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  • 01.04.2015 · 10:25

  • von Dominik Sharaf

Rennfahrer Nicolas Hamilton: "Will mich von Lewis abheben"

Der Bruder des Weltmeisters will inspirieren und trotz Behinderung in der BTCC durchstarten - Familienbande und Medienhype als Bürde, nicht als finanzielle Hilfe

(Motorsport-Total.com) - Lange wurde Nicolas Hamilton nur als lustiger und liebenswerter Begleiter seines Bruders Lewis wahrgenommen, jetzt will der 23-Jährige seiner Laufbahn als Rennfahrer mit einem Engagement in der Britischen Tourenwagen-Meisterschaft (BTCC) zu neuen Höhenflügen verhelfen - und aus dem Schatten des Formel-1-Champions heraustreten. "Ziel ist es, mich von Lewis und seinen Erfolgen abzuheben", erklärt Nicolas im Gespräch mit 'Motorsport.com' - doch es geht um noch viel mehr als das.

Lewis Hamilton

Nicolas Hamilton will aus dem Schatten seines Bruders Lewis heraustreten Zoom

Nicolas leidet an Infantiler Zerebralparese, einer Bewegungsstörung verursacht durch frühkindliche Hirnschädigung. Kurz nach seiner Geburt gingen die Ärzte davon aus, dass er nicht in der Lage sein würde, zu laufen. In jungen Jahren war er deshalb auf einen Rollstuhl angewiesen. "Das Ganze dreht sich nicht nur um das Siegen. Es geht darum, sich trotz Behinderung auf Augenhöhe zu messen", weiß Bruder Lewis und sieht Nicolas vor einer schwierigen Aufgabe. Es gibt nur fünf BTCC-Testtage.

Doch das ist nicht die erste Hürde, der er sich in der Szene stellt. Der in jungen Jahren als neuer Superstar gefeierte Mercedes-Pilot weiß: "Es war nicht einfach für Nic, der Bruder von jemandem zu sein, der in diesem Metier erfolgreich ist. Die Behinderung macht Dinge zehnmal schwieriger ihn als für mich. Aber er ist voller Hingabe und motiviert." Auch der Druck der Medien ist groß, schließlich ruhen auf einem Hamilton stets mehr Augen und Kameras als auf anderen Tourenwagen-Piloten.

Keine finanzielle Hilfe der Familie

"Mir wird viel Aufmerksamkeit zuteil", meint Nicolas, der Vorzüge eines Formel-1-Weltmeisters in der Familie gar nicht nutzt. Er will sich auf dem Wege durchbeißen, den alle Rennfahrer gehen müssen und ein Leuchtturm-Beispiel für alle werden, die für einen Traum kämpfen: "Ich habe Glück: Noch vor sechs Monaten sah es so aus, als würde es nie klappen, weil wir das Geld nicht zusammenbekommen haben. Finanziell hilft mir meine Familie nicht, obwohl die Leute immer damit rechnen."


Fotostrecke: Lewis & Nicole: Eine Liebesgeschichte

Es geht weniger um Resultate als um das Olympische Motto vom Dabeisein. "Als ich klein war, sagte man mir, ich würde nie laufen, geschweige denn ein Rennauto fahren. Mein Augenmerk liegt darauf, mich zu verbessern und langfristig Menschen zu inspirieren", so Nicolas. Lewis fiebert dennoch mit und drückt die Daumen: "Weil ich sein großer Bruder bin, mache ich mir Sorgen und will, dass er so gut wie möglich abschneidet." Tipps kann er sich aber sparen: "Er wollte die Dinge schon immer alleine regeln. Da zeigt sich der Hamilton-Sturkopf - und er ist noch viel dickköpfiger als ich es bin!"

Denn der "kleine" Hamilton wird 2015 erstmals in der BTCC antreten, einen Audi S3 pilotieren und bei vier Saisonstationen mit von der Partie sein. Seine Laufbahn als Rennfahrer hatte er vor vier Jahren begonnen als er im Britischen Renault-Clio-Cup sein Debüt gab und die Saison auf dem 14. Gesamtrang abschloss. Damals war der Hype um Nicolas groß, die 'BBC' begleitete ihn für eine Dokumentation auf Schritt und Tritt. Anschließend blieben sportliche Erfolge aus, weshalb ein Einsatz in der Tourenwagen-EM 2013 seine jüngste Motorsport-Aktivität blieb.

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