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  • 12.11.2011 · 20:45

  • von Dieter Rencken & Fabian Hust

Schwankende Temperaturen: Herausforderung Abu Dhabi

Die Fahrer bekommen es beim Großen Preis von Abu Dhabi mit einer besonderen Herausforderung zu tun: der sich verändernden Asphalttemperatur

(Motorsport-Total.com) - Während den Trainingseinheiten zum Großen Preis von Abu Dhabi hörte man immer wieder Funksprüche, die sich auf das Setup des Autos in Verbindung mit der sich verändernden Asphalttemperatur bezogen. Denn die eine oder andere Änderung, die sich am Nachmittag positiv auf das Auto ausgewirkt hätte, wäre am Abend, wenn die Temperaturen aufgrund der einsetzenden Dämmerung zurückgehen, negativ gewesen.

Witali Petrow

Wenn die Sonne in Abu Dhabi untergeht, fallen auch die Temperaturen

"Wir müssen uns für morgen einen guten Plan überlegen", so Ferrari-Pilot Fernando Alonso. "Wenn das Rennen am Tag startet und bei Nacht endet, wird der Unterschied nicht nur zwei, sondern vielleicht acht oder zehn Grad betragen. Heute war es kein großes Problem, aber das ist definitiv eine einzigartige Sache bei diesem Grand Prix."

Schumacher freut sich auf kühlere Bedingungen

Die Tatsache, dass im Verlauf des Rennens mit deutlich rückläufigen Asphalttemperaturen zu rechnen ist, stimmt Michael Schumacher zuversichtlich, denn der Mercedes geht für gewöhnlich mit den Reifen relativ hart um: "Die Tatsache, dass die Asphalttemperaturen während des Rennens nachlassen, könnte für uns gut sein, da wir hier ein wenig mit den Reifentemperaturen zu kämpfen haben."

Die Auswirkungen der abfallenden Temperaturen bezeichnete Jenson Button im dritten Qualifying-Durchgang als "sehr seltsam": "Die Strecke war etwas kühler, es gab weniger Grip und das Auto verhielt sich anders. Irgendwie war das sogar etwas positiv für mich, denn ich hatte bisher stets zu wenig Abtrieb auf der Vorderachse. Ich hatte immer mit einem nervösen Heck zu kämpfen. Im Qualifying fand ich dann plötzlich reichlich Untersteuern vor. Das kommt mir zwar durchaus entgegen."

Vettel würde das Auto am liebsten verstellen

"Wir würden das Auto während der Session gerne verstellen", so Sebastian Vettel über die sich verändernden Bedingungen auf der Strecke. "Das ist aber nicht möglich. Wir haben weder die Zeit dazu, noch ist es erlaubt. Überraschungen sind halt nicht ausgeschlossen. Jenson beschrieb es vorhin. Er sagte, dass seine Balance zum Untersteuern neigte, doch zuletzt fand er trotzdem den Grip."

"Also ja, der Kurs bot der Vorderachse mehr Grip, doch das mag nicht für alle Fahrzeuge so sein. In meinem Fall war es nicht so. Es gab keinen klaren Trend. Entweder es passte für dich oder es passte eben nicht. Du kannst aber fühlen, dass es schneller geht, wenn es kühler wird und mehr Autos auf der Strecke sind."

Mehr Autos und kältere Temperaturen helfen

"Das sahen wir nach der Pause zwischen Q1 und Q2", so der Weltmeister weiter. "Danach gab es wieder eine kleine Pause, anschließend fuhren nur wenige Autos - nur zehn. Ich weiß aber nicht, ob die letzten Fahrzeuge überhaupt eine gezeitete Runde drehten. Das macht einen Unterschied."

"Durch die kleine Pause und die wenigen Autos auf der Strecke scheint der Kurs etwas langsamer zu werden und die Rennwagen bewegen sich mehr. Es ist schwierig, da einen Trend zu erkennen und zu sagen: 'Okay, die Vorderachse wird stabiler oder das Heck wird stabiler.' Das ist gerade das Schwierige daran. Es ist ein bisschen von Allem."

Sutils Force India wurde es zu kühl

Adrian Sutil hatte mit den anderen Bedingungen zu kämpfen: "Für uns war es ziemlich schwierig, weil die Asphalttemperatur zurückging. Wir hatten aus diesem Grund ziemlich große Probleme, die Reifen aufzuwärmen, besonders die vorderen. Jeder Versuch wurde aus diesem Grund schwieriger."

Pirellis Motorsportdirektor Paul Hembery erwartet, dass die Haftung auf der Strecke im Verlauf des Rennens deutlich zulegen wird: "Im Vergleich zu anderen Rennstrecken in unserem Programm werden hier nicht so viele Rennen abgehalten. Man sieht daher meist eine Verbesserung, wenn 24 Fahrzeuge im Rennen direkt hintereinander über die Ideallinie brettern."

"Das bedeutet, dass der mittlere oder harte Reifen zum Ende hin meist perfekt funktioniert. Ähnliches erwarten wir auch für den Sonntag. Die Temperaturen gehen vielleicht um etwa zehn Grad Celsius zurück, doch damit ist die Strecke vergleichsweise noch immer sehr warm."