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Sebastian Vettel verteidigt Ferrari: "Das geht auf meine Kappe"

Warum Sebastian Vettel die umstrittene Ferrari-Strategie verteidigt, was er sich selbst vorwirft und wieso sogar der Sieg beim Monaco-Thriller möglich gewesen wäre

(Motorsport-Total.com) - Hätte? Wäre? Wenn? Der Grand Prix von Monaco reiht sich nahtlos in Sebastian Vettels durchwachsene Saison 2016 ein: Der Ferrari-Star zeigte alleinfahrend kurz sein Tempo, kam aber am Ende nicht über Platz vier hinaus. Und der ohnehin schon enorme Druck auf der Scuderia wird von Rennen zu Rennen unerträglicher. Jetzt stellt sich Vettel schützend vor seine Truppe und nimmt die Schuld auf sich: "Das Ergebnis geht auf meine Kappe."

Felipe Massa, Sebastian Vettel

Sebastian Vettel biss sich trotz besserer Reifen an Massa die Zähne aus Zoom

Während die Ferrari-Strategie, Vettel schon in der 13. Runde mit Intermediates auszustatten, wodurch er lange hinter dem Williams von Felipe Massa feststeckte, in der Kritik steht, meint Vettel: "Wir waren beim ersten Stopp sehr aggressiv, und es war die richtige Entscheidung. Wenn ich die Lücke kreiere und vorbeikomme, dann geht sich das ganz gut aus - also mindestens für Platz drei. Ich hättte definitiv ein Podium im Sack gehabt." Doch zum entscheidenden Überholmanöver kam es nie. Nur einmal war der Ferrari kurz vorbei, da Vettel die Schikane abkürzte, musste er Massa wieder durchlassen.

"Ich war auf dem schnelleren Reifen, ich weiß, dass Überholen hier sehr schwierig ist, aber trotzdem muss man irgendwie einen Weg vorbei finden, aber ich habe ihn leider nicht gefunden", spielt Vettel darauf an, dass er mit frischen Intermediates um zwei Sekunden schneller fahren hätte können als Massa, der auf alten Regenreifen das Feld aufhielt.


Fotostrecke: GP Monaco, Highlights 2016

"Das fuchst mich schon, denn dadurch haben wir das Rennen verloren", ärgert sich der aktuelle WM-Fünfte. "Ich habe vielleicht am Anfang den Moment verpasst, war ein bisschen zu vorsichtig. Auf der anderen Seite, war es bei diesen Bedingungen unheimlich schwer, den Tick zu spät zu bremsen. Somit habe ich relativ viel Zeit verloren, und so gab es die Chance für die Leute dahinter, ran- beziehungsweise vorbeizukommen. Dabei waren wir alleinfahrend kurz wirklich gut unterwegs."

Die Entscheidung des Williams-Teams, Massas Wechsel sieben Runden hinauszuzögern, kostete Vettel viel Zeit und sorgte dafür, dass sich Sergio Perez und Nico Rosberg nach deren Stopps vor dem Ferrari-Piloten hielten. "Ich weiß nicht, warum sie so lange draußen geblieben sind", wundert sich Vettel über die Strategie des Brasilianers.

"Falsche" Williams-Strategie verhagelte Ferrari das Rennen

"Es machte gar keinen Sinn zu zögern und mit den Regenreifen weiter zu fahren. Wenn er zum für ihn richtigen Zeitpunkt gestoppt hätte, hätten wir vielleicht sogar die beiden Spitzenreiter jagen können." Albträume, in denen Massa vorkommt, werde er aber nicht haben: "Er hat ja nichts falsch gemacht."

Auch Teamchef Maurizio Arrivabene verteidigt die Strategie seines Rennstalls gegen die bohrenden Fragen der Reporter: "Diese aggressive Strategie, früh auf Intermediates zu wechseln, war die einzige Chance, Positionen gutzumachen. Es bringt nichts, sich über andere Fahrer zu beschweren, die uns aufgehalten haben."

Der Italiener macht auch das mäßige Qualifying-Ergebnis - Vettel musste sich Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo und beiden Mercedes geschlagen geben - für die Schlappe verantwortlich: "Mit einem besseren Qualifying wäre auch das Endergebnis besser gewesen."

Warum Vettel auch an Perez nicht vorbeikam

Felipe Massa, Sebastian Vettel, Nico Hülkenberg

Felipe Massa machte sich vor Sebastian Vettel besonders breit Zoom

Doch warum kam Vettel nach dem Verschwinden der rollenden Schikane Massa nicht am Force India von Sergio Perez, der sensationell Dritter wurde, vorbei? Der Ferrari-Pilot spielt auf Zeit und hoffte, dass die Piloten auf Ultrasoft-Pneus gegen Rennende Probleme bekommen.

"Ich wollte meine Reifen nicht verheizen, weil ich nicht wusste, ob es die Jungs vorne mit dem Ultrasoft-Reifen überhaupt durchschaffen", erklärt Vettel. "Ich habe gewusst, dass wir dann vor ihnen liegen würden, also habe ich nicht versucht, die Lücke zuzufahren, sondern gehofft, dass ich am Ende größere Schritte machen kann." Doch auch diese Hoffnung Vettels erfüllte sich nicht. Einziger Trost: Durch den enttuschenden siebten Rang von WM-Leader Nico Rosberg fehlen Vettel auf die Führung "nur" noch 46 Punkte.

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