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Christian Horner: Mercedes 2021 muss eine Warnung für Red Bull sein!

Red-Bull-Teamchef Christian Horner betont, die Saison 2021 sei ein Beweis dafür, dass eine dominante Saison in der Formel 1 keine Garantie für das folgende Jahr sei

(Motorsport-Total.com) - So sehr hat die Formel 1 bislang noch niemand dominiert: Red Bull gewann in der abgelaufenen Saison 21 der insgesamt 22 Rennen. Das macht eine Siegquote von 95,45 Prozent, womit man den alten Rekord von McLaren aus der Saison 1988 (93,75 Prozent) gebrochen hat.

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"Red Bull ist 2022 mit einem gewaltigen Vorsprung in dieses Reglement gestartet und konnte diesen auch halten. Und man muss großen Respekt vor den Leistungen der Ingenieure und der Fahrer haben", betont Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

"Sie nach den aktuellen Regeln zu schlagen, ist nicht einfach, das ist klar", erklärt der Österreicher, und einige Konkurrenten befürchten sogar, dass Red Bull auch die Saison 2024 wieder in einer ganz ähnlichen Art wie das Jahr 2023 dominieren könnte.

Davon will Teamchef Christian Horner aber nichts wissen. "Wir haben das 2020 mit Mercedes gesehen", nennt er ein warnendes Beispiel und erinnert: "Das war ihr dominantestes Jahr überhaupt, und trotzdem konnten wir sie 2021 schlagen."

Mercedes hatte 2020 immerhin 13 von 17 Rennen gewonnen, 2021 stellte dann aber Red Bull mit Max Verstappen den Fahrerweltmeister. Und Horner betont in diesem Zusammenhang, dass der Vorsprung auf die Gegner seit dem Beginn der Saison 2023 bereits geschmolzen sei.

Horner: Werden so eine Saison nie mehr wiederholen

"Wir haben gesehen, dass sich die Konkurrenten auf verschiedenen Strecken annähern", sagt er und betont: "Ich glaube nicht, dass wir jemals in der Lage sein werden, die Saison zu wiederholen, die wir hatten. Aber hoffentlich können wir die Lehren aus dem RB19 ziehen und sie auf den [RB]20 anwenden."

Red Bull wolle 2024 ein Auto haben, "mit dem wir diese Titel verteidigen können", so Horner, der über die Verfolger sagt: "Es waren verschiedene Leute zu verschiedenen Zeiten. McLaren hatte einen Aufschwung, Ferrari hatte einen Aufschwung, Mercedes tauchte an einem Punkt [hinter uns] auf, sodass es von Strecke zu Strecke wechselte."


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Denn einen klaren Verfolger gab es 2023 nicht, und auf der Strecke konnte letztendlich nur Ferrari die Bullen einmal bezwingen. In Singapur holte Carlos Sainz in 22 Rennen den einzigen Nicht-Red-Bull-Sieg der abgelaufenen Saison.

Auf die Frage, ob er diesem einzigen verpassten Sieg hinterhertrauere, antwortet Horner: "Nein. Es macht einen demütig." Man ziehe zusätzliche Motivation daraus, und es sei "eine nützliche Lektion, dass sich die Dinge schnell ändern können."

Horner sicher: Verstappen wird nicht nachlassen

Zudem habe er ohnehin nie von einer so dominanten Saison geträumt. "21 von 22 Rennen zu gewinnen, ist Wahnsinn", stellt er klar und erinnert daran, dass Red Bull in der Saison 2023 nicht nur mit der reinen Anzahl der Siege einen neuen Formel-1-Rekord aufstellte.

Er betont, "dass Max über 1.000 Runden angeführt hat, dass er 19 Rennen gewonnen hat, dass wir den Rekord von McLaren aus dem Jahr '88 gebrochen haben, dass er den Rekord von Seb [Vettel] aus dem Jahr 2013 gebrochen hat - die Siegquoten, all die Prozentzahlen, die er erreicht hat."

"Dieses Auto wird sicherlich für einen beträchtlichen Zeitraum als das erfolgreichste Auto in der Geschichte der Formel 1 eingehen", betont Horner, und auch Verstappen selbst weiß: "Es wird sehr schwer sein, eine weitere Saison wie diese zu haben."


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"Natürlich will man es immer besser machen, aber manchmal bedeutet besser zu sein nicht nur Rennsiege und schließlich den Gewinn der Meisterschaft", betont der Niederländer, und Horner betont, dass die Konkurrenz nicht damit rechnen solle, dass der Weltmeister nach seinem dritten Titel in Serie nachlassen werde.

"Ich denke, er wird genau derselbe sein, denn er hat sich in den letzten vier bis fünf Jahren nicht verändert. Er ist ein Racer. Er will Rennen fahren, er will gewinnen. Er ist eins mit dem Auto, er hat so viel natürliches Können und Selbstvertrauen in sein eigenes Können und den Glauben an seine eigenen Fähigkeiten", so Horner.

Wolff: Vor uns liegt der "Mount Everest"

"Ich denke, er wird einfach versuchen, diesen Lauf fortzusetzen. Es liegt an uns, ihm die Werkzeuge dafür an die Hand zu geben, und hoffentlich können wir einige der Lektionen, die wir aus diesem Auto gelernt haben, auf den RB20 übertragen", erklärt der Teamchef.

Die Gegner hoffen trotzdem, Red Bull und Verstappen 2024 vor größere Probleme zu stellen. Toto Wolff erinnert daran, man habe "bei McLaren gesehen, dass ein Update eine Sekunde Rundenzeit gebracht hat." Und auch AlphaTauri habe am Ende der Saison einen großen Sprung gemacht.

"Und Aston Martin hat über den Winter gezeigt, dass es einen Schlüssel gibt, um dramatisch mehr Leistung freizuschalten", betont er und erklärt, bei Mercedes habe man 2023 früh gewusst, "dass dieses Auto nie gut genug sein wird, um um die Meisterschaft zu kämpfen"

Daher habe man in Brackley bereits "im Frühjahr die Entscheidung getroffen, dass wir zurück ans Reißbrett gehen und uns für nächstes Jahr etwas Neues einfallen lassen werden. Aber der Mount Everest liegt noch vor uns", weiß der Teamchef.