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Sutil-Kolumne: Es kribbelt wieder!

Force-India-Pilot Adrian Sutil berichtet von seinen besinnlichen Weihnachtsferien in der Heimat und blickt voraus auf die kommende Saison

Adrian Sutil

Im Urlaub habe ich auf ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2010 angestoßen!

Liebe 'Motorsport-Total.com'-Leser,

so langsam beginnt es wieder zu kribbeln! Das lange Testverbot ist zwar einerseits angenehm, weil man so über Weihnachten etwas mehr Ruhe findet als früher, aber andererseits ist die Zeit zwischen dem letzten Rennen und dem ersten Test schon sehr lang. Aber ich muss sagen, dass ich die vergangenen Wochen sehr genossen habe.

Nach Saisonende habe ich mit ein paar Kumpels einen Amerika-Urlaub gemacht. Unter anderem waren wir in Las Vegas. Die Stadt ist schon ziemlich schrill! Ich bin zwar ehrlich gesagt kein großer Spieler, aber es hat gut getan, einfach mal ein bisschen Spaß zu haben und von dem ganzen Stress, der für einen Formel-1-Fahrer alltäglich ist, abzuschalten.#w1#

Kartrennen für einen guten Zweck

Adrian Sutil

Es tut gut, wenn man nach der Saison endlich mal ausspannen kann... Zoom

Am 11. Dezember war ich dann im Münchner Kartpalast beim X-Mas-Race. Das war wirklich eine super Veranstaltung: Ich fuhr mit meinem Team auf einer Bahn, auf der ich in meiner Jugend eine Menge Zeit verbracht habe, gegen andere Teams - und das noch dazu für einen guten Zweck. Der Reinerlös der Aktion kam dem Verein Kinderlachen zugute. Kinderlachen unterstützt schwerstkranke Kinder in Kinderkliniken, Kinderhospizen, Kindertagesstätten und Kindergärten und erfüllt Kindern Träume und Wünsche - oft auch solche, die man nicht kaufen kann.

Das Rennergebnis stand dabei natürlich nicht im Vordergrund, aber es ist ein wertvoller Beitrag für Kinderlachen zusammengekommen und wir alle hatten viel Spaß! Zwischen meinen Fahrten konnte ich mich mit den anderen Teilnehmern und mit einigen Fans unterhalten und Autogramme schreiben. Besonders gefallen hat mir ein kleiner Knirps, der mich auf der Bahn ordentlich beschäftigt und danach viele Fragen gestellt hat. So familiär geht es an den Formel-1-Strecken nicht zu, insofern war das eine tolle Aktion für alle Beteiligten!

Weihnachten bei den Eltern

Adrian Sutil

Immer ein Highlight: Weihnachten mit meiner Mutter und meinem Bruder Zoom

Weihnachten habe ich dann in München bei meinen Eltern verbracht. Es ist jedes Jahr der gleiche Ablauf, fast schon eine Tradition: Erst bin ich von 18:00 bis 19:30 Uhr bei meinem Vater in Gräfelfing, dann von 20:00 bis ungefähr 22:00 Uhr bei meiner Mutter in Krailing. Wir haben einen kleinen Baum und manchmal klimpere ich auch ein bisschen mit dem Klavier, aber alles ganz entspannt, denn ein besonders gläubiger Mensch im religiösen Sinne bin ich eigentlich nicht.

Ich glaube an meine eigenen Sachen, aber nicht unbedingt an einen Gott. Ich wurde nicht getauft und bin auch keiner Religion angehörig. Ich habe meinen eigenen Glauben und gehe auch gerne in Kirchen - als Platz der Ruhe. Ich finde die Architektur vieler Kirchen auch sehr interessant und beeindruckend. Da bin ich offen für alles.

Wichtig ist für mich, dass es an Weihnachten besinnlich zugeht - und weil ich Heiligabend meistens in München verbringe, gehört Schnee einfach dazu. Große Geschenke sind mir hingegen weniger wichtig. Da trifft es sich auch ganz gut, dass ich im Moment keine feste Freundin habe, denn somit spare ich mir den Stress, das richtige Geschenk finden zu müssen!

Vorfreude auf die neue Saison

Adrian Sutil

Silvester ließen wir es uns mit einem Abendessen unter Freunden gut gehen Zoom

Für mich selbst wünsche ich mir natürlich vor allem eine erfolgreiche Saison 2010. Für uns bei Force India geht es Anfang Februar mit einem Shakedown des neuen Autos, das dem 2009er-Modell zumindest optisch recht ähnlich ist, los. Dann steigen wir in Spanien beim zweiten offiziellen Test ein. Dass wir die erste Woche noch auslassen müssen, halte ich für keinen entscheidenden Nachteil. Mit dem Mercedes-Motor haben wir ein etabliertes Kraftpaket im Heck und das Auto sollte auch konkurrenzfähig sein.

Wichtig wird sein, von Anfang an auf die guten Ergebnisse der zweiten Saisonhälfte 2009 aufzubauen. Uns ist es gelungen, eine starke Plattform zu bilden - und dadurch ist ein richtiger Ruck durch das Team gegangen. Ich hoffe, dass wir diesen Schwung mitnehmen können. Dann steht einer erfolgreichen Saison eigentlich nichts mehr im Weg!

Euer

Adrian Sutil