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Singapur als Prüfstein: Hat Mercedes das Bouncen jetzt im Griff?

Vor Singapur hätte Mercedes zu Saisonbeginn sicher Angst gehabt, doch zeigt die unebene Strecke jetzt, dass die Silberpfeile Fortschritte gemacht haben?

(Motorsport-Total.com) - Ob Mercedes das Thema Porpoising endlich im Griff hat, könnte sich an diesem Wochenende in Singapur zeigen (Formel 1 2022 live im Ticker). Zwar wurde die Strecke neu asphaltiert, dennoch erwarten einige Teams an diesem Wochenende wieder Probleme mit der unebenen Strecke - und das lag dem Mercedes W13 in dieser Saison gar nicht.

George Russell (Mercedes W13) beim Formel-1-Rennen in Baku

In Baku hatte Mercedes ziemliche Probleme mit dem Porpoising Zoom

Wann immer es auf Strecken ging, die nicht glatt wie ein Babypopo waren, hatte Mercedes große Probleme. Doch seit dem letzten großen Problemrennen in Kanada ist einige Zeit ins Land gegangen, in der Mercedes an seinen Schwierigkeiten mit dem Bouncing gearbeitet hat. Ob die Arbeit gefruchtet hat, könnte Singapur beweisen.

"Was gegen uns spricht, sind die Unebenheiten dieser Strecke", weiß George Russell. "In diesem Jahr hatten wir mit den Straßenkursen in Monaco, Aserbaidschan und Montreal eindeutig Probleme."

Er betont aber auch: "Wir haben in dieser Hinsicht eine Menge Fortschritte gemacht. Hier wird sich zeigen, ob die Fortschritte, die wir bei der Fahrbarkeit gemacht haben, auch in Leistung umgesetzt werden."

Der Brite geht aber nicht unbedingt davon aus, dass Mercedes in Singapur das Leistungsniveau von Zandvoort und Budapest erreicht, auch wenn die Strecke dem Team eher entgegenkommen sollte. "Was für uns spricht, ist das High-Downforce-Set-up", sagt er. "Unser Auto scheint mit höherem Abtrieb besser zu funktionieren als mit niedrigerem", sagte er.

"Zudem ist Red Bull sehr effizient, was den Speed auf den Geraden angeht, aber das kommt hier nicht so zum Tragen. Ihr Vorteil wird also geringer sein", glaubt Russell. "Ich bin ziemlich zuversichtlich, dass wir konkurrenzfähiger sein werden, als wir es in Monza und Spa gesehen haben."

Am Samstag konkurrenzfähiger?

Ein wichtiges Thema dabei dürften die Reifen sein, mit denen Mercedes bislang vor allem über eine Runde Probleme hatte und dadurch im Qualifying regelmäßig nicht die gewünschte Leistung gebracht hat. Doch laut Russell haben die Silberpfeile an dem Problem gearbeitet. Ganz behoben habe man es aber nicht.

"Das war mit Sicherheit unsere größte Herausforderung", sagt er. "An den Samstagen sind unsere Leistungsschwankungen natürlich beträchtlich. Das ist wahrscheinlich das einzige Element unseres Autos, das wir noch nicht in den Griff bekommen haben."


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"Im Vergleich zu den Teams aus dem Mittelfeld verstehen wir wahrscheinlich, warum sie am Samstag konkurrenzfähiger sind als wir und am Sonntag weniger, aber im Vergleich zu Ferrari und Red Bull fällt es uns immer noch schwer zu verstehen, warum sie im Qualifying manchmal so einen großartigen Job machen, während wir noch ein bisschen mehr zu kämpfen haben", so Russell.

"Aber jedes einzelne Rennen ist für uns eine Gelegenheit, weiter zu lernen. Und ich denke, wenn wir ein Auto haben, in das wir als Fahrer mehr Vertrauen haben, wird uns das auch ein paar zusätzliche Zehntel bringen, die den Unterschied im vorderen Mittelfeld ausmachen können, um im Kampf mit der Spitzengruppe dabei zu sein."

Singapur als frühere Angststrecke

Singapur selbst galt in den vergangenen Jahren immer als eine der größten Schwachstellen von Mercedes, auch wenn sich das mit vier Siegen bei sechs Rennen in der Turboärä statistisch nicht unterfüttern lässt.

Doch Lewis Hamilton sagt: "Ich würde definitiv sagen, dass es eine Strecke war, auf der wir uns ziemlich schwer getan haben", so der ehemalige Weltmeister. "Ich glaube nicht, dass es an der Aerodynamik lag, sondern eher an der Fahrbarkeit. Wir waren einfach nicht so gut wie einige der anderen."


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"Wir werden an diesem Wochenende herausfinden, ob das eine echte Philosophie oder eine echte Theorie ist. Ich glaube, sie haben einige Teile der Strecke neu asphaltiert, sodass sie hoffentlich nicht mehr so uneben ist wie zuvor", sagt der Brite.

Zu den Aussichten für das Rennen fügt er hinzu: "Wir hoffen, dass das Auto hier besser funktioniert. Aber wie gesagt, es hängt wirklich davon ab, wie holprig es ist. Und die Unebenheiten bringen das Auto in vielen Fällen aus dem Gleichgewicht."

"Wir wissen, dass es uneben sein wird. Vielleicht ist es für das Auto in Ordnung. Vielleicht auch nicht. Ich habe also keinerlei Erwartungen, ich werde einfach versuchen, das beste Wochenende zu haben, egal was auf uns zukommt."

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