• 10.10.2010 14:15

Renault: Doppelausfall "ärgerlich"

Robert Kubica lag auf Kurs zu einem Spitzenresultat, als sich sein Hinterrad löste - Vitaly Petrov kollidierte schon nach wenigen Metern

(Motorsport-Total.com) - Als Dritter fuhr Robert Kubica in Suzuka los