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Ross Brawn deutet an: DRS könnte 2021 beibehalten werden

Ross Brawn hat angedeutet, dass das ungeliebte Drag-Reduction-System wohl auch im Rahmen der neuen Regeln, die 2021 eingeführt werden, erhalten bleiben könnte

(Motorsport-Total.com) - Das Drag-Reduction-System (DRS) fährt seit 2011 in der Formel 1 mit. Nach zehn Jahren hätte 2021 damit Schluss sein sollen - doch nun lässt Ross Brawn aufhorchen. Der Formel-1-Sportchef hat nicht ausgeschlossen, dass die Überholhilfe auch mit dem neuen Reglement 2021 umgesetzt und beibehalten werden könnte. Obwohl er zuvor selbst seine Ablehnung gegenüber dem künstlichen Überholvorgang ausgedrückt hatte.

Pierre Gasly

Werden die Formel-1-Piloten auch nach 2021 den Heckflügel noch flach stellen? Zoom

Unter der Führung von Pat Symonds hat Liberty Media von einer Gruppe von Ingenieuren ein Konzept für das Formel-1-Auto der Zukunft ausarbeiten lassen. Erste Entwürfe wurden am Rande des Grand Prix von Singapur öffentlich bekannt. Der Fokus der neuen Regeln, die sich nicht nur auf den Antrieb, sondern auch auf die Aerodynamik beziehen, liegt beim Überholen.

Brawn hat betont, dass Nachforschungen zeigen, dass die Autos einander sehr viel näher folgen können. "Für 2021 haben wir berechtigte Hoffnung, dass die Autos viel besser und dichter einander folgen können. Der schöne Nebeneffekt: Wir könnten die Wirkung von DRS erheblich reduzieren oder es sogar ganz abschaffen. Bis dorthin betrachten wir es aber weiterhin als notwendiges Übel", hatte bereits FIA-Mann Nikolas Tombazis im Mai erklärt.

Allerdings glaubt Brawn nun nicht mehr, dass auf das DRS so einfach verzichtet werden kann. "Ich denke, wir können es in der Hinterhand behalten. Ich hoffe aber, dass wir einen Zeitpunkt erreichen, wo DRS nicht mehr so unverzichtbar ist." Wenn die Autos in der Lage seien, miteinander zu kämpfen, dann sei das System sehr einfach zu behalten - oder eben auch abzuschaffen.

Ross Brawn

Formel-1-Sportchef Ross Brawn stellt sich am Freitag den Fragen der Journalisten Zoom

Das Überholmanöver an sich sei der Höhepunkt eines Zweikampfes, schildert der Brite. Ihm gehe es eher darum, einen großartigen Zweikampf zu haben. "Wenn du Autos siehst, die einander nicht konstant folgen können, weil die Reifen abbauen und weil sie dadurch Performance verlieren, dann sind das keine tollen Kämpfe."

Zweikämpfe können ebenso faszinierend sein, auch wenn der Vordermann seine Position verteidigt und am Ende vorne bleibt, gibt Brawn zu bedenken. "Aber wenigstens sah man ein tolles Duell. Wir müssen uns also anstrengen und den Unterschied zwischen einem Überholmanöver und einem Zweikampf herausarbeiten."

Er zitiert außerdem eine Statistik vom Italien-Grand-Prix, wo die Hälfte der Überholmanöver mit DRS stattgefunden habe, die andere Hälfte ohne die Überholhilfe. "Es gab also viel Action auf der Strecke, das ist aber auch eine einzigartige Strecke. Wir brauchen mehr solche Strecken, wo die Autos gegeneinander fahren können."

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