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Toto Wolff relativiert Red-Bull-Kopie: Performance findet am Unterboden statt

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff relativiert die Konzeptkopie von Red Bull, lobt die Konkurrenz aber für ihren Mut, überhaupt etwas zu verändern

(Motorsport-Total.com) - Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hat das Nachbauen des eigenen Zeropod-Konzepts von Red Bull zwar als "mutig" bezeichnet, gleichzeitig aber auch die Bedeutung für die Performance relativiert, weil diese bei den Formel-1-Boliden der Ground-Effect-Ära vor allem über den Unterboden gewonnen wird.

Titel-Bild zur News: Sergio Perez (Red Bull RB20) bei den Formel-1-Testfahrten in Bahrain 2024

Red Bull hat sich bei Elementen von Mercedes bedient Zoom

Red Bull hatte mit seinem neuen RB20 für Aufsehen gesorgt, weil man sich für einen radikalen Schritt entschieden hat und das Konzept des erfolgreichen RB19 nicht einfach übernommen hat. Die Seitenkästen ähneln dabei der Variante, die Mercedes in den vergangenen beiden Jahren nicht zum Laufen gebracht und daher wieder verworfen hatte.

Für diesen Vorstoß muss Wolff seinen Konkurrenten Respekt zollen. Für ihn ist der Konzeptwechsel "ein extrem mutiger Schritt", wie er im ORF sagt. "Wenn man konservativ vorgegangen wäre, dann hätte man das richtig gute Auto weiterentwickelt", weiß er.

Denn eigentlich hatte Red Bull keinen Grund, etwas an seinem Konzept zu verändern: Der Rennstall gewann 2023 bis auf Singapur alle Saisonrennen und wurde mit einem gewaltigen Abstand Fahrer- und Teammeister.

Doch Wolff glaubt, dass sich Red Bull bei der Entwicklung an den Daten orientiert hat, und diese hätten demnach wohl gezeigt, dass diese neue Richtung wesentlich mehr Abtrieb und bessere Fahreigenschaften mit sich bringt. "Sonst hätte Red Bull das nicht gemacht", weiß der Österreicher.

"Sie waren in den letzten Jahren immer innovativ, waren das Team, das die Benchmark war. Und insofern bin ich überzeugt, dass sie schon gewusst haben, was sie machen."


Formel-1-Autos 2024: Red Bull RB20

Kurios ist dabei eben, dass Red Bull einige Elemente von Mercedes übernommen hat, die in den vergangenen Jahren nicht sonderlich gut zurechtgekommen waren. Laut Wolff handelt es sich dabei nicht nur um den Zero-Sidepod, sondern auch um Bodywork der Motorenabdeckung, das die Silberpfeile "The Great Wall" - also die große Mauer - genannt haben.

Doch Wolff relativiert die Kopie: "Die richtige Performance, die findet am Unterboden statt. Das sind Ground-Effect-Autos, wo es auch darum geht, wie der mechanische Abtrieb ist und die mechanischen Fahreigenschaften", sagt er.

"Und da waren sie in den letzten Jahren sehr stark und da wird vermutlich eine Weiterentwicklung stattgefunden haben", so Wolff, "aber nicht so ein radikaler Konzeptwechsel, wie man auf den ersten Blick oben auf dem Bodywork sieht."


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