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  • 21.05.2015 · 19:16

  • von Dominik Sharaf

Renaults Zukunft: Zeitspiel mit potenziellem "Desaster"

Cyril Abiteboul schiebt eine Entscheidung bezüglich des Formel-1-Engagements auf die lange Bank und spielt Red Bull den Ball zu - Alain Prost warnt beide Parteien

(Motorsport-Total.com) - Mercedes betreibt mit seinen Grand-Prix-Siegen am Fließband bestes Marketing, Ferrari ist aus der Formel 1 nicht wegzudenken und Honda wird nach dem Einstieg bei McLaren die Schotten so fix nicht dichtmachen: Der einzige Antriebshersteller, der wackelt, heißt Renault. Und das bedenklich, schließlich erwähnte Sport-Geschäftsführer Cyril Abiteboul neben dem Werkscomeback auch schon einen möglichen Ausstieg aus der Königsklasse. Im Vorfeld des Monaco-Grand-Prix bleibt die Lage undurchsichtig.

Cyril Abiteboul

Wohin des Weges? Das fragen sich Cyril Abiteboul und Helmut Marko Zoom

Auf eine Entscheidung bezüglich der Zukunft in der Formel 1 angesprochen entgegnet Abiteboul: "Wir haben Verträge, die bis Ende 2016 laufen. Nach meinem Verständnis ist also die Deadline der 31. Dezember 2016." Obwohl er dabei schmunzelt, wird deutlich, dass bei Renault derzeit alles möglich ist. Das meint auch Markenbotschafter Alain Prost bei 'Sky Sports F1' und kokettiert mit anderen Serien, namentlich der Formel E: "Es gibt verschiedene Möglichkeiten", bleibt die Legende unverbindlich.

Obwohl bereits sehr konkret über ein Zusammengehen Red Bulls mit Audi und die Möglichkeit, einen Antrieb in Eigenregie zu produzieren, spekuliert wurde, sieht Prost kaum Alternativen für die Österreicher mitsamt des Junior-Rennstalls Toro Rosso: "Wenn Renault die Formel 1 verlässt, geht Red Bull eventuell auch. Das würde vielleicht beide Teams verschwinden lassen", befürchtet er. "Das wäre ein Desaster." Es genieße aber oberste Priorität, eine Lösung innerhalb der Königsklasse zu finden, so Prost.


Fotos: Red Bull, Großer Preis von Monaco


Bis es soweit ist, kann es noch dauern. "Wir haben keine Frist und wir sind nicht in Eile", zeigt sich Abiteboul demonstrativ gelassen und stellt die Entwicklung des kränkelnden V6-Turbohybrid in den Vordergrund. "Sobald das erledigt ist, können wir uns auf Langfristiges konzentrieren." Prost bezeichnet die sportliche Situation als "beschämend" und hofft darauf, dass Red Bull bei der Stange bleibt.

Abiteboul scheint sich in diesem Punkt angesichts andauernder Kritik an den Gegebenheiten in der Beletage, mehrheitlich von Motorsport-Berater Helmut Marko, nicht so sicher zu sein: "Es geht darum, ob unser Kunde mit dem Reglement klarkommt. Das ist etwas, worüber er sich seine Gedanken machen muss", fordert der Franzose.

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