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Theo Pourchaire: Der nächste Formel-2-Meister ohne Formel-1-Cockpit

Formel-2-Champion Theo Pourchaire wird 2024 nicht in der Formel 1 fahren - Wie der Sauber-Junior sich für ein Cockpit in der Königsklasse 2025 empfehlen möchte

(Motorsport-Total.com) - Eigentlich sollte man denken, dass einem Nachwuchsfahrer der Titel in der Formel 2 quasi ein Formel-1-Cockpit garantieren würde. Die Realität ist allerdings eine ganz andere, wie nun auch Theo Pourchaire erfährt, der in diesem Jahr den Titel im Formel-1-Unterbau holte.

Titel-Bild zur News: Theo Pourchaire

Pourchaire testete mehrfach für Alfa Romeo, wird 2024 aber nicht in der Formel 1 fahren Zoom

"Ich bin natürlich enttäuscht, denn mein Traum ist es, Formel-1-Fahrer zu werden, mein größter Traum ist es, Formel-1-Weltmeister zu werden. Aber für nächstes Jahr ist kein Platz mehr frei", so der Sauber-Junior, der 2023 in seinem dritten Formel-2-Jahr den Titel holte.

Doch das Team aus Hinwil setzt auch 2024 weiterhin auf Guanyu Zhou und Valtteri Bottas, und auch alle anderen Formel-1-Rennställe setzen bei ihrer Fahrerpaarung auf Konstanz. Das führt dazu, dass 2024 kein einziger Rookie in der Königsklasse an den Start gehen wird.

"Es ist okay, ich bin 20 Jahre alt. Ich bin super jung, das Team hilft mir sehr. Sie haben mir seit der Formel 3 geholfen. Ich bin also zuversichtlich, dass ich in der Zukunft einen Platz bekommen kann", so Pourchaire, der nicht der einzige Formel-2-Champion der vergangenen Jahre ohne Formel-1-Cockpit ist.

Schaut man sich die vergangenen fünf Formel-2-Meister seit 2019 an, schaffte lediglich Mick Schumacher (Meister 2020) als amtierender Champion den Sprung in die Formel 1. Nyck de Vries (2019) und Oscar Piastri (2021) gelang des jeweils erst mit Verspätung.

Pourchaire hofft auf Formel-1-Cockpit 2025

Beide gaben erst in diesem Jahr ihr Formel-1-Debüt, Felipe Drugovich (Meister 2022) hat bis heute kein Rennen in der Königsklasse absolviert. Pourchaire ist damit der vierte Meister in den vergangenen fünf Jahren, der den direkten Formel-1-Aufstieg verpasst.

"Am Ende der Saison 2024 werden viele Verträge auslaufen", erinnert er und betont: "Ich werde also versuchen, mich nächstes Jahr [...] so viel wie möglich zu zeigen. Ich bin jetzt ein Formel-2-Champion. Es ist anders, denn davor hatte ich keine großen Titel in meiner Karriere."

Pourchaires zuvor letzte Titel stammten noch aus der Formel-4-Zeit. 2019 hatte er in der Deutschen Formel 4 triumphiert, 2020 wurde er in seinem Rookiejahr Vizemeister in der Formel 3, bevor er 2021 mit gerade einmal 17 Jahren in die Formel 2 aufstieg.


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Das Beispiel Piastri zeige nun, dass es "machbar" sei, den Formel-1-Aufstieg auch mit einem Jahr Verzögerung noch zu schaffen. "Ich habe gesehen, dass Oscar es sehr gut gemacht hat. [...] Und das zeigt, dass das Niveau der Formel-3- und Formel-2-Kategorien wirklich hoch ist", betont Pourchaire.

Anders als der Australier, der 2022 überhaupt keine Rennen fuhr, möchte er aber nicht nur im Simulator sitzen. "Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr in einer anderen Serie fahren kann", so der Franzose, der für 2024 vor allem die Super Formula im Auge hat.

Warum Pourchaire 2024 unbedingt Rennen fahren will

Diese sei wegen der Nähe zur Formel 1 eine gute Plattform, und zudem sei das Auto dort "schneller als das Formel-2-Auto", erinnert er und betont: "Ich hoffe wirklich, dass ich dort fahren kann." Denn die japanische Serie sei auch "weniger teuer" als andere Klassen.

