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Toto Wolff: Verlust von Paddy Lowe ist nicht das Problem

Auch wenn Mercedes in dieser Formel-1-Saison strauchelte, sieht Teamchef Toto Wolff keinen Grund zur Panik: "Erfahrung wird uns künftig noch stärker machen"

(Motorsport-Total.com) - der Weltmeisterschaft hat Ferrari nach sechs Rennen die Nase vorn. Lewis Hamilton fehlen 25 Punkte und damit ein Sieg auf Spitzenreiter Sebastian Vettel. Vor dem Großen Preis von Kanada (Vorschau hier!) schraubt Mercedes-Teamchef Toto Wolff die Erwartungen deshalb etwas herunter, bemüht sich aber dennoch, die positiven Seiten zu beleuchten.

Titel-Bild zur News: Toto Wolff

Toto Wolff lobt den Kampfgeist seines Teams auch in schwierigen Zeiten Zoom

"Wir hatten bisher sechs Rennen, von denen wir drei gewonnen haben - zwei davon Lewis und eins davon Valtteri (Bottas; Anm. d. R.). Unser Konkurrent Ferrari hat ebenfalls drei Rennen gewonnen - es steht also ausgeglichen. Wir haben an jeder Strecke um die Pole-Position gekämpft und vier davon gewonnen", analysiert der Österreicher im Interview mit 'Auto Bild motorsport'. Die Autos und Teams liegen aus seiner Sicht eng beieinander.

Feinheiten machten den Unterschied. So tue sich Ferrari momentan bei der Abstimmung leichter. Zudem sei das Auto offenbar einfacher zu fahren, mutmaßt Wolff. "Unser Arbeitsfenster ist enger, sodass wir schneller herausfallen können. Genau das macht unsere Performance unbeständiger", gibt er zu, betont aber, dass man beim Verständnis der eigenen Schwächen seit Saisonbeginn große Fortschritte gemacht habe und weiter daran arbeite.

Mercedes auch ohne Paddy Lowe ein starkes Team

Mit dem Weggang von Technikchef Paddy Lowe hätten die Schwierigkeiten bei Mercedes aber nichts zu tun: "Paddy ist ein hervorragender Ingenieur, vor dem ich große Hochachtung habe. Aber in unserem Sport geht es nicht um einzelne bekannte Persönlichkeiten - es geht vielmehr darum eine ausgeglichene Struktur mit den richtigen Personen auf den richtigen Positionen zu haben. Und so sind wir meiner Ansicht nach bei Mercedes aufgestellt", bekräftigt Wolff.


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Der Teamchef lobt den Zusammenhalt seiner Mannschaft auch in diesen Zeiten. Man genieße den Zweikampf mit Ferrari und schöpfe zusätzliche Motivation daraus, weshalb sich Wolff sicher ist, dadurch nur besser werden zu können. "Darum geht es ja auch im Motorsport - sich mit den Besten zu messen. In schwierigen Zeiten lernt man zudem immer mehr. Diese Erfahrung wird uns zukünftig noch stärker machen", ist er überzeugt.

Sebastian Vettel, Lewis Hamilton

Lewis Hamilton genießt den WM-Kampf mit Ferrari-Konkurrent Sebastian Vettel Zoom

Auch die Rolle von Hamilton im Team habe sich positiv entwickelt. So lobt Wolff dessen "persönliche Reife" und "gestärkte Führungsrolle", die sich gerade in der Zusammenarbeit mit Neuzugang Bottas sowie im Duell mit Ferrari als wichtig erweise. Dieses stachelt offenbar auch Hamilton an: "Ich habe das Gefühl, er liebt diesen Kampf gegen Ferrari", bescheinigt Wolff. Der Mercedes-Pilot selbst äußerte sich in dieser Saison bereits entsprechend.

Kanada war für den Briten bisher ein gutes Pflaster. Fünfmal war er in Montreal siegreich, zuletzt in den vergangenen beiden Jahren mit Mercedes. Dennoch geht das Team den Grand Prix nach der Flaute in Monaco genauso an wie jedes andere Rennen auch. "Wir müssen das Auto ins richtige Arbeitsfenster bringen und dann können wir auch wieder um den Rennsieg fahren - so wie es in zahlreichen Rennen in dieser Saison bereits der Fall war", glaubt Wolff.