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Renault: Sergei Sirotkin verdient ein Formel-1-Cockpit

Kurz bevor Renault-Testfahrer Sergei Sirotkin erstmals für Williams testest, lobt Renault-Ingenieur Alan Permane den Russen in den höchsten Tönen

(Motorsport-Total.com) - Seit Frühjahr 2016 gehört Sergei Sirotkin als Entwicklungsfahrer dem erweiterten Aufgebot des Renault-Formel-1-Teams an. Mehr als sechs Freitagseinsätze hat der Russe an Rennwochenenden aber bislang nicht für Renault absolvieren dürfen. Bei der Wahl der Stammfahrer für die Saison 2018 musste er sich ebenfalls hinten anstellen. Nico Hülkenberg und Carlos Sainz haben den Zuschlag bekommen.

Sergei Sirotkin

Sergei Sirotkin wird für den Abu-Dhabi-Test von Renault an Williams ausgeliehen Zoom

Am Mittwoch dieser Woche wird Sirotkin von Renault an Williams ausgeliehen, um sich am Schlusstag des Pirelli-Reifentests in Abu Dhabi den aktuellen Williams FW40 mit Robert Kubica zu teilen. Dass Sirotkin ernsthafte Chancen auf das zweite Williams-Stammcockpit neben Lance Stroll hat, darf aber angezweifelt werden.

Als Favorit auf den Williams-Drive 2018 neben Stroll gilt inzwischen Kubica, der am Dienstag in Abu Dhabi 100 Runden mit dem FW40 abspulte und sich überwiegend zufrieden äußerste. Neben Kubica hat Sirotkin zudem noch Daniil Kwjat und Paul di Resta sowie den laut Toto Wolff mit "geringen Chancen" dastehenden Pascal Wehrlein als Konkurrenten um das Williams-Cockpit. Eine Entscheidung wird für die kommenden Wochen erwartet.

Alan Permane

Renault-Ingenieur Alan Permane hält große Stücke auf Sirotkin, aber es fehlt an Platz Zoom

Bei Renault freilich betont man, wie sehr Sirotkin ein Formel-1-Cockpit verdient habe. "Es ist wahrscheinlich keine Überraschung, dass ich das jetzt sage, weil er für uns arbeitet, aber ich glaube wirklich, dass er das Tempo hat. Die richtige Arbeitseinstellung hat er definitiv. Also sage ich: Ja, wirklich", so Renaults leitender Ingenieur Alan Permane gegenüber 'Motorsport-Total.com' auf die Frage, ob Sirotkin ein Stammcockpit in der Formel 1 verdient.

Was Sirotkins Einsatzzeit im Renault-Cockpit oder besser gesagt den Mangel an dieser betrifft, bedauert Permane: "In diesem Jahr hatte er wirklich Pech mit uns. Wir haben an den Freitagen keine ausreichend gute Arbeit geleistet. Er saß in diesem Jahr viermal freitags für uns im Auto, aber zweimal ging das Auto komplett kaputt."

Dass Permane trotzdem große Stücke auf den 22-jährigen Russen hält, erklärt er damit, dass der sich vor allem im direkten Vergleich zum inzwischen ausgemusterten Jolyon Palmer respektabel geschlagen habe. "Wenn man sich seine Rundenzeiten im Vergleich zu Jolyon ansieht, vor allem in Malaysia im Regen, dann war das für jemanden, der das Auto nicht oft fährt, richtig gut. Er war sehr schnell. Zudem gibt er in der Fabrik sehr gute Feedbacks und arbeitet gerne mit den Ingenieuren."