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Sauber: Räikkönen-Verpflichtung hat "gar nichts mit Ferrari zu tun"

Sauber-Teamchef Frederic Vasseur verrät, dass Ferrari nicht in den Räikkönen-Deal involviert war - Teamkollege des Finnen für 2019 soll sich schon bald klären

(Motorsport-Total.com) - Einige Formel-1-Fans spekulierten nach dem Wechsel von Kimi Räikkönen zu Sauber, dass Noch-Arbeitgeber Ferrari diesen Deal in die Wege geleitet habe. Hintergrund: Sollte Nachfolger Charles Leclerc nicht die gewünschten Leistungen bringen, hätte die Scuderia den Finnen noch in der "Hinterhand". Wie in der vergangenen Woche bereits von 'Motorsport-Total.com' berichtet, entspricht das aber nicht den Tatsachen.

Kimi Räikkönen

Kimi Räikkönen verabschiedet sich nach dieser Saison von Ferrari Zoom

Das bestätigt Sauber-Teamchef Frederic Vasseur nun gegenüber der 'Neuen Zürcher Zeitung'. "Nein, nein, das hat zunächst gar nichts mit Ferrari zu tun", stellt der Franzose klar und erklärt: "Als Räikkönen klar war, dass er im kommenden Jahr nicht mehr für Ferrari fahren würde, hat er seine Beziehungen in unser Team spielen lassen, die er immer noch hat. Es gab einen Telefonanruf von ihm, dann haben wir uns getroffen."

"Die Gespräche haben erst nach dem Rennen vor zwei Wochen in Monza begonnen", verrät Vasseur. Zu diesem Zeitpunkt hatte Ferrari Räikkönen bereits mitgeteilt, dass man sich für die Saison 2019 für Charles Leclerc entschieden hatte. "Wir haben ein Treffen vereinbart, und Räikkönen ist mir sehr ähnlich - er kommt direkt auf den Punkt. Wir haben sehr angeregt, sehr offen diskutiert", berichtet Vasseur.

Räikkönen-Deal in nur vier Tagen eingetütet

"Ich war sehr schnell davon überzeugt, dass er der Richtige für uns ist, denn er war ausschließlich an Themen interessiert, die direkt mit dem Rennsport zu tun haben: Wie entwickelt sich die technische Abteilung bei Sauber? Wie steht es um das neue Auto? Wer werden seine Ingenieure sein? Je mehr wir geredet haben, je mehr war er überzeugt davon, dass Sauber das richtige Team ist", so der Teamchef.


Fotostrecke: Melbourne 2001: Die Rookie-Sternstunde

"Ich wusste nur eins: Den müssen wir uns sichern", schwärmt Vasseur und verrät: "In weniger als vier Tagen haben wir den Deal perfekt gemacht. Das ist für Formel-1-Verhältnisse sehr, sehr schnell." Dass Ferrari nicht involviert ist, bedeutet natürlich auch, dass sich die Scuderia nicht am Gehalt des Finnen beteiligt. Daher ist es wenig überraschend, dass der Weltmeister von 2007 bei Sauber laut Vasseur "mit Sicherheit" weniger verdient als aktuell bei den Roten.

Offen ist noch, wer im kommenden Jahr an der Seite des "Iceman" fahren wird. Der Annahme, dass Ferrari frei über die Besetzung des zweiten Cockpits entscheiden darf, widerspricht Vasseur deutlich. "Nein. Aber wir haben natürlich Diskussionen mit Ferrari, weil Alfa Romeo unser Partner ist", erklärt er. Mit anderen Worten: Ferrari-Junior Antonio Giovinazzi darf sich noch Hoffnungen machen.

Teamkollege: Entscheidung schon in dieser Woche?

Als zweiter Topkandidat neben dem Italiener gilt logischerweise Marcus Ericsson. Namen will Vasseur zwar nicht nennen, doch er erklärt mit einem Lächeln: "Die Liste ist kurz, das stimmt." Und eben weil die Liste so kurz ist, könnte es schon bald eine Entscheidung darüber geben, wer 2019 neben Räikkönen fahren wird. "In den letzten Tagen waren wir alle damit beschäftigt, Kimi an Bord zu holen", erklärt Vasseur.


Fotos: Kimi Räikkönen, Grand Prix von Singapur


"Aber in dieser Woche werden wir uns um den zweiten Fahrer kümmern. Es passiert bald", kündigt er an. Und auch Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene verrät: "Ich denke, dass sich die Zukunft von Giovinazzi in den nächsten paar Wochen klären wird." Während Räikkönen für zwei Jahre bei Sauber unterschrieben hat, ist noch offen, wie lange man den zweiten Fahrer binden wird.

"Wir sind leider nicht wie Ferrari oder Mercedes in der Lage, langfristige Ausbildungsstrategien für Talente zu verfolgen", erklärt Vasseur und ergänzt: "An 2023 zu denken, kann ich mir nicht erlauben. Wir müssen da eher kurzfristig planen. Für mich ist es das Wichtigste, dass wir schnell erfolgreich werden. Je erfolgreicher wir sind, je attraktiver werden wir nicht nur für Sponsoren, sondern auch für Fahrer."

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