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Sebastian Vettel: Kann verstehen, dass Kimi sauer ist

Sebastian Vettel freut sich über seinen Sieg in Monaco, hat aber Verständnis für kimi Räikkönens Ärger - Eine Teamorder schließt er weiterhin aus

(Motorsport-Total.com) - Trotz seines besten Saisonergebnisses war Kimi Räikkönen heute einer der unglücklichsten Menschen im Fahrerlager. Der Finne hatte seinen ersten Sieg seit mehr als vier Jahren im Visier und schien von der Pole-Position aus eine gute Chance zu haben. Doch Sebastian Vettel kam bei der Boxenstopp-Serie vorbei und verwehrte seinem Teamkollegen den Erfolg. Räikkönens Gesicht sprach auf dem Podium Bände.

"Ich verstehe, dass Kimi nicht ganz glücklich ist", hat Vettel Verständnis dafür, dass sich der Finne trotz des Doppelerfolgs für Ferrari nicht richtig freuen kann. "Das wäre andersherum ganz genauso." Rätsel gibt es allerdings darüber, warum Räikkönen unzufrieden ist: Ist es einfach, weil er das Rennen trotz guter Ausgangslage nicht gewinnen konnte? Oder musste er seinen Sieg zugunsten Vettels etwa freiwillig opfern?

Letzterem widerspricht der Heppenheimer mit aller Entschiedenheit: "Es gab keine Teamorder", unterstreicht er. Die Umstände des Rennens hätten ihm heute einfach in die Karten gespielt, weil niemand vorhersehen konnte, dass der Undercut nicht funktionieren würde. Räikkönen kam nach 35 Runden an die Box, nachdem die direkten Konkurrenten Valtteri Bottas (Mercedes) und Max Verstappen (Red Bull) vor ihm gestoppt hatten.

Räikkönen von Button und Wehrlein aufgehalten

Vettel kam erst fünf Runden später, machte in diesen aber so viel Boden gut, dass er vor Räikkönen wieder aus der Box kam. Das sei keine Teamtaktik, sondern normale Strategie gewesen: "Der Plan war, dass er vor mir reinkommen würde. Andersherum wäre es genauso gewesen", unterstreicht er, dass er als erstes zum Reifenwechsel gekommen wäre, wäre er vorne gewesen. Normalerweise ist das auch die bessere Strategie - nicht aber heute.

Sebastian Vettel, Kimi Räikkönen

Der Finne musste seinem Teamkollegen zu Rennmitte die Führung überlassen Zoom

"Man konnte nicht abschätzen, dass es heute andersherum schneller war", verteidigt sich Vettel. Denn während der Deutsche trotz alter Reifen zulegen konnte und Zeiten im mittleren 1:15er-Bereich fuhr, konnte Räikkönen die Zeiten nicht mitgehen. Zum einen musste er die Reifen erst auf Temperatur bringen, zum anderen geriet er in den Verkehr mit Jenson Button (McLaren) und Pascal Wehrlein (Sauber), wodurch er zusätzlich Zeit verlor.

"Es war nicht ideal, hinter einem überrundeten Fahrzeug herauszukommen", kritisiert Räikkönen die Strategie seines Teams. Das hatte ihn an die Box geholt, obwohl man hätte wissen müssen, dass man hinter den beiden Fahrzeugen herauskommen würde. Zwar sagt er, dass er sich als Fahrer hätte widersetzen können, "aber wenn du nicht glaubst, was dir gesagt wird, dann wird es schwierig. Wir versuchen immer so gut wie möglich zu sein."

Vettel: Red Bull macht es auch so

Für Ferrari mag das heute funktioniert haben, doch Räikkönen war in gewisser Weise das Opfer. "Wir werden darüber sprechen, aber ich schätze, dass es für alles im Leben seine Gründe gibt", gibt sich der Finne kryptisch. "Als Fahrer kann ich natürlich tun, was ich möchte, schließlich fahre ich das Auto, aber so funktionieren wir als Team nicht. So einfach ist das."

Auch Vettel sieht das so: "Als Fahrer bekommt man die Nachricht und fährt rein. Du machst den Boxenstopp und gibst dann Gas. Es ist natürlich immer eine böse Überraschung, wenn jemand vor dir herauskommt." Zwar hat das Team diese Entscheidung heute getroffen, doch eine Schuld geben, könne man auch ihm nicht, schließlich hat Red Bull mit Daniel Ricciardo genau das Gleiche gemacht. Der Australier blieb wie Vettel noch draußen, Verstappens Undercut funktionierte hingegen nicht. "Ich weiß nicht, ob Max so glücklich ist. Nicht? Das ist eine Kopie", sagt Vettel.

"Ich fuhr gegen Valtteri, und solange die Lücke groß genug war und die Reifen einigermaßen hielten, sprach nichts dagegen draußen zu bleiben", so der Deutsche weiter. Mit der gleichen Strategie habe er 2012 schon einmal von Startplatz neun aus fast gewonnen. "Manchmal ist es so. Ich nehme es so. Ich bin glücklich, aber ich verstehe und respektiere auch, dass Kimi nicht glücklich ist", meint er.

Kimi Räikkönen will sich auf Verschwörungstheorien erst einmal nicht einlassen: "Ich weiß nur, was passiert ist, als ich im Auto war. Ich habe das größere Bild nicht gesehen. Ich weiß nur, dass wir Zweiter geworden sind. Seb hat gewonnen, das Team hat einen Doppelerfolg. Das ist schön für das Team, aber der Rest ..." Er lässt es offen.

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