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Theissen versteht V6-Turbo-Kompromiss

Mario Theissen begrüßt die Einführung des V6-Turbos ab 2014, zeigt sich KERS-geläutert und outet sich als Fan des derzeitigen Reglements

(Motorsport-Total.com) - Eigentlich hätten in der Formel 1 ab 2013 Vierzylinder-Turbomotoren eingeführt werden sollen, doch aufgrund der Proteste von verschiedenen Seiten haben sich die Verantwortlichen stattdessen ab 2014 auf einen V6-Turbo mit 1,6 Litern Hubraum entschieden. Der ehemalige BMW-Sportchef Mario Theissen kann dies gut nachvollziehen.

Mario Theissen

Mario Theissen empfindet die neuen Formel-1-Regeln als sehr gelungen

Denn obwohl auch der V6 die Entwicklung eines komplett neuen Motors bedeutet, handelt es sich bei diesem Format um eine deutlich kostengünstigere und einfachere Variante als beim R4-Turbo: "Klar ist, dass ein V6 von der Bauform her deutlich steifer ist als ein R4, damit sicherlich ohne Hilfsrahmen auskommt. Das bietet natürlich schon Vorteile", zählt Theissen ein positives Beispiel der neuen Kompromisslösung auf.

Grundsätzlich würde er sich als Motoreningenieur ein möglichst freies Reglement wünschen, allerdings ist dem Deutschen durchaus bewusst, dass das in der Praxis nicht immer funktioniert - ein Seitenhieb auf das gescheiterte erste KERS-Experiment im Jahr 2009? So hält er auch die Vision nicht für durchführbar, nur die maximale Energiemenge des Motors zu beschränken und alles andere den Ingenieuren zu überlassen.

¿pbvin|512|3852||0|1pb¿"Ich glaube, dass das nur funktioniert, wenn man die Freiräume einengt und dann die Technologien definiert, die verwendet werden dürfen - limitiert auf Technologien, die zumindest in der Grundsatzentwicklung vorhanden sind", erklärt Theissen und argumentiert mit den ansonsten möglicherweise explodierenden Kosten: "In dem Moment, wo die Grundsatzentwicklung im Motorsport passieren muss, wird es teuer."

"Was nicht funktioniert: Dass wir über eine Rennserie neue Entwicklungen in der Antriebstechnologie treiben." Mario Theissen

"Was nicht funktioniert: Dass wir über eine Rennserie neue Entwicklungen in der Antriebstechnologie treiben. Man kann sie begleiten im Motorsport, aber nicht treiben", zeigt er sich nach seiner Fehleinschätzung des Jahres 2009 im KERS-Bereich geläutert. "Die Forschung und Entwicklung neuer Technologien ist zeit- und geldaufwändig. Wenn man die einer Rennserie ans Bein hängt, dann wird das nicht funktionieren. Das ist eine der Lehren aus 2009."

Dafür findet er das neue Reglement "sehr spannend. Wir haben über Jahre versucht, Überholvorgänge zu kreieren. Das hat jetzt überzeugend geklappt, sodass viele sagen, es ist viel zu viel, das Überholen viel zu leicht. Ich finde das nicht. Ich finde es erfrischend, was da abgeht. Ich finde auch gut, dass man bei den Reifen nicht so recht weiß, ob man in dem Rennen einen Satz braucht oder fünf, weil die Rennverläufe viel überraschender und damit auch interessanter geworden sind."

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