"Die Super Formula ist Plan A", betont er daher, auch wenn noch nichts sicher sei. "Ich bin in Gesprächen mit einigen Teams und auch mit der Sauber Academy wegen der finanziellen Unterstützung", verrät er und erklärt, Liam Lawson sei ein gutes Beispiel dafür, dass die Super Formula eine gute Serie als Vorbereitung auf die Formel 1 sei.

Der Neuseeländer fuhr in der Formel 2 einst gegen Pourchaire und kam über die Super Formula 2023 zu seinem Formel-1-Debüt. "Ich denke, Lawson hat gezeigt, dass es eine großartige Kategorie ist, denn sobald er in das Formel-1-Auto stieg, war er wirklich schnell", so Pourchaire.

Ihm sei es einfach generell "sehr wichtig", 2024 in einer Meisterschaft zu fahren, um in Form zu bleiben. Auch "mental" sei es nämlich sehr wichtig, "in eine Meisterschaft involviert" und "unter Druck" zu sein, erklärt der neue Formel-2-Champion.

"Wenn man nach einem Jahr ohne zu fahren in die Formel 1 geht, ist das nicht einfach", betont er und erklärt: "Wenn ich in die Formel 1 will, muss ich nächstes Jahr fahren, um mich wieder in einer konkurrenzfähigen Serie zu zeigen."

Kein Formel-1-Testprogramm mit Sauber geplant

Er müsse irgendwo an den Start gehen, "um Rennen zu gewinnen, Qualifikationsrunden zu fahren, im Regen zu fahren, Autos zu überholen, das ist super wichtig. All die Details sind wirklich wichtig. Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr etwas erreichen kann", so der Franzose.

"Ich kann geduldig sein", betont er, aber klar ist auch, dass die Chancen mit jedem Jahr, in dem er es nicht in die Formel 1 schafft, schwinden. Zudem ist für ihn, anders als bei Piastri im vergangenen Jahr, 2024 kein umfangreiches Testprogramm in einem alten Formel-1-Auto geplant.

"Ich glaube nicht, dass im Moment etwas mit Sauber geplant ist, um mit einem Formel-1-Auto zu testen. Denn das kostet das Team auch eine Menge Geld. Es ist wirklich teuer, in der Formel 1 zu fahren", erklärt er. Auch das dürfte seine Chancen, 2025 ein Cockpit zu finden, nicht unbedingt erhöhen.


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Erschwerend kommt außerdem dazu, dass er den Titel erst in seinem dritten Jahr in der Formel 2 gewann. Seitdem die ehemalige GP2-Serie 2017 zur Formel 2 umgestaltet wurde, brauchte kein anderer Meister länger für seinen Titelgewinn.

Charles Leclerc (2017), George Russell (2018) und Oscar Piastri (2021) schafften es jeweils direkt in ihrem Rookiejahr, Mick Schumacher (2020) schaffte es im zweiten Anlauf und Nyck de Vries (2019) und Felipe Drugovich (2022) brauchten ebenfalls drei Jahre.

Pourchaires größte Stärke war 2023 die Konstanz

Pourchaire betont allerdings: "Ich passe mich jedes Mal sehr schnell an jede Kategorie an. In der Formel 2 bin ich seit der ersten Saison wirklich konkurrenzfähig, aber natürlich hatte ich im ersten Jahr ein wenig zu kämpfen, ich habe mich in der ersten Saison verletzt."

"In der zweiten Saison habe ich leider viele Fehler gemacht, aber wir hatten auch viele Defekte am Auto. So wurde ich trotzdem Vizemeister", erinnert er. Nach P5 und P2 in der Gesamtwertung folgte in diesem Jahr endlich der Titel - womöglich aber schon zu spät?

Zumal er 2023 lediglich ein Rennen gewinnen konnte. Am Ende holte er den Titel also vor allem wegen seiner Konstanz. "Ich weiß, dass wir diesen Satz oft hören, aber es ist wirklich so, es ist wirklich wichtig. Man muss konstant sein", erklärt der 20-Jährige.

In der Vergangenheit habe er bereits gezeigt, dass er ein Rennsieger sei. "Aber es ist wichtig, einem Formel-1-Team Beständigkeit und Reife in meinem Fahrstil zu zeigen. Ich habe dieses Jahr nicht viele Fehler gemacht", betont er.

Dass er damals zu früh in die Formel 2 gekommen ist, das glaubt er nicht. "Ich bereue nichts in meiner bisherigen Karriere. Ich bin einfach zufrieden damit, wie alles gelaufen ist", so Pourchaire. Ob sein Weg ihn irgendwann auch noch in die Formel 1 führen wird, das bleibt noch abzuwarten.

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