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Valtteri Bottas: "Am Ende sind mir die Reifen weggestorben"

Valtteri Bottas schnupperte zeitweise an Rang vier, muss aber zugeben, dass der letzte Stint auf Mediums einfach zu lang war

(Motorsport-Total.com) - Zwischenzeitlich sah es für Valtteri Bottas in Barcelona gar nicht so schlecht aus. Der Finne lag auf Platz vier und hätte durchaus auf das Podium fahren können, wenn noch jemand vor ihm ausgefallen wäre. Doch am Ende wurde der Alfa-Romeo-Pilot noch locker von Lewis Hamilton und Carlos Sainz geschluckt.

Carlos Sainz, Valtteri Bottas, Lewis Hamilton

Gegen Sainz und Hamilton konnte sich Valtteri Bottas nicht wehren Zoom

Zwar kann Alfa Romeo auch mit Platz sechs sehr gut leben, doch natürlich ärgert man sich, wenn man an noch besseren Positionen schnuppert. "Wenn man da vorne ist, dann denkt man sich schon, heute könnte mein Tag werden", sagt Bottas.

"Wir sind in Sachen Strategie heute ein bisschen Risiko eingegangen und haben auf einen sehr langen letzten Stint gesetzt, aber am Ende war er zu lang." Bottas war schon in Runde 34 von 66 zum letzten Boxenstopp gekommen - einen weiteren Weg ins Ziel hatten nur die beiden Haas-Piloten.

"Die Reifen sind mir am Ende weggestorben, aber zumindest haben wir es probiert", macht er seiner Crew keinen Vorwurf: "Wir hatten die Wahl, ob wir Best of the Rest werden oder etwas mehr versuchen. Wir haben etwas probiert, aber es hat nicht geklappt. Das Risiko war minimal, und es gab kaum Gefahr von hinten."

Denn im Grunde ist Bottas mit Platz sechs hinter den Red Bull, Ferrari und Mercedes trotzdem auf der vermeintlich besten Position im Mittelfeld angekommen.

Keine Chance zu verteidigen

Dass mit einer optimalen Strategie auch ein Podium möglich gewesen wäre, verneint Bottas: "Dafür hatten wir nicht genügend Pace." Vielleicht hätte er Lewis Hamilton aufgrund dessen Problemen noch bekommen können, wenn das Rennen länger gewesen wäre - oder eben kürzer, weil sein Ex-Teamkollege dann vielleicht nicht vorbeigegangen wäre.

Doch als der Mercedes im Rennen am Alfa Romeo vorbeiflog, hatte Bottas keine Mittel, um sich zu wehren. "Mit Absicht habe ich ihn nicht vorbeigelassen, aber sie hatten einfach ein schnelleres Auto", sagt er. "Wenn man sieht, wie schnell er aufgeschlossen hat, gab es keine Chance, mich zu verteidigen. Aber so ist es manchmal."

Auch eine Dreistopp-Strategie hätte im Kampf gegen Mercedes und auch Carlos Sainz wohl nicht gereicht, obwohl Bottas nach Sainz' Kiesbett-Ausflug und Hamiltons Reifenschaden vor ihnen lag. "Wir haben versucht, sie so gut es geht zu covern", sagt Alfa Romeos leitender Renningenieur, Xevi Pujolar.

"Aber dann hätte das unsere Strategie beeinflusst, weil zwei Stopps möglich waren. Und im Grunde ist Hamilton ja auch auf zwei Stopps durchgekommen", rechnet er dessen Stopp in der ersten Runde raus.

Wieder schlechte erste Runde

Ärgerlich war für Alfa Romeo aber auch wieder, dass Bottas kein guter Start gelang und er nach der ersten Runde hinter Mick Schumacher hing. "Wir müssen die Konstanz in der Startleistung verbessern", sagt Pujolar. "Wir machen uns das Leben nach der ersten Runde sehr schwer. Das war heute nicht gut genug", betont der Ingenieur.

"Wir qualifizieren uns gut, und wenn man dann Positionen verliert, kostet es im Rennen Energie, diese wieder aufzuholen. Darauf werden wir uns in den nächsten Tagen konzentrieren und viel daran arbeiten, denn in Monaco ist die erste Runde sehr wichtig."


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Generell reist der Rennstall aber zufrieden aus Barcelona ab. Es gab viele Punkte und das Upgrade habe wie erwartet funktioniert. "Wir konnten mit Valtteri gegen Ferrari und Mercedes fahren", so Pujolar, der aber beide Teams nicht unbedingt als Konkurrenz ansieht.

"Hamilton war im Rennen echt schnell, und Ferrari ist im Moment zu schnell für uns. Aber wenn wir mit ihnen kämpfen, wollen wir nicht aufgeben. Das mussten wir aber heute irgendwann, weil wir sonst vielleicht noch mehr Plätze verloren hätten", so Pujolar.

Realistisch will man im Rennen McLaren, Alpine und AlphaTauri hinter sich halten, die in der WM die größten Konkurrenten sind. "Im Rennen war das Hauptziel, einen Abstand zu diesen Jungs zu halten, und wenn wir den Vorsprung haben, warum sollten wir nicht Ferrari und Hamilton herausfordern?"

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