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Renault-Pleite: Harter Reifen ruiniert Daniel Ricciardos Saisonfinale

Daniel Ricciardo bleibt in Abu Dhabi ohne Punkte, weil die Renault-Strategie nicht aufgeht - Die Aufholjagd des Australiers auf weichen Reifen kommt zu spät

(Motorsport-Total.com) - Renault hat das Saisonfinale 2019 in Abu Dhabi ohne WM-Punkte beendet. Daniel Ricciardo und Nico Hülkenberg kamen nicht über die Plätze elf und zwölf hinaus. Dabei lagen die beiden zu Beginn des Rennens noch in den Top 10. Doch die Strategie sorgte letztendlich dafür, dass der Australier keinen gelungen Saisonabschluss erlebte - und auch keinen besonders spannenden.

Daniel Ricciardo

Auf den weichen Reifen lief es für Daniel Ricciardo noch gut ... Zoom

"Ich weiß, dass Abu Dhabi manchmal nicht das aufregendste Rennen ist. Ich weiß nicht, wie es vorne war, aber mein Rennen war ziemlich langweilig", berichtet er nach dem Rennen und ergänzt: "Ich möchte nicht kritisch sein. Ich sage einfach, wie es war. Manchmal ist das in der Formel 1 eben so." Dabei lief es bis zu seinem ersten Stopp in Runde elf gar nicht so schlecht.

Doch danach ging nichts mehr. "Der harte Reifen hat mein Rennen gekillt. Da hatten wir überhaupt keinen Speed", berichtet er. Er habe auf seiner Outlap aus der Box bereits in Kurve 8 gemerkt, dass der Reifen nicht passe. "Da habe ich schon geahnt, dass es ein ziemlich beschissener Stint wird", winkt er ab. In Runde 42 absolvierte er noch einen weiteren Stopp und wechselte zurück auf Soft.

Keine Punkte, aber zumindest WM-Platz fünf

"Der weiche [Reifen] war viel besser. Aber da war es wohl schon etwas zu spät", ärgert er sich. Ricciardo ging als Zwölfter in die letzte Runde - unmittelbar hinter Teamkollege Nico Hülkenberg und Carlos Sainz. "Ich wusste, dass Nico das letzte Auto in den Punkten ist. Also musste ich zwei Autos überholen. Ich habe sie kämpfen sehen und gedacht, dass ich vielleicht beide schnappen kann", so Ricciardo.


Fotostrecke: Formel-1-Technik: Detailfotos beim GP Abu Dhabi

Letztendlich kam er aber nur noch an seinem Teamkollegen vorbei, was dann "irrelevant" gewesen sei. "Es ist schade, dass heute beide Autos keine Punkte geholt haben", so Ricciardo, der nach dem Rennen sogar fürchtete, dass Renault den fünften WM-Platz noch an Toro Rosso verloren haben könnte. "Zum Glück haben sie es nicht geschafft", atmet er durch.

Die zwei Punkte durch Daniil Kwjat waren zu wenig für die "Jungbullen", Renault schleppte Platz fünf mit sechs Punkten Vorsprung ins Ziel. "Es wäre definitiv ein Tiefschlag gewesen - und ich weiß, dass es finanziell einer gewesen wäre", so Ricciardo, der "erleichtert" ist, dass Renault P5 und die damit verbundenen Millionen gerettet hat. Vor allem sei er jetzt aber "glücklich", dass es bald in die Winterpause gehe.

Ricciardo hinterfragt Renault-Strategie

Das Rennen möchte er bis dahin abhaken. Gleichzeitig hat er aber auch noch ein paar offene Fragen. "Ich möchte wissen, warum der harte [Reifen] nicht funktioniert hat - und noch wichtiger, warum wir ihn überhaupt verwendet haben. Er war bei unserer Strategie nicht erste Wahl", verrät er. Eigentlich sei nämlich eine Einstoppstrategie auf Soft und Medium der Plan gewesen.

"Ich weiß nicht, ob wir das geschafft hätten. Aber der Soft war noch okay, als wir gestoppt haben", berichtet er und erklärt: "Ich denke, wir haben es gemacht, um einen Undercut gegen McLaren zu versuchen. Wir haben den Undercut gegen Carlos auch geschafft, also hat der Teil theoretisch funktioniert." Doch Sainz kam später bekanntlich wieder vorbei - und Renault blieb ohne Punkte.

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