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  • 08.07.2011 · 18:26

  • von Roman Wittemeier & Dieter Rencken

Renault: Neue Auspuffvariante in Sicht

Ernüchterung bei Renault: Nick Heidfeld und Witali Petrow kommen im Regen nicht auf Tempo, neuer Heckflügel funktioniert nicht - Neuer Auspuff schon fertig

(Motorsport-Total.com) - Renault erlebte zum Auftakt des Silverstone-Wochenendes einen Tag zum Vergessen. Nick Heidfeld und Witali Petrow konnten das Tempo der Spitze nicht einmal ansatzweise mitgehen. Im Team rätselt man über die Gründe: Ist der Wagen generell im Regen nicht gut, oder sind es die Auswirkungen des Zwischengas-Verbots? Der Regen am Freitag half nicht, dem Problem wirklich auf die Spur zu kommen.

Witali Petrow

Witali Petrow: Der Gesichtsausdruck zeigt deutlich, wie es am Freitag lief

"Unter diesen Bedingungen waren wir nicht wettbewerbsfähig", sagt Technikchef James Allison ganz deutlich. "Es ist nicht ganz klar, ob unser Auto im Nassen einfach nicht gut genug ist, oder ob es die Auswirkungen des neuen Motorenmappings sind. Unser neuer Heckflügel verliert beim Einlenken an Abtrieb, wir müssen wieder auf eine ältere Variante zurückgehen. Außerdem müssen wir das Setup ändern, weil wir die Reifen nicht auf Temperatur bekommen."

Die Techniker des Teams haben also am Abend sicherlich keine Langeweile. "Typisch britisches Wetter zum Auftakt. Zum Glück wird es wohl am Sonntag besser werden", meint Nick Heidfeld, der in beiden Sessions nur auf Platz 16 kam. "Trockenes Wetter wird unserem Auto entgegenkommen, denn heute waren wir nicht konkurrenzfähig. Bei solch wechselnden Bedingungen waren Tests ohnehin schwierig."

"Wir haben Regenreifen mit Intermediates verglichen und haben kleine Anpassungen bem Setup vorgenommen", sagt der Deutsche. "Ich bin erstmals die neue Streckenvariante gefahren und muss zugeben, dass mir die alte besser gefallen hat. Ich freue mich aber darauf, die neue Variante mal im Trockenen auszuprobieren. Hoffentlich wird das morgen möglich sein."

"Es war heute schwierig, um es vorsichtig auszudrücken", meint Petrow. "Es war frustrierend, nur so wenige Runden fahren zu können. Besonders im zweiten Training, wo ich nur neun Runden absolvierte. Es war nützlich, mit den Regenreifen zu testen. Aber ich hoffe sehr, dass uns das Wetter morgen mehr entgegenkommt. Ich bin immer noch optimistisch für das Wochenende."

Währen die Piloten auf eine Besserung der Wetterlage hoffen, wird im Hintergrund an einer grundsätzlichen Änderung des Autos gearbeitet. Man will womöglich schnell vom radikalen Konzept des Auspuffsystems abrücken, die Abgase erst weit hinten unter das Auto leiten. "Wir müssen uns auf alle Szenarien vorbereiten", sagt Renault-Teamchef Eric Boullier.

"Unser Konzept des Frontauspuffs sollte den Effekt des angeströmten Diffusors optimieren. Wir müssen aber ohnehin nun umdenken, weil so etwas ab dem kommenden Jahr ohnehin verboten sein wird", erklärt der Franzose. "Es liegt noch viel Potenzial in unserer Lösung, aber wir werden angesichts des drohenden Verbots nicht zu viel darin investieren."

"Vielleicht bringen wir schon eine Lösung mit nach Deutschland", sagt Boullier. Nach Silverstone folgt der Grand Prix auf dem Nürburgring. "Wir haben etwas gebaut und bei einem Aerodynamiktest ausprobiert. Wir müssen noch die Vor- und Nachteile aufwiegen, bevor wir über einen möglichen Einsatz im Training entscheiden."