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Spa macht Hoffnung: Ferrari beim Heimspiel vorne dabei?

Obwohl die nackten Ergebnisse in Spa nicht für Ferrari sprechen, blicken Sebastian Vettel und Co. optimistisch auf das anstehende Heimrennen in Monza

(Motorsport-Total.com) - Die Plätze sechs und neun waren ganz sicher nicht das, was sich Ferrari in Spa erhofft hatte. Weil Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen direkt in der ersten Kurve mit Max Verstappen - und miteinander - kollidierten, war anschließend nur noch Schadensbegrenzung möglich. Weil diese allerdings relativ gut gelang, blickt man bei Ferrari nun ziemlich optimistisch auf das kommende Heimspiel in Monza. Klar ist allerdings auch, dass die Scuderia endlich wieder ein gutes Ergebnis einfahren muss.

Sebastian Vettel

Schadensbegrenzung: Sebastian Vettel kam in Spa immerhin noch auf Platz sechs Zoom

In den vergangenen vier Rennen holte Ferrari keinen einzigen Podestplatz. Letztmalig stand Kimi Räikkönen als Dritter in Spielberg auf dem Podium, bei Sebastian Vettel ist der letzte Besuch auf dem Treppchen sogar schon fünf Rennen her. Der Deutsche wurde in Baku im Juni Zweiter. In Belgien hätte man ohne den Startunfall eine gute Chance gehabt, diese Negativserie zu beenden.

"Wir können erhobenen Hauptes hier die Strecke verlassen. Natürlich nicht, was das Ergebnis angeht, aber der Speed ist da, das Auto ist schnell", erklärt Vettel nach dem Rennen. "Wir konnten einen Schritt nach vorne machen. Wir hätten hier direkt hinter Mercedes einlaufen können. In Anbetracht der letzten Rennen war das schon ein sehr gutes Rennen, der Speed war da, also schauen wir nach vorne."

Doppelpodium ohne Startcrash?

Doch ein gutes Gefühl alleine reicht nicht, um das Ruder in der Weltmeisterschaft wieder herumzureißen. Lag Ferrari nach Baku noch 37 Punkte vor Red Bull, haben die Bullen im Kampf um WM-Platz zwei mittlerweile 22 Zähler Vorsprung auf die Scuderia. "Ich glaube, dass die Pace im Rennen gut war. Aber mein Auto war beschädigt, und ich glaube, dass auch Kimis Auto beschädigt war", erklärt Vettel nach dem Spa-Rennen.


Fotostrecke: GP Belgien, Highlights 2016

"Das war natürlich nicht ideal, um die echte Pace zu sehen. Es war auf jeden Fall gut genug, um sich noch einmal zurückzukämpfen. Ich glaube, dass wir in einem normalen Rennen die Pace gehabt hätten, um Zweiter und Dritter zu werden", gibt sich der Deutsche optimistisch. Doch die Frage, ob Vettel und Räikkönen im Rennen wirklich schneller als die Red Bulls gewesen wären, wird unbeantwortet bleiben.

Schließlich wurden nicht nur beide Ferraris in der ersten Kurve beschädigt, auch Max Verstappen bekam einen Schlag ab. Und dass Daniel Ricciardo am Ende Zweiter hinter Nico Rosberg wurde, zeigt, dass auch die Bullen keinen schlechten Speed hatten. Nun muss Ferrari versuchen, das Ruder beim kommenden Heimrennen in Monza wieder herumzureißen. "Die Punkte sind überall gleich, egal wo du bist", weiß Jock Clear.

Marchionne erhöht den Druck

"Aber wir wissen alle, dass das nicht für Monza gilt. Die Motivation, mit viel Selbstvertrauen dort hinzureisen, ist natürlich groß. Dort ist Ferrari immer stark - nicht nur, weil es das Heimrennen ist, sondern weil die Autos hier besonders gut funktionieren", so der Ferrari-Chefingenieur. Auch Teamchef Maurizio Arrivabene blickt nach dem Auftritt in Spa "positiv" auf Monza.


Fotos: Großer Preis von Belgien, Technik


Doch ist man bei Ferrari wirklich zuversichtlich oder handelt es sich hier eher um Zweckoptimismus? Schließlich würde es nicht zum Selbstverständnis der Roten passen, den Sieg beim Heimrennen bereits im Vorfeld abzuschreiben. Dazu passt auch, dass Sergio Marchionne den Druck auf das Team öffentlich noch einmal erhöht hat. Der Präsident will keine weiteren Misserfolge akzeptieren.

"Jeder, der keine Resultate abliefert, sollte gehen. Diese Regel gilt für alle - auch für mich", stellte Marchionne am Wochenende klar. "Wir wollen die Ziele erreichen, die wir uns gesetzt haben", so der Ferrari-Präsident. Doch wie sehen diese Ziele überhaupt aus? Der WM-Zug ist bereits lange abgefahren, und nun läuft man sogar Gefahr, die Weltmeisterschaft hinter Red Bull nur auf Rang drei zu beenden. Der letzte Sieg liegt mittlerweile bereits fast ein Jahr zurück.

Wann kommt die Motorenstrafe?

Zum bis heute letzten Mal stand Vettel im September 2015 in Singapur ganz oben auf dem Siegertreppchen. Es ist eine Durststrecke, die für die ambitionierten Italiener so eigentlich nicht akzeptabel ist. Zumal es zu Saisonbeginn noch danach aussah, dass Ferrari Mercedes - zumindest hin und wieder - herausfordern könnte. Stattdessen scheinen die Silberpfeile aktuell noch weiter weg zu sein als im Vorjahr.


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Und dann ist da auch noch die angespannte Motorensituation: Bei Kimi Räikkönen wurde am Wochenende bereits die fünfte MGU-K eingebaut. In dieser Hinsicht befindet sich der Finne damit bereits am Limit. Und auch davon abgesehen haben Räikkönen und Vettel bei den meisten anderen Komponenten der Power-Unit bereits vier Einheiten eingesetzt und dürfen damit nur noch einmal straffrei wechseln.

Ist eine sechste Antriebseinheit - und damit eine Grid-Strafe - im weiteren Saisonverlauf also unvermeidlich? "Es wird mit Sicherheit sehr eng, denn wir haben in Bahrain einen Motor verloren, der sehr wenige Kilometer hatte. Das heißt normalerweise, dass man später im Jahr den sechsten Motor braucht", weiß Vettel. Zumindest in Monza möchte man bei Ferrari allerdings noch keine Strafe nehmen. Schließlich könnte ein gelungenes Heimspiel eine ansonsten durchwachsene Saison zumindest wieder etwas geradebiegen.

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