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Toro Rosso: "Sind nicht so schlecht, wie es auf dem Papier aussieht"

Alex Albon und Daniil Kwjat erklären, wo sie nach drei Rennen mit Toro Rosso stehen und was von der neuen Honda-Ausbaustufe in Baku wirklich zu erwarten ist

(Motorsport-Total.com) - Mit zwei Top-10-Plätzen in den letzten beiden Rennen hat Formel-1-Rookie Alexander Albon bereits einiges Lob kassiert. Im Vergleich zu seinem erfahreneren Teamkollegen Daniil Kwjat konnte er sich kontinuierlich steigern und holte bisher drei WM-Punkte für Toro Rosso. Dabei verhagelten schlechte Qualifying-Ergebnisse oft ein besseres Abschneiden im Rennen.

Alexander Albon

Alex Albon glaubt, dass es bei Toro Rosso nur noch am Feintunin fehlt Zoom

"Ich denke, im Moment liegen wir in der Mitte des Mittelfelds", schätzt Albon das Kräfteverhältnis ein. "Haas sieht auf die kurze Distanz stark aus, aber ihre Rennpace ist nicht so gut wie ihr Tempo im Qualifying. Für uns geht es vor allem ums Feintuning. Wir müssen die kleinen Fehler korrigieren, ob sie nun fahrerbezogen sind oder allgemeinerer Natur."

Ansetzen will Albon beim Qualifying: "In zwei Rennen hätten wir drei Mal in Q3 sein sollen. Das kann im Mittelfeld wahrscheinlich jeder sagen, aber ich denke, es ist so. Natürlich wären die Rennen damit viel einfacher gewesen. Bisher konnten wir drei Punkte sammeln. Schaut man sich die Position in der WM an, liegen wir recht weit unten."

Alex Albon sieht größte Baustelle im Qualifying

Doch der Toro-Rosso-Pilot glaubt, dass das nicht die Realität widerspiegelt. "Wir sind nicht so schlecht, wie es auf dem Papier aussieht", betont er. "Wir waren in allen drei Rennen konstant unterwegs, wir müssen uns nur etwas höher qualifizieren." Ob dabei die neue Ausbaustufe des Motors helfen kann, die Honda nach Baku gebracht hat?


Fotos: Grand Prix von Aserbaidschan, Pre-Events


"Ich denke, das Hauptaugenmerk liegt auf der Zuverlässigkeit", dämpft Albon die Erwartungen. "Aber bei uns ist jedes bisschen Leistung willkommen. Wir erwarten keinen massiven Unterschied, aber es sieht gut aus. Baku ist eine Strecke mit langen Geraden, sodass jeder noch so kleine Fortschritt hilft." Dem kann auch Kwjat nicht widersprechen.

"Wenn es einen Ort gibt, an dem du nicht Nein zu extra Power sagen würdest, dann definitiv hier, mit der Geraden", erklärt Albons Teamkollege. Doch in Baku kommt es nicht nur auf Leistung an. "Die Bremsen werden hier ziemlich stark beansprucht, zum Beispiel in Kurve 1 und 3. Für den kurvenreichen Teil braucht man ein gutes Gefühl für das Auto."

Daniil Kwjat ist mit seinem Auto bisher zufrieden

Um das zu bekommen, hofft Kwjat auf einen guten Trainingsauftakt: "Je mehr Qualitätsrunden du am Freitag machen kannst, umso mehr Selbstvertrauen kannst du vor Samstag und Sonntag aufbauen. Das ist das Beste für den Fahrer. Die Rundenzeit ist dabei nicht das Wichtigste. Es geht um ein Gefühl dafür, was du brauchst und was du nicht brauchst."

Daniil Kwjat

Daniil Kwjat sieht an seinem Formel-1-Boliden keine großen Baustellen Zoom

Generell ist der Russe mit dem Fahrverhalten seines STR14 aber schon jetzt recht zufrieden. Er sehe keinen Punkt, an dem man besonders stark arbeiten müsse. "Das ist gut, denn es gibt uns die Gewissheit, dass wir auch diesmal in der Lage sein werden, etwas zu leisten, wenn wir alles richtig machen, aber hier ist der Sonntag oft unvorhersehbar."

Für Rookie Albon zählt bei seiner Baku-Premiere deshalb vor allem eines: Ankommen! "Wir alle wissen um die Unvorhersehbarkeit von Baku, also muss es oberste Priorität sein, die Ziellinie zu überqueren. Darauf liegt der Fokus", erklärt der Neuankömmling. "Ich denke aber auch, dass Honda im Vergleich zum Vorjahr große Fortschritte gemacht hat."

Untersuchung läuft: Motoren aus China zu retten?

Teamkollege Kwjat schätzt die Zusammenarbeit mit Honda nicht minder. Vor allem, dass sowohl Red Bull als auch Toro Rosso mit den Motoren des japanischen Herstellers fahren, sei ein Vorteil. "Zwei Teams zu haben, ist immer besser. Denn so können wir mehr Informationen sammeln und über die Teams hinweg vergleichen, das hilft bei der Entwicklung."

Allerdings ist Toro Rosso schon am Limit, was die erlaubten Motorwechsel anbelangt. Es drohen Gridstrafen. Ob die Triebwerke, die Albon und Kwjat in China verloren haben, zu retten sind, wird derzeit weiter untersucht. "Wir sind uns noch nicht sicher, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass dieser Motor noch in Ordnung ist", so Albon.

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