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  • 01.08.2014 · 10:25

  • von Dominik Sharaf

Rette sich wer kann: Caterham, Aserbaidschan, Ecclestone?

Steigt der Staat am Kaspischen Meer noch im August als Sponsor ein? Die Gerüchte eröffnen eine neuen Blickwinkel auf Caterham, wo man beharrlich schweigt

(Motorsport-Total.com) - Die kommerzielle Zukunft des Caterham-Rennstalls scheint interessanter als seine sportliche. Warum die neuen Investoren, die sich an der Rennstrecke durch Formel-1-Haudegen Colin Kolles und Neo-Teamchef Christijan Albers vertreten lassen, die komplette Anonymität vorziehen, bleibt ihr Geheimnis. Wer auf offiziellem Wege nachfragt, der erntet Schweigen - aber selbst auf Radio Fahrerlager laufen nur Spekulationen. Die Konsequenz: Im Paddock kursieren allerlei Gerüchte über das Team.

Kamui Kobayashi

Angeblich wollen die neuen Investoren Caterham über 2014 hinaus unterstützen Zoom

Das jüngste betrifft einen Einstieg des Staates Aserbaidschan in Leafield, mindestens als Sponsor. Nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' sollen auf den Boliden von Kamui Kobayashi und Marcus Ericsson schon unmittelbar nach der Formel-1-Sommerpause in Spa-Francorchamps entsprechende Logos kleben. Caterham wollte das am Freitag auf Nachfrage der Redaktion nicht kommentieren, jedoch sprechen mehrere Indizien dafür, dass die Sache mehr Substanz hat als ein Füller für das Sommerloch.

Erstens: Nach der offiziellen Bekanntgabe des Gastspiels in der Hauptstadt Baku ab der Saison 2016 dürfte Aserbaidschan bemüht sein, sich in der Königsklasse zu etablieren und für den ersten Grand Prix am Kaspischen Meer zu werben. Außerdem denken die Machthaber an die Zeit nach dem Öl und wollen den Tourismus ankurbeln - deshalb laufen schon die Champions-League-Finalisten von Atletico Madrid seit geraumer Zeit mit dem Schriftzug des Fremdenverkehrsamtes über den Rasen.

Deutlich spekulativer ist eine zweite Theorie: Seit den Verhandlungen über das neue Rennen wird Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone eine enge Verbindung nach Baku nachgesagt. Sein Kumpel Flavio Briatore, der jetzt die Serie aus ihrer Zuschauerdebatte retten soll, gilt als Vertrauter und Vermittler. So könnte es der 83-Jährige schaffen, Caterham nach dem Rückzug des langjährigen Besitzers Tony Fernandes durch die Hintertür bei einem Formel-1-Verbleib zu unterstützen. Noch weniger Boliden in der Startaufstellung würden Ecclestone, der offenbar ein Faible für eine Drei-Auto-Lösung hat, sicher nicht schmecken.