powered by Motorsport.com

Teams in Krisenzeiten (fast) einig: Budgetgrenze soll weiter nach unten

Bei einem Meeting am Montag haben sich die Formel-1-Teams darauf verständigt, die Budgetgrenze auf 150 Millionen Dollar zu senken - Weitere Verschiebung diskutiert

(Motorsport-Total.com) - Wird die Budgetgrenze in der Formel 1 weiter verringert? Aktuell liegt sie bei 175 Millionen Dollar (161 Millionen Euro), doch angesichts der Coronakrise könnte die Grenze noch einmal ein gutes Stück nach unten gesetzt werden. Das geht aus einer Telefonkonferenz zwischen den Teamchefs sowie den Formel-1-Bossen am gestrigen Montag hervor.

Christian Horner, Mattia Binotto

Red Bull und Ferrari sperren sich noch gegen eine Senkung unter 150 Millionen Zoom

Dabei trafen sich Ross Brawn, Chase Carey und FIA-Präsident Jean Todt am Nachmittag virtuell mit den Teamverantwortlichen, um über weitere Schritte in der Coronakrise zu diskutieren. Über eine Senkung der Budgetgrenze auf 150 Millionen Dollar - inklusive weniger Ausnahmen - sind sich die Teams bereits formal einig. Eine weitere Senkung auf 125 Millionen Dollar wird diskutiert.

Vor allem kleinere Teams wünschen sich eine weitere Verschiebung der Grenze, die mit 175 Millionen Dollar ohnehin irrelevant für die meisten Rennställe war. McLaren-Geschäftsführer Zak Brown hatte zuletzt vor den Folgen der Coronakrise gewarnt und gesagt, dass bis zu vier Teams aus der Formel 1 aussteigen könnten.

Getrennte Grenzen für Hersteller und Kunden?

Es heißt, dass Mercedes unter Umständen durchaus gewillt ist, die Budgetgrenze unter 150 Millionen Dollar zu senken. Ferrari und Red Bull beharren derzeit jedoch noch auf diesem Mindestwert. Bei den Roten ist man der Meinung, dass eine gemeinsame Grenze für alle unfair wäre, weil viele kleine Teams Teile von größeren Teams kaufen.


Die Preisgeldverteilung in der Formel 1

Unser Video zeigt auf, wie unfair die Preisgeldverteilung in der Formel 1 aufgestellt ist! Weitere Formel-1-Videos

Größere Teams seien daher im Nachteil, weil sie Forschungs- und Entwicklungskosten aufbringen, die die Kundenteams nicht haben. Gespräche drehten sich daher um eine geteilte Grenze: Hersteller sollen mit einem größeren Budget operieren können, Kunden mit einem entsprechend kleineren, um die Kosten auszugleichen.

Eine endgültige Entscheidung wurde bei dem gestrigen Meeting nicht beschlossen, jedoch soll das Thema beim nächsten Treffen auf der Agenda stehen.

Keine weitere Verschiebung der neuen Autos

Verständigt hat man sich jedoch darauf, dass das neue Sportliche Reglement nicht um ein weiteres Jahr verschoben wird. Im Zuge der Krise hatte man die neuen Formel-1-Autos bereits von 2021 auf 2022 verschoben, um Kosten zu sparen, Red-Bull-Teamchef Christian Horner forderte jedoch eine weitere Verschiebung auf 2023.

Doch das soll laut FIA-Präsident Jean Todt kein Thema sein. Im Sommer will man jedoch noch einmal darüber diskutieren, aktuell sei das aber in dieser Zeit kein dringendes Thema. Die Arbeiten an den neuen Fahrzeugen wurden ohnehin vorübergehend ausgesetzt.


Fotostrecke: Das neue Formel-1-Auto 2021

Dringender ist die Frage, wann die Formel 1 wieder ihren Betrieb aufnehmen kann. Eine definitive Antwort darauf gibt es nicht, da auch der aktuelle Saisonauftakt in Kanada am 14. Juni mehr als fraglich ist.

Diskutiert wurde daher über die Möglichkeit von Geisterrennen hinter verschlossenen Türen. Man hofft auf eine Entspannung der Coronasituation in Europa und fasst möglicherweise das Rennen in Silverstone am 19. Juli als Startpunkt dafür auf.

Neueste Kommentare

Noch kein Kommentar vorhanden!
Erstellen Sie jetzt den ersten Kommentar