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Speed wirft seinem Teamchef einen tätlichen Angriff vor

Nach Aussage von Toro Rosso-Pilot Scott Speed hat ihm Franz Tost am Nürburgring die Faust in den Rücken gerammt und ihn gegen eine Wand gedrückt

(Motorsport-Total.com) - Die Scuderia Toro Rosso sorgt dieser Tage für Schlagzeilen. Nach dem frühen Aus beider Piloten beim Europa-Grand-Prix auf dem Nürburgring - Scott Speed rutschte in der zweiten Runde wegen Aquaplanings von der Strecke, Vitantonio Liuzzi folgte an derselben Stelle wegen eines Aufhängungsschadens - war die kurze Pressemitteilung des Teams (sie umfasste nur den Satz "Heute gibt es nichts zu sagen") nicht das einzige, was in der Boxengasse für große Verwunderung sorgte.

Scott Speed

Scott Speed erzählt unglaubliche Dinge, die am Nürburgring vorgefallen sein sollen Zoom

Scott Speed hatte am Nürburgring in einem Interview erklärt, dass sein Team alles versuche, um beide Fahrer loszuwerden. Tatsächlich scheuen sich Teamchef Franz Tost ("Am liebsten würde ich keinen dieser Fahrer mehr in unser Auto setzen" im 'Blick') und Anteilseigner Gerhard Berger ("Ich habe noch nie zwei Fahrer erlebt, die so deppert sind" in der 'motorsport aktuell') nicht davor, mit ihren Fahrern hart in die Kritik zu gehen und klar zu machen, dass man mit beiden nicht mehr lange zusammenarbeiten möchte. Am Dienstag machte sogar das Gerücht die Runde, dass das Team Speed bereits entlassen hat, was die Italiener jedoch dementierten.#w1#

Speed erhebt schwere Vorwürfe gegen seinen Chef

Franz Tost

Laut Scott Speed hat ihn Franz Tost tätlich angegriffen Zoom

Während des Rennens soll Teamchef Franz Tost nach einer Diskussion mit Speed in der Boxengasse nach dem 24-Jährigen gegriffen haben - die Zeugen sprachen von einem "Angriff". Tost sieht das anders. Er habe seinen Fahrer gefragt, warum er abgeflogen sei, worauf ihn dieser "lächelnd" zurückgefragt hatte, warum sein Boxenstopp so lang gedauert habe, wie er dem 'Blick' erläutert: "Und dann drehte er sich um und ging. Darauf habe ich ihn an der Schulter gepackt und gesagt: So wird hier nicht diskutiert! Von einem Boxkampf kann aber nicht die Rede sein."

In einem Interview mit 'autosport.com' meldete sich Speed am Dienstag erneut zu Wort - obwohl er sich zunächst gar nicht gegenüber der Presse zu diesem Vorfall äußern wollte, wie er erklärt: "Nach dem Rennen hat Franz 15 Minuten damit verbracht, sich für sein Verhalten zu entschuldigen, denn es war für alle klar, dass dies deutlich fehl am Platz war."

Gerhard Berger und Franz Tost

Scott Speed wirft Gerhard Berger und Franz Tost Mobbing vor Zoom

Was er und Berger gegenüber den Medien gesagt hätten, sei "lediglich eine weitere sehr unehrliche Sache, die mir und Tonio Liuzzi schadet": "Und an diesem Punkte hatte ich einfach genug."

Die ganze Geschichte würde nun Red Bull schaden, was aber "definitiv" nicht seine Absicht sei, schließlich habe er Red Bull und Red Bull-Boss Dietrich Mateschitz seine gesamte Motorsport-Karriere zu verdanken: "Aber besonders Franz Tost ist außer Kontrolle."

Der Teamchef habe "vor Wut gekocht", weil er nach Start und Ziel von der Strecke gerutscht war, obwohl dies auch anderen Piloten - darunter große Namen wie Lewis Hamilton und Nico Rosberg - passierte. Er habe keine Chance gehabt, das Aquaplaning zu verhindern, weil er nicht erahnen konnte, was ihn in der Kurve erwartet. Alle Fahrer nach Jenson Button seien abgeflogen - bis die Rennleitung das Safety Car auf die Strecke rief.

Scott Speed

Scott Speed segelte wie einige seiner Kollegen von der Strecke Zoom

Er habe seinen Chef daraufhin gefragt, was mit dem verkorksten Boxenstopp sei, worauf er ihm entgegnet habe, dass dies egal sei, da er sowieso abflog: "Er wollte keine Kritik darüber anhören, was das Team gemacht hat. Er versuchte mir die Schuld des Boxenstopps zu geben."

Er habe sich daraufhin umgedreht und sei in Richtung der Garage gelaufen, Tost sei ihm gefolgt und "schlug mich mit einer geschlossenen Faust in die Mitte meines Rückens". Er sei ihm hinter eine Trennwand gefolgt: "Er griff mich direkt unter meinem Nacken an meinem feuerfesten T-Shirt und riss mich vor und zurück, ließ mich los, und drückte mich dann an die Mauer hinter den Autos."

Scott Speed

Scott Speed gibt zu, dass er gewaltig provoziert hat... Zoom

Seine einzige Reaktion sei es gewesen, in Richtung der Garagenmitte in Deckung zu gehen, und den 51-Jährigen zu fragen, "ob er mich vor allen anderen schlagen möchte". Den tätlichen Angriff haben laut Speed "zwei Leute vom Team und eine weitere Person" gesehen.

Nach dem Vorfall habe er vor Wut gekocht, ging an die Boxenmauer und wollte "alle darüber informieren, was passiert ist". Er habe zu seinem Teammanager, dem Technischen Direktor und Gerhard Berger gesagt, dass wann immer der Teamchef ihn erneut berühre, "ich ihn k. o. schlagen werde".

Die Zeit bis zum Ende des Rennens habe er im Motorhome verbracht, um sich zu beruhigen. Berger und Tost seien nach dem Rennen zu ihm gekommen und Tost habe sich entschuldigt. Unbestätigten Berichten zu Folge hatte sich auch Mateschitz telefonisch eingeschaltet. Seitdem herrscht zwischen den Beteiligten Funkstille. Er gehe jedoch davon aus, dass Berger und Tost weiterhin "mit dem Finger auf uns Fahrer zeigen werden, bis sie den Wechsel bekommen, den sie wollen".

Dietrich Mateschitz

Speed hat Angst, dass sein Verhältnis zu Mateschitz leidet Zoom

Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass beide Fahrer spätestens Ende des Jahres den Rennstall verlassen und gegen Sébastien Bourdais und Sebastian Vettel ausgetauscht werden sollen. Das zumindest ist die Idealvorstellung des Managements. Aber auch Timo Glock ist laut Berger ein Thema, wie er der 'msa' erklärt: "Den beobachte ich seit seinem starken Rennen in Istanbul letztes Jahr ständig. Er ist für mich eine Alternative."

Speed selbst befürchtet nun, dass seine Beziehung zu Red Bull leiden könnte, während er seine Zukunft in der Formel 1 abhakt - zumindest unter der Leitung von Franz Tost und Gerhard Berger: "Man könnte mir gar nicht genug zahlen, dass ich für diese beiden Leute erneut fahre." Und fährt er das kommende Rennen in Ungarn? "Bei diesen Beiden weiß man das nie", so Speed, für den alles Geschriebene in der Presse eine Überraschung gewesen sei, "da sie alles hinter dem Rücken der Leute machen".

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