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  • 25.04.2018 · 13:20

  • von Matt Somerfield, Giorgio Piola & Gary Anderson

Technik: Mercedes und Ferrari mit neuen Heckflügeln in Baku

Um für den anstehenden Grand Prix von Aserbaidschan in Baku gerüstet zu sein, testeten Ferrari und Mercedes schon in China spezielle Heckflügel

(Motorsport-Total.com) - In Form des Stadtkurses in Baku steht den Formel-1-Teams am kommenden Wochenende eine der außergewöhnlichsten Strecken im gesamten Rennkalender 2018 bevor (hier geht's zur Vorschau). Der von Hermann Tilke konzipierte Kurs mit seinen sechs Kilometern Länge vereint eine extrem lange Vollgas-Passage an der Uferpromenade zum Kaspischen Meer mit einer extrem kurvenreichen und langsamen Sektion durch die Altstadt.

Mercedes F1 W09 vs. F1 W07: Heckflügel, Vergleich

Schon in Schanghai probierte Mercedes und auch Ferrari kurzzeitig Flügel für Baku Zoom

Seit im Jahr 2016 erstmals in Baku gefahren wurde, ist den Teams schnell klar geworden, dass die Höchstgeschwindigkeit auf der langen Geraden von enormer Bedeutung im Hinblick auf ein gutes Ergebnis ist. Aus diesem Grund wird seither versucht, Abtrieb und Luftwiderstand zu reduzieren.

Beim zurückliegenden Grand Prix von China gab es einen ersten Hinweis darauf, wie die beiden Protagonisten der diesjährigen Konstrukteurswertung - Ferrari und Mercedes - den bevorstehenden Grand Prix von Aserbaidschan angehen werden. Beide Teams nutzten nämlich einen Teil der Trainingszeit auf dem Shanghai International Circuit, um neue Teile für Baku zu evaluieren.

Ferrari SF71H: Heckflügel

Löffelförmiger Heckflügel am Ferrari SF71H im Training zum Grand Prix von China Zoom

So war in China sowohl am Ferrari SF71H als auch am Mercedes F1 W09 zeitweise ein löffelförmiger Heckflügel zu sehen. Eine solche Konstruktion reduziert den Luftwiderstand signifikant, ohne dabei jedoch zu viel Abtrieb wegzunehmen.

Beim Ferrari-Flügel fällt auf, dass er mit vorn offenen Lamellen in den seitlichen Endplatten versehen ist, obwohl die Scuderia aus Maranello üblicherweise nicht auf diese Lösung setzt.

Mercedes F1 W06: Heckflügel

Heckflügel mit gezacktem Klebestreifen am Mercedes F1 W06 in Abu Dhabi 2015 Zoom

Mercedes, wo die vorn offenen Lamellen in den seitlichen Endplatten schon seit Jahren Tradition haben, orientierte sich beim in China getesteten und voraussichtlich in Aserbaidschan zum Einsatz kommenden Heckflügel an einer Lösung aus der eigenen Vergangenheit. So wurde ein gezackter Klebestreifen am Flügel angebracht.

Schon gegen Ende der Saison 2015 hatte Mercedes mit einem gezacktem Klebestreifen experimentiert. 2016 zog man dann mit einer Komplettlösung nach. Die Lösung mit dem gezackten Klebestreifen soll die Effizienz beider Flügelelemente erhöhen, weil es damit mehr Möglichkeiten hinsichtlich des Anstellwinkels gibt.

Gary Anderson erklärt den gezackten Klebestreifen

Mercedes F1 W09 vs. F1 W07: Heckflügel, Vergleich

Am F1 W07 von 2016 fuhr Mercedes eine Komplettlösung mit gezacktem Klebestreifen Zoom

Dieser Streifen, bei dem die Zähne nach hinten gerichtet sind, wird direkt hinter dem sogenannten Hals des des Heckflügels, wo der Luftstrom ein wenig nachlässt, platziert. Die Zacken sorgen dafür, dass der Luftstrom neue Kraft erhält. Dadurch funktioniert das Hauptflügelelement bei aktiviertem DRS konstanter.

Zudem hilft diese Lösung, um bei nicht aktiviertem DRS die Flap-Sektion effizienter anzuströmen. Das ist bei reduziertem Abtrieb ganz entscheidend, um dem Fahrer in den Anbremszonen das nötige Vertrauen zu geben. Mercedes hatte in der Saison 2016 etwas Ähnliches probiert, damals aber an einem deutlich größeren Heckflügel.

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