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Reynard glaubt an Erfolg der Premier1-Serie

Im Interview verrät Robert Synge von Reynard Motorsport Details über das Engagement in der "Konkurrenz-Serie"

(Motorsport-Total.com) - Noch existiert sie zwar nur auf dem Papier, aber geht es nach den Veranstaltern, dann wird am 14. Juli 2002 im
Autodromo Fernando Pires Da Silva in Estoril/Portugal das erste Rennen der Premiere 1 Grand Prix stattfinden. Offiziell abgesegnet von der FIA, will die Premier1 zur aufregendsten Motorsportserie der Welt avancieren und durch das Engagement der Fußball-Clubs zwei Welten die von Leidenschaft und Begeisterung geprägt sind zusammenschweißen. Bislang haben die Fußball-Clubs RSC Anderlecht, Feyenoord Rotterdam, Benefica Lissabon und Leeds United zugesagt ein Team an den Start zu schicken. Wie bei jeder neuen Rennserie, so ist jedoch aller Anfang schwer, und so stehen derzeit noch die Zusagen weiterer Fußball-Clubs, sowie die Komplettierung des derzeit 10 Rennen umfassenden Rennkalenders aus. Darüber hinaus ist über die Piloten der Teams bislang ebenfalls wenig bis nichts bekannt. Bis auf Spekulationen, es könnten vielleicht ehemalige Formel-1-Piloten wie Damon Hill, Mark Blundell, Johnny Herbert und Nigel Mansell für großes Interesse an der Premier1 sorgen, ist derzeit kaum etwas offiziell. Ganz anders sieht es hingegen beim Thema Chassis aus, denn dieses wird Reynard Motorsport konstruieren.

Premier1 Grand Prix

Mitte Juli 2002 will die Premier1-Serie ihr erstes Rennen austragen

Alle Autos werden im Gegensatz zur Formel 1 über die selbe Ausstattung verfügen und die stringenten Sicherheitsanforderungen der FIA erfüllen müssen. Für Reynard Motorsport, die zuletzt in der Formel 1 mit British American Racing zusammenarbeiteten, bedeutet die Premier 1 Grand Prix-Serie eine neue Herausforderung. Robert Synge von Reynard Motorsport ging im nachfolgend publizierten Interview auf die technischen und logistischen Herausforderungen ein, welcher man sich stellt und sprach darüber hinaus über die Gründe, weshalb seiner Meinung nach die Premier1 den Zuschauern eine Menge Action und Spaß bereiten wird.

Frage: "Welche Bedeutung hat der Vertrag den die Premier1 Grand Prix-Serie mit Reynard Motorsport abgeschlosen hat für Sie?"
Robert Synge: "Wir als Firma sind überwältigt vom Konzept der Premier1 Grand Prix-Serie, welche einen aufregenden, motorisierten Sport einem neuen Publikum nahe bringen möchte. Die Idee, die Welt des Fußballs und des Motorsports zusammenzubringen, verdient es einfach Erfolg zu haben und wir wollten diese Idee unterstützen und haben uns deshalb bemüht den Vertrag, die Boliden konstruieren zu dürfen, zu bekommen. Ein Auftrag über 50 Boliden ist für jeden Konstrukteur von Rennfahrzeugen sehr bedeutend. Darüber hinaus passt die Serie aber auch sehr gut zu den von uns ebenfalls betreuten Serien wie ChampCar, Formel Nippon und 675 SportsCar."

Frage: "Wird der Premier1 Grand Prix-Bolide auf dem aktuellen ChampCar oder Formel-1-Chassis basieren?"
Synge: "Auf keinem von beiden, denn es wird ein komplett neues Design sein - mit einem neuen Monocoque und Aerodynamikpaket, welches konstruiert wird um die benötigte Performance zu ermöglichen."

Frage: "Wer wird für die Konstruktion des Boliden verantwortlich sein?"
Synge: "James Bolton ist unser Designer für dieses Projekt und er wird direkt mit John Thompson, unserem Chef-Designer, und mit mit Nick Wirth, unserem Technischen Direktor, zusammenarbeiten. Beide sind zum jetzigen Zeitpunkt in die Design-Konzepte des Boliden stark involviert."

