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  • 29.01.2019 · 09:37

  • von Dominik Sharaf, Co-Autor: Scott Mitchell

"Supertime-Index" zeigt: Sauber war 2018 Entwicklungs-Weltmeister

Kein Team marschierte in Sachen Performance so nach vorne wie die Schweizer - Teamchef Vasseur jedoch relativiert die Aussagekraft solcher Statistiken

(Motorsport-Total.com) - Bei der Sauber-Mannschaft wurde im Laufe der Saison 2018 intern das Ziel ausgegeben, den Rückstand auf die Topteams Mercedes, Ferrari und Red Bull konstant zu halten - um im Mittelfeld nach vorne zu marschieren. Teamchef Frederic Vasseur wollte so die Fortschritte seiner Farben möglichst zuverlässig abbilden, wie er im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' sagt: "Sie haben viel Geld. Wenn wir in der Lage sind, die Lücke zu ihnen konstant zu halten, verbessern wir uns automatisch."

Antonio Giovinazzi

Die Sauber-Mannschaft war in der Saison 2018 mächtig auf dem Vormarsch Zoom

Tatsächlich übertraf Sauber die Erwartungen, näherte sich den Platzhirschen verglichen mit 2017 an. "Enorm", staunt Vasseur. Nicht nur, dass die Schweizer sich bei den WM-Punkten von fünf auf 48 und in der Konstrukteurs-Wertung von Rang zehn auf acht steigerten. Sie waren auch schneller.

Abzulesen ist der Trend am "Supertime-Index", der die schnellste Einzelrunde eines Teams an einem Rennwochenende zur Grundlage hat. Der beste Umlauf überhaupt - zum Beispiel von Mercedes - wird mit 100 Prozent gleichgesetzt. Die übrigen Zeiten werden daran gemessen, sodass die Werte besser sind, je näher sie der 100 kommen. Für alle 21 Grands Prix (es wurden Durchschnittswerte berechnet) ergibt sich folgendes Bild:

"Supertime-Index" der Saisons 2017 und 2018 im Vergleich:

1. Sauber
2017: 104,13 Prozent
2018: 102,60 Prozent
Differenz: -1,526

2. Haas
2017: 102,86 Prozent
2018: 101,970 Prozent
Differenz: -0,888

3. Red Bull
2017: 100,958 Prozent
2018: 100,797 Prozent
Differenz: -0,161

4. Renault
2017: 102,186 Prozent
2018: 102,137 Prozent
Differenz: -0,049

5. Ferrari
2017: 100,263 Prozent
2018: 100,237 Prozent
Differenz: -0,026

6. Force India (Racing Point)
2017: 102,199 Prozent
2018: 102,207 Prozent
Differenz: +0,008

7. Mercedes
2017: 100,085 Prozent
2018: 100,119 Prozent
Differenz: +0,034

8. Toro Rosso
2017: 102,730 Prozent
2018: 102,805 Prozent
Differenz: +0,075

9. McLaren
2017: 102,510 Prozent
2018: 102,923 Prozent
Differenz: +0,413

10. Williams
2017: 102,524 Prozent
2018: 103,606 Prozent
Differenz: +1,082

Heißt: 2017 war Sauber auf seiner schnellsten Runde des Wochenendes durchschnittlich 4,129 Prozent langsamer als das beste Team eines jeden Grand Prix. Im Jahr 2018 waren es nur 2,603 Prozent. Damit verbesserten sich die Schweizer so stark wie kein Konkurrent. Große Fortschritte gelangen auch Haas. Red Bull schaffte es, sich auf hohem Niveau zu steigern, während sich die Lücke zwischen Mercedes und Ferrari etwas schloss - jedoch im Bereich der zweiten Nachkommastelle.

Bemerkenswert ist, dass lediglich McLaren und Williams klar auf die Spitze einbüßten. Ergo ist die Formel 1 in der vergangenen Saison näher zusammengerückt. Dennoch sind die Unterschiede beträchtlich geblieben. Vasseur mahnt: "Ich will nicht negativ sein, weil es nicht der Mentalität des Teams entspricht, aber es ist einfacher, sich zu verbessern, wenn man vier Sekunden zu langsam ist, als wenn man um Zehntelsekunden kämpft", sagt er. Irgendwann flacht die Entwicklungskurve ab.

Der nächste Schritt sei der "bei Weitem schwierigste", vermutet Vasseur. Er versuchte schon 2016 als Renault-Teamchef, es an die Spitze des umkämpften Mittelfeldes zu schaffen - und scheiterte trotz üppiger finanzieller Mittel. "Die Topteams einzuholen ist eine ganz andere Nummer", sagt er.

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