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"Supermarkt-Parkplätze": Wolff wünscht sich mehr Stadtkurse

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff erklärt, warum er sich weniger "Flughafen-Anlagen" wünscht, sondern mehr Strecken wie Monaco - DNS des Sports bewahren

(Motorsport-Total.com) - Singapur, Baku, Monaco und vielleicht bald schon London und New York - Stadtkurse sind in der Formel 1 wieder im Kommen. Obwohl die Sicherheitsdebatte immer über dem Thema schwebt, wünschen sich viele Fans und Verantwortliche mehr Events in großen Städten. Die neuen Rechteinhaber Liberty Media haben bereits angekündigt, den Kalender erweitern und den Sport wieder näher an den Fan bringen zu wollen. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff kann dem nur zustimmen, der Österreich schwärmt von der besonderen Atmosphäre im Fürstentum und wünscht sich mehr Straßenrennen.

Alain Prost

Zeitreise: Alain Prost im Renault RE 40 der Saison 1983 in den engen Gassen Zoom

Am Rande des Monaco-Wochenendes fordert der Mercedes-Boss, wieder mehr Mutstrecken ins Programm aufzunehmen. "Um diese Autos heute fahren zu können, braucht es Mut - auf einigen Strecken mehr als auf anderen. Wir wollen nicht auf Strecken fahren, die wie Supermarkt-Parkplätze aussehen", betont Wolff gegenüber 'Autosport'. Schließlich würden Fahrfehler der Piloten heute kaum noch Konsequenzen nach sich ziehen. "Hast du in der Vergangenheit eine Kurve verpasst, dann warst du tot oder verletzt. Heute verpasst du eine Kurve, du kommst ein bisschen raus und fährst dann wieder auf die Strecke zurück."

Jedoch nicht in Monte Carlo, auch nicht in Spa-Francorchamps, Monza oder Suzuka, ergänzt der Österreicher. Schließlich würde auf diesen, allesamt alten, Strecken noch der Faktor Mensch zählen. "Wir müssen wieder auf Strecken zurückkehren, wo die Besten herausstechen. Monaco ist eine dieser Strecken." Sein Wunsch entflammt aus seiner Vorstellung von einer modernen und dennoch anspruchsvollen Königsklasse. Die DNS des Sports bestehe aus der besten Technologie gepaart mit dem besten Fahrer, der mit all seinem Können und vollem Einsatz ein Geschoss zu steuern versucht, so Wolffs Ansicht.


Fotostrecke: Die Stadtkurse der Formel 1

"Es wurde mir wieder klar, warum ich diesen Sport liebe. Es geht darum, etwas zu tun, das sich sonst niemand traut, zusätzlich gehört die Leidenschaft für Autos dazu. Motorsport ist ein Lebensstil mit so viel Leidenschaft und Emotion, die alle Generationen durchdringt", philosophiert er. Zu dieser Erkenntnis kam Wolff beim Fahren der Mille Miglia, dem 1000-Meilen-Rennen in Norditalien, das von 18. bis 21. Mai das 90. Jubiläum feierte. "Nicht nur, weil man bei der Mille Miglia sehen kann, dass man auch durch Städte schnell fahren kann."

Ein weiteres Argument: die Formel E. Die Elektroserie fährt zum Großteil ihre Rennen in den Metropolen, wie London, Paris oder auch Berlin. "Die Formel E hat Erfolg in den Städten. Die Autos sind nicht spektakulär, aber sie sehen in der Stadt viel schneller aus." Wolff glaubt, dass der Sport durch eine Abkehr von "Flughafen-Anlagen", wie viele Strecken von Designer Hermann Tilke für ihre breiten Auslaufzonen kritisiert werden, an Attraktivität gewinnen würde.

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