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  • 21.11.2010 · 15:35

Vettel: "Hoffentlich weckt mich keiner auf"

Sebastian Vettel über seine ersten Tage als Weltmeister, den rauschenden Empfang in Heppenheim und die fehlende Gratulation aus Spanien

(Motorsport-Total.com/SID) - Sebastian Vettel begrüßte seine Fans in perfektem Hessisch. Am Sonntagmittag wurde Heppenheim endgültig zu "Vettelheim". Etwa 10.000 Anhänger haben dem neuen Formel-1-Weltmeister auf dem Marktplatz seiner Heimatstadt einen großen Empfang bereitet. Der 23-Jährige wurde mit lauten "Sebastian"-Rufen empfangen, als er um 14.20 Uhr mit gelb-roter Mütze auf die Bühne trat. Das Lausbubenlächeln wollte gar nicht mehr aus seinem Gesicht weichen.

Sebastian Vettel

Sebastian Vettel kam genau eine Woche nach dem Triumph in die Heimat

Frage: "Sebastian, mehr als 10.000 Menschen haben dich am Sonntag in deiner Heimatstadt Heppenheim empfangen. Was ging dabei in dir vor?"
Sebastian Vettel: "Das haut einen echt um. Das ist besser als beim letzten Rennen in Abu Dhabi, da waren nicht so viele Leute."

Frage: "Was bedeutet dir die Zuneigung der Menschen aus deiner Heimat?"
Vettel: "Ich weiß, was ich an Heppenheim habe. Schon als ich im Sommer hier war, war die Wutz los. Aber mit so vielen Leuten hätte ich nicht gerechnet. Das macht mich als Hepprumer Bub echt stolz. Man reist um die Welt und bekommt viel Applaus, aber vom heimischen Publikum ist es immer etwas Besonderes. Schließlich standen hier ganz viele bekannte Gesichter."

Frage: "Du hast von der Bühne aus spontan ein Foto mit der Handy-Kamera geschossen. Was wird damit passieren?"
Vettel: "Das kommt ins Schlafzimmer."

Frage: "Du hast in dieser Woche einen wahren Partymarathon hinter dir. Wie hast du das erlebt?"
Vettel: "Ich habe die ganze Zeit nur gedacht: Hoffentlich weckt mich keiner auf. Das ist alles irgendwie noch unwirklich. In jeder deutschen Zeitung war mein Gesicht auf Seite 1. Das ist schwer zu fassen, denn letztlich bin ich ein ganz normaler Bub. Aber ich denke, dass der größte Hype sich bald legen und alles wieder ein bisschen normaler wird."

Frage: "Viele hoffen, dass der Erfolg dich nicht verändern wird. Kannst du das zusichern?"
Vettel: "Ich denke schon. Wir Heppenheimer sind ganz ganz normale Leute aus einem ganz normalen Städtchen. Das kriegt man in die Wiege gelegt. Es kommt sicher der Punkt, wo jeder was von einem verlangt, und man kann es leider nicht allen recht machen. Aber ich bin bisher auf viel Verständnis gestoßen."

Frage: "Auch bei Fernando Alonso, dem du den WM-Titel noch vor der Nase weggeschnappt hast?"
Vettel: "Er hat mir bisher noch nicht gratuliert."