Frage: "Was wird das fortschrittlichste Teil des neuen Autos sein und welche Art Performance erwarten Sie davon?"
Synge: "Der Bolide wird über ein Sechsgang-Getriebe, welches pneumatisch betrieben wird, Schaltwippen und Karbon-Bremsen verfügen. Die vom Auto zu erwartende Performance - offensichtlich abhängig vom Geschick des Fahrers, dem Motor und den Reifen -, wird so nahe an der Formel 1 sein wie wir es umsetzen können. Die Regeln verbieten den Einsatz von elektronischen Fahrerhilfen, weshalb es ein Leistungsmanko in diesem Bereich geben wird. Generell aber ist unsere Absicht die, dass wir ein Auto designen, mit welchem aufregende Rennen, in denen Überholmanöver möglich und fahrerisches Talent erforderlich ist, bestritten werden können."

Frage: "Wie weit ist das Projekt bislang fortgeschritten und wie steht es um die zukünftigen Pläne in Bezug auf Abschluss des Designs, Testfahrten und Verfügbarkeit der Boliden?"
Synge: "Der Design-Prozess läuft bereits und in Kürze werden wir mit einem Modell im Windkanal erste Tests absolvieren. Im April wollen wir mit 2 Autos Testfahrten bestreiten. Anschließend werden wir pro Woche sechs Autos herstellen, um so Ende Juni alle 50 Boliden für die Teilnahme an der Premier1 Grand Prix-Serie ausgeliefert zu haben."

Frage: "Sie haben aufregende Rennen mit Überholmanövern versprochen. Wie werden sie dies durch das Design beeinflussen?"
Synge: "Im Gegensatz zur Formel 1 werden alle Fahrer mit einem identischen Auto, Motor und Reifen unterwegs sein. Der Motor wird 750PS liefern und die Rennen werden kurze, Sprint-Rennen ähnliche Veranstaltungen, wo allenfalls zum Reifenwechsel ein Boxenstopp eingelegt werden muss. Der Verzicht auf die Fahrerhilfen wird dazu führen, dass die Fähigkeiten der einzelnen Piloten mehr zur Geltung kommen und das wird auch Überholmanöver fördern."

Frage: "Wird der Premier1 Grand Prix-Bolide alle Sicherheitsstandards eines Formel-1-Boliden erfüllen?"
Synge: "Ja. Reynard selbst rühmt sich dafür, Autos zu produzieren, welche die vorgeschriebenen Sicherheitsanforderungen erfüllen, wenn möglich sogar übertreffen. Das wird in diesem Fall nicht anders sein."

Frage: "Die Premiere1 Grand Prix-Serie überlegt derzeit auch, ob man eventuell auf Oval-Kursen Rennen austragen soll. Wie beeinflusst diese Überlegung das Design?"
Synge: "Das Auto wird mit dem zu erfüllendem Sicherheitsaspekt im Hinterkopf konstruiert. Unsere Erfahrungen bei den ChampCars werden uns sehr nützlich sein, sollte die Premier1 in den kommenden Jahren auch auf Oval-Kursen Rennen fahren wollen."

Frage: "Welche Art technischer Unterstützung wird Reynard bei den Rennen an den Strecken anbieten?"
Synge: "Wir werden bei allen Rennen und Testfahrten komplette technische Unterstützung zur Verfügung stellen und Ersatzteile parat halten. Unsere eigenen Ingenieure werden den Teams, sofern nötig, helfen mit der Abstimmung und solchen Dingen, jedoch beabsichtigen wir nicht direkt im Auftrag der Teams uns um diese Dinge zu kümmern. Unsere Rolle ist vielmehr die, dass wir die Teams unterstützen und ihnen bei der Arbeit mit den Autos helfen wenn diese Hilfe benötigt wird."

Frage: "Nachdem Sie den Vertrag mit der Premier1 Grand Prix-Serie unterzeichnet haben hat es sicherlich jede Menge interessanter Anrufe deshalb gegeben oder?"
Synge: "Ja. Viele Teams und Fahrer haben ihr Interesse signalisiert in dieser Serie aktiv zu werden und die Meisterschaft zu unterstützen. Es fehlt ganz gewiss nicht an Teams oder Fahrern. In der Tat ist es so, dass wir überrascht waren über die Anzahl derer die in dieser Serie mitmachen wollen."

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