Verstappen weicht Horner-Fragen aus: "Habe Vertrauen in den Prozess"

Max Verstappen hat am Mittwoch wenig dazu beigetragen, den Eindruck zu entkräften, dass er und sein Vater nicht die größten Fans von Christian Horner sind

(Motorsport-Total.com) - Max Verstappen hat es in der Fahrer-Pressekonferenz vor dem Grand Prix von Bahrain vermieden, sich ausdrücklich hinter seinen Teamchef Christian Horner zu stellen, dessen Zukunft aktuell wegen einer Disziplinaruntersuchung unklar ist.

Titel-Bild zur News: Max Verstappen

Max Verstappens öffentliche Unterstützung für Christian Horner ist überschaubar Zoom

Auf die Frage eines Journalisten, ob er klarstellen könne, dass er wirklich zu 100 Prozent zu Horner und dessen Teamführung steht, antwortet Verstappen ausweichend: "Ich habe Vertrauen in den Prozess, der gerade stattfindet."

Verstappen meint damit jene Untersuchung, die Medienberichten zufolge bereits abgeschlossen ist und deren Ergebnisse jetzt von den Entscheidern bei der Red Bull GmbH in Fuschl bewertet werden müssen. Bekanntlich hatte eine Mitarbeiterin von Red Bull Racing eine Beschwerde gegen Horner eingebracht, wegen grenzüberschreitenden Verhaltens.

Die Rolle des dreimaligen Weltmeisters in dieser Angelegenheit ist insofern eine interessante, als es Gerüchten zufolge im Zuge der Horner-Affäre zu einem Machtkampf bei Red Bull gekommen sein soll. In diesem Machtkampf soll Verstappens Vater Jos an vorderster Front gegen Horner positioniert sein.

Wie Verstappen den Fragen in der PK ausweicht

Das würde erklären, warum Verstappen jun. die Gelegenheit nicht ergreift, sich klar zu Horner zu bekennen und diesem den Rücken zu stärken. Anstatt das zu tun, antwortet er mit Floskeln auf die bohrenden Fragen der Journalisten zum Thema.

Auf die Frage, ob er volles Vertrauen in seinen Teamchef habe, antwortet Verstappen zum Beispiel: "Darauf möchte ich nicht eingehen. Der Fall ist nicht mein Fall, und ich möchte damit nichts zu tun haben."

"Als Team haben wir Vertrauen in den Prozess, und da müssen wir einfach nur geduldig sein. Es bringt nichts, wenn wir jetzt groß rumschreien. Man muss geduldig sein. Das habe ich in all den Jahren gelernt."

Und auch auf die Frage, wie wichtig Horner für den Erfolg von Red Bull in der Formel 1 sei, lässt Verstappens Antwort den Rückschluss zu, dass seine Loyalität gegenüber Helmut Marko wesentlich ausgeprägter ist als die gegenüber Horner.

"Er ist sehr wichtig, sonst wäre er nicht in dieser Position, seit so langer Zeit", sagt Verstappen über Horner, ergänzt aber: "Wenn dein Teamchef aus irgendeinem Grund für ein, zwei Rennen nicht da ist, wird nicht viel passieren. Denn alle kennen ihre Aufgaben und wissen, was sie zu tun haben."

"Aber es geht darum, die Menschen zu führen. Mit der Zeit wird sich da was verändern, wenn eine der Führungspersönlichkeiten nicht mehr da ist. Aber so denken wir nicht. Wir haben Vertrauen in den Prozess und werden sehen, wie er ausgeht. Abgesehen davon konzentrieren sich alle auf unsere Performance auf der Strecke."

Verstappen hofft auf baldiges Ergebnis der Angelegenheit

Ihn selbst beeinträchtige die Horner-Affäre "gar nicht. Ich konzentriere mich auf die Performance des Autos, auf meine eigene Leistung", winkt Verstappen ab und ergänzt: "Hoffentlich wird das alles bald geregelt sein."


Anfang der Woche hatte Sky erstmals darüber berichtet, dass der Horner-Untersuchungsbericht den Shareholdern der Red Bull GmbH nun vorliegt und eine Entscheidung bereits am Dienstag oder Mittwoch fallen könnte. Angeblich soll der Report rund 150 Seiten stark sein und 60 Stunden transkribiertes Interviewmaterial von mehreren Befragungen beinhalten.

Horner, das berichtet zumindest Motorsport.com, eine Schwesterpublikation von Motorsport-Total.com im Motorsport Network, soll sich am Mittwoch in den Flieger nach Bahrain gesetzt haben. Ob das bedeutet, dass bereits eine Zukunft über seine Entscheidung gefallen ist, bleibt vorerst aber unklar.

Hamilton: Horner-Affäre muss sauber geregelt werden

Indes fordert Lewis Hamilton, dass alle Vorwürfe, die erhoben wurden, "sehr ernst genommen" werden müssen: "Wir wissen nicht, was vorgefallen ist. Aber es muss geregelt werden, denn es hängt ein Schatten über dem Sport. Ich bin gespannt, wie die Sache geregelt wird, denn ich finde, das ist ein wirklich wichtiger Moment für unseren Sport. Wir müssen sicherstellen, dass wir zu unseren Werten stehen."

Hamilton gilt als Kämpfer an vorderster Front, wenn es um Themen wie Inklusion und Diversität in der Formel 1 geht, und engagiert sich ausdrücklich auch für Themen der Geschlechtergerechtigkeit.

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