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  • 17.09.2014 · 15:20

  • von Dennis Hamann

Susie Wolff: Bottas kann Weltmeister werden

Susie Wolff ist überzeugt, dass Teamkollege Valtteri Bottas das Potenzial hat, Weltmeister in der Formel 1 zu werden

(Motorsport-Total.com) - Nach ihrem letzten Einsatz im Freien Training am Hockenheimring hat Susie Wolff bisher nicht mehr im Williams Platz nehmen dürfen. Auch wenn sie mit 1:20.769 Minuten nur drei Zehntel über der Bestzeit des Williams-Teamkollegen Felipe Massa blieb, ist bisher kein weiterer Einsatz für sie in Aussicht. Doch die Rennamazone hat sich so oder so bereits den Respekt der Kollegen verdient. Entsprechend gewichtig ist auch ihr Wort. Und die Williams-Testfahrerin ist überzeugt, dass ihr finnischer Teamkollege Valtteri Bottas das Zeug zum Weltmeister hat.

Susie Wolff

Susie Wolff wartet auf die nächste Chance, wieder im Auto zu sitzen Zoom

So sagt Wolff im Interview mit 'Sport1': "Ich glaube, Valtteri hat bewiesen, dass er ein zukünftiger Weltmeisterkandidat ist." Doch der Erfolg von Bottas wie auch von Massa sei laut Wolff nicht von ungefähr gekommen: "Es gibt viele Gründe. Im letzten Jahr war Williams nicht konkurrenzfähig, hat dafür aber früher mit dem neuen Auto begonnen. Den größten Schritt haben wir sicherlich mit dem Wechsel zu den Mercedes-Motoren gemacht. Außerdem haben wir wirklich tolle Leute ihm Team: Pat Symonds, Rob Smedley oder auch Jakob Andreasen, der von Force India kam."

"Wir sind auf der Strecke wieder schnell geworden und die Ergebnisse sind gekommen. Außerdem haben wir zwei sehr gute Fahrer", erklärt die Testfahrerin. Massa und Bottas schafften es durch die Plätze drei und vier in Monza sogar, Ferrari vom dritten Platz der Konstrukteursmeisterschaft zu drängen. Den eigenen Anteil am Erfolg kann und will Wolff dabei aber nicht beziffern: "Das ist sehr schwer zu sagen. Ich bin niemand der sich hinstellt und sagt: 'Ich habe das gemacht und ich habe das gemacht und wir sind so schnell, weil meine Arbeit so wichtig war'."

Wolff: "Felipe und Valtteri haben einen super Job gemacht"

"Ich bin sehr stolz, ein Teil dieses Teams und des wachsenden Erfolgs zu sein. Wir alle haben einen sehr wichtigen Job. Von ganz oben bis zur Putzfrau in der Williams-Fabrik. Wir gewinnen und verlieren zusammen", erklärt Wolff solidarisch. Selbst wenn es um ihre eigene Zukunft geht, ist die 31-Jährige eine Teamplayerin. Auf die Frage, ob sie sich insgeheim Hoffnungen auf einen Platz als Fahrerin im Williams-Team für die kommende Saison erhofft hat, meint sie nur: "Ich bin sehr ehrgeizig, aber auch realistisch. Felipe und Valtteri haben in diesem Jahr einen super Job gemacht und es war klar, dass sie bleiben werden."


Fotos: Williams, Großer Preis von Italien


Trotzdem lässt sie das Ziel, irgendwann Formel 1 zu fahren, nicht aus den Augen: "Ich habe immer gesagt, dass das mein Ziel ist. Ich möchte aber auch in der Formel 1 bleiben. Es gibt so viele gute Fahrer, die um eine Chance in der Formel 1 kämpfen. Ich muss schauen, dass ich meinen Platz verteidige", erklärt die Britin. "Wenn ich für ein einzelnes Rennen kämpfen würde, müsste ich vielleicht woanders hingehen. Aber das tue ich nicht, da ich sehr stolz bin, ein Teil von Williams zu sein. Und ich will bei diesem Team bleiben."

"Ich bin oft im Paddock und weiß, wo es Möglichkeiten gibt und wo nicht. Ich sehe derzeit keine andere gute Chance für mich. Wir haben mit Williams dieses Jahr einen großen Schritt nach vorne gemacht und unser Ziel ist es, bald wieder um die Meisterschaft zu kämpfen. Wenn ich dann ein Teil dieses Erfolgs sein könnte, wäre ich sehr glücklich", erklärt Wolff. Doch Wolff ist bereits ein Teil eines Erfolges in der Formel 1. Denn mit ihr, Monisha Kaltenborn und Claire Williams sind inzwischen drei Frauen in wichtigen Positionen der Teams.

Wolff: "Alles auf natürlichem Wege passiert"

Wolff selbst ist die sechste Frau in der Geschichte der Formel 1, die einen der Renner fuhr. Mit Simona de Silvestro baut Sauber aktuell die siebte auf. "Ich denke, dass es sehr positiv ist, dass es mehr und mehr Frauen in der Formel 1 gibt", erklärt Wolff dazu. "Sie sind auch alle da, weil sie einen sehr guten Job machen. Es war nie so, dass man gesagt hat: 'Wir brauchen mehr Frauen, wie schaffen wir das?'. Das ist alles auf natürlichem Wege passiert. Ich finde es ganz toll und ich glaube, wir werden mehr und mehr gute und erfolgreiche Frauen in der Formel 1 sehen", gibt sich die Ehefrau von Toto Wolff optimistisch.

"Beide haben bis jetzt einen super Job gemacht." Susie Wolff

Bei einem Tipp, wer dieses Jahr die Weltmeisterschaft für sich entscheiden wird, lehnt sich Wolff allerdings nicht aus dem Fenster: "Lewis und Nico sind von ihrem Charakter und ihrer Persönlichkeit ganz unterschiedlich. Beide haben aber bis jetzt einen super Job gemacht. Ich glaube, dass die Entscheidung erst im letzten Rennen fallen wird." Solche Vorfälle, wie den Unfall in Belgien, findet Wolff da nur logisch: "Sie kämpfen um den Titel, und da können solche Dinge schon mal passieren. Ich bin nicht involviert in das, was Toto macht, aber das Team hat die Situation bisher gut gehandelt."

Nach den guten Platzierungen in Spa und Monza hofft Wolff jetzt, dass der Trend bei Williams auch in Singapur weiter anhält: "Es wird wahrscheinlich etwas schwieriger für uns, aber ich hoffe, dass wir mit Red Bull mithalten können und einen Tick schneller sind als Ferrari. Unser Ziel ist es, beide Fahrer in die Punkte zu bringen und in der Team-WM vor Ferrari zu bleiben. Dafür werden wir alle sehr hart kämpfen."