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Schuldenkrise: Lotus-Team droht auszubluten

Dem Lotus-Team läuft immer mehr Personal davon, weil Gehälter nicht mehr bezahlt werden können - Gerard Lopez sucht verzweifelt nach einem Ausweg

(Motorsport-Total.com) - Kimi Räikkönen war offenbar nur der Anfang: Weil aufgrund der anhaltenden Schuldenkrise Gehälter nicht bezahlt werden können, droht das Lotus-Team derzeit personell auszubluten. Denn neben dem Superstar im Cockpit, der 2014 zu Ferrari wechseln wird, suchen jetzt auch zahlreiche wichtige Ingenieure einen neuen Job.

Eric Lux und Gerard Lopez

Stehen finanziell mit dem Rücken zur Wand: Eric Lux und Gerard Lopez Zoom

Der Technische Direktor James Allison ist bereits zu Ferrari gewechselt und hat den Aerodynamiker Dirk de Beer im Schlepptau nach Maranello mitgenommen. Im Austausch gegen de Beer wechselte mit Nicolas Hennel auch ein Aerodynamiker von Ferrari zu Lotus, doch das war wohl der einzige Transfer in diese Richtung. Laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' sind derzeit mindestens 20 Lebensläufe von Lotus-Ingenieuren in der Branche im Umlauf, allein rund 15 bei Ferrari.

CFD-Ingenieur Jarrod Murphy, seit 1996 in Enstone tätig, ist laut Formel-1-Blogger Joe Saward der jüngste der Lotus-Abgänge, hat nun bei Mercedes angeheuert. Warum Lotus das Personal davonzulaufen droht, ist spätestens seit gestern kein Geheimnis mehr: "Der Grund, warum ich das Team verlassen habe, ist einzig und allein das Geld. Sie können mein Gehalt nicht zahlen", erklärte "Iceman" Räikkönen im Rahmen der FIA-Pressekonferenz in Singapur.

Wo bleibt das Geld von Infinity?

Das kann nur bedeuten, dass der bereits im Juni verkündete Deal mit dem eher undurchsichtigen Investor Infinity Racing Partners, der eigentlich 35 Prozent des Teams übernehmen wollte, noch immer nicht besiegelt ist. Teamchef Eric Boullier hatte bis zum Schluss dafür gekämpft, den Deal endlich über die Bühne zu bringen und den dringend benötigten Geldfluss zu ermöglichen, um Räikkönen zu halten, ist damit aber ganz offensichtlich gescheitert.


Doch Teameigentümer Gerard Lopez muss noch einen viel größeren Brand löschen: Lotus hat sich in den vergangenen Jahren kolportierte knapp 100 Millionen Euro bei einem mehrheitlich von externen Investoren finanzierten Genii-Capital-Fonds ausgeliehen - ohne Aussicht, dieses Geld in absehbarer Zukunft zurückzahlen zu können. Investor Andrew Ruhan, der den Bärenanteil dieses Geldes gestemmt hat, wurden deshalb schon zwei Prozent der Teamanteile überschrieben.

Lopez bietet mehreren Interessenten 75 Prozent an

Lopez sucht indes im Hintergrund nach Lösungen, bietet unter anderem verschiedenen Interessenten 75 Prozent der Teamanteile für umgerechnet 90 Millionen Euro an. Außerdem werden Möglichkeiten geprüft, Pastor Maldonado samt seiner 35 Millionen Euro Sponsorenmitgift unter Vertrag zu nehmen, was aber am offenbar recht eng gestrickten Vertrag zwischen Williams und PDVSA, der bis Ende 2015 läuft, scheitern könnte.

Bernie Ecclestone, Eric Boullier

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone will den Lotus-Chefs nicht länger helfen Zoom

Hinzu kommt, dass auch 2013 mit einem Verlust in Millionenhöhe gerechnet werden muss, sodass der Schuldenberg eher noch größer als kleiner wird. Sollte Investor Ruhan seine Millionen nicht zurückbekommen, bliebe ihm wohl nichts anderes übrig, als das Lotus-Team komplett zu übernehmen - was er zwar ausdrücklich nicht anstrebt, aber die einzige Möglichkeit sein könnte, das gutgläubig getätigte Investment nicht komplett in den Wind zu schießen.

An den Strohhalm, dass Renault investieren und Lotus als Werksteam übernehmen könnte, sollte sich Lopez laut Branchenkennern ebenfalls nicht klammern. Zwar hätte ein Renault-Werksteam mit Teamchef Alain Prost durchaus Charme, doch der französische Automobilhersteller soll dieser Variante bereits eine Absage erteilt haben, wird gemunkelt - weil zu viel Investment nötig wäre, um Lotus finanziell zu sanieren und in Eigenregie zu betreiben.

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