine auf weiter Flur Glanz und Gloria entgegenfährt. Wenn er sich nur noch selbst um seinen verdienten Lohn bringen kann. Sebastian Vettel brachte am Sonntag beim Malaysia-Grand-Prix seine Schäfchen ins Trockene - mit einem Psychotrick: "Ich sollte das nicht sagen, aber ich habe mich in den letzten paar Runden selbst angeschissen."

Sebastian Vettel

Wer so viel Platz hat wie Sebastian Vettel, nutzt diese nicht selten für einen Fauxpas Zoom

Der Heppenheimer musste sich mental wieder auf Kurs bringen, um unbeschadet um den Kurs zu kommen. Im Kopfkino spritzte er auf dem Podium schon Champagner. "Da gab es einen Gedanken, der mir in den Sinn kam. Ich habe auf die Verkleidung meines Autos gesehen und dachte: 'Das ist ja ein rotes! Du bist dabei, zu gewinnen!" Die Erfüllung der Kindheitsträume vor Augen hätte das italienische Heldenepos schnell zur bitteren Tragödie werden können, doch es machte bei Vettel noch Klick.

Schluss mit schnellsten Runden im letzten Umlauf und sonstigen Flausen aus Red-Bull-Zeiten. Er berichtet, wie er sich selbst einfing: "Mein nächster Gedanke war: 'In Ordnung, hör' auf darüber nachzudenken, sonst verpasst du noch den Scheitelpunkt", so Vettel, der bis zum Moment des Triumphes wacker durchhielt und sehnsüchtig die Mechaniker auf der Boxenmauer erblickte: "Die Erleichterung war wirklich, wirklich groß, als ich über die Ziellinie gefahren bin und die Jungs gesehen habe."