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Toto Wolff & Aston Martin: Kein Dementi eines Investment-Angebots

Weder Aston Martin noch Lawrence Stroll dementieren die Story, wonach Toto Wolff angeboten haben soll, als Investor beim Sportwagenhersteller einzusteigen

(Motorsport-Total.com) - Während sich Toto Wolff bemüht, Medienberichte einzufangen, wonach er in Zukunft bei Aston Martin eine operative Management-Funktion ausüben könnte, bleiben Recherchen von 'Motorsport-Total.com', wonach er über ein Investmentvehikel ein Angebot unterbreitet hat, als Aktionär beim britischen Sportwagenhersteller einzusteigen, unwidersprochen.

Toto Wolff und Lawrence Stroll

Toto Wolff und Lawrence Stroll: Ecclestone beschreibt sie als "eineiige Zwillinge" Zoom

Der Mercedes-Teamchef und sein langjähriger Bekannter Dany Bahar haben, so unser Exklusivbericht vom 27. März, dem neuen starken Mann bei Aston Martin, dem kanadischen Geschäftsmann Lawrence Stroll, nicht nur ein Investmentangebot vorgelegt, sondern auch ein konkretes Fortführungskonzept für die Marke Aston Martin.

Aston Martin wiederum ist ein börsennotiertes Unternehmen und kann es sich als solches nicht erlauben, Medienanfragen irreführend zu beantworten. Also haben wir, um unsere Recherchen auf einem weiteren Weg zu überprüfen, einfach bei Aston Martin nachgefragt, was denn nun dran ist an den Gerüchten, dass Wolff als Investor einsteigen könnte.

Konkret heißt es seitens der Kommunikationsabteilung von Aston Martin auf die Frage, ob Wolff ein Angebot an Aston Martin oder Lawrence Stroll [...] unterbreitet habe, nur: "Kein Kommentar." Und auch Stroll selbst, den wir über E-Mail und Mobilnummer versucht haben zu erreichen, hat eine Frist zur Stellungnahme zu diesem Thema ohne Kommentar verstreichen lassen.

Stroll bestätigt: Suche nach Investoren hat begonnen

Ob unsere schriftlichen Anfragen Stroll tatsächlich erreicht haben, lässt sich zu diesem Zeitpunkt nicht mit hundertprozentiger Sicherheit feststellen. Interessant aber: Aston Martin verweist gleichzeitig mit der Verweigerung eines Kommentars zu unserer sehr konkret formulierten Anfrage auf ein Zitat des kanadischen Geschäftsmannes.

Auch in diesem Zitat wird ein etwaiges Wolff-Angebot mit keiner Silbe dementiert. Der ganze Fokus liege derzeit darauf, so Stroll, die notwendigen finanziellen Mittel einzusammeln, "um die Zukunft von Aston Martin zu untermauern". Man sucht also nach neuen Investoren. Und Stroll bestätigt, dass danach die Arbeit beginnen soll, mit Andy Palmer weiterhin in der Rolle als CEO.

Dass Wolff CEO von Aston Martin wird - eine Vermutung, die der ehemalige Formel-1-Chef Bernie Ecclestone in den Raum gestellt hat -, ist der einzige Aspekt unserer ursprünglichen Story, den Wolff bisher konkret dementiert hat. Und das werten diverse Medien als genug Dementi, um die Story über ein Investmentangebot generell zu diskreditieren.

Wolff hat nun sogar über den österreichischen TV-Sender 'ORF' ausrichten lassen: "An den Gerüchten, dass ich CEO von Aston Martin werde, ist nichts dran." Dass er auch als Finanzinvestor kein Angebot unterbreitet hat, bei Aston Martin einzusteigen, kommt ihm dabei nicht über die Lippen.

"Ein Investmentkonsortium rund um Lawrence Stroll hat einen Anteil übernommen. Das ist ein Finanzinvestment", betont der Österreicher. "Aber eine operative Rolle meinerseits bei Aston Martin steht mit Sicherheit nicht im Raum."

Gleichzeitig bemüht er sich um eine gute Atmosphäre mit dem Daimler-Konzern, dem er, so steht es seitens mehrerer glaubwürdiger und voneinander unabhängiger Quellen im Raum, seine 30 Prozent Anteile am Formel-1-Team zu einem möglichst hohen Preis verkaufen möchte. Wolff sagt: "Ich bin in einer Partnerschaft mit Daimler in einem Formel-1-Team. Dem gilt auch meine ganze Priorität."

Wolff bestätigt Verhandlungen mit Källenius, aber worüber genau?

Er diskutiere "mit Ola Källenius, dem Chef von Daimler, über unsere Zukunft, über unser gemeinsames Joint-Venture, wie wir gemeinsam weitertun wollen", bestätigt Wolff - und ergänzt: "Die Plattform funktioniert für Mercedes als Brand sehr gut. Deswegen deutet alles darauf hin, dass wir auch über die nächsten Jahre hinweg zusammenarbeiten werden."


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Ecclestone beharrt indes ungeachtet der zahmen Dementis von Wolff darauf, dass dieser bei Stroll einsteigen wird: "Toto hat sich meines Wissens doch schon längst entschieden, Mercedes zu verlassen und mit Lawrence Stroll gemeinsame Sache bei dessen Aston-Martin-Aufkauf zu machen. Schon seit zwei Jahren reisen die beiden unzertrennlich wie eineiige Zwillinge durch die Welt."

Der ehemalige Formel-1-Boss zeigt sich in einem Interview mit 'F1-Insider.com' "zutiefst beeindruckt" davon, wie Daimler-Chef Källenius den Konzern gerade durch stürmische Zeiten lenkt. "Er hat im Moment aber andere Probleme als sein Formel-1-Projekt", sagt Ecclestone - und empfiehlt Daimler daher, das Engagement mit einem eigenen Werksteam zu beenden.

"Wäre ich er, ich würde mein Team Ende 2020 verkaufen", sagt Ecclestone in Richtung Källenius. "Was hat Mercedes noch zu beweisen nach sechs Titeln in Folge? Gar nichts. Jeder Weltmeister danach müsste doch mit dem Manko leben, nur wegen des Fehlens von Mercedes den Titel geschafft zu haben."

Ganz aussteigen aus der Formel 1, findet der 89-Jährige, sollte Mercedes aber nicht. Weiterhin auf bezahlter Basis Motoren an Teams zu liefern, sei ein wirtschaftlich sinnvoller Weg, die große Bühne des Grand-Prix-Sports weiterhin zu nutzen. Zum Beispiel mit dem aufstrebenden McLaren-Rennstall als Semi-Werksteam und weiteren Partnerteams auf klassischer Kundenbasis.

"Warum nicht McLaren wie früher zum Werksteam machen und bei allen anderen Kunden den Stern auf dem Auto platzieren? Denn eins ist klar: Egal, welches Team mit ihrem Motor gewinnt, immer wird Mercedes hinter dem Erfolg stehen", schlägt Ecclestone vor. "Das ist ihr Marketinginstrument: Hightech pur, die effizientesten Motoren, die es gibt, die auch noch in der Formel 1 siegen."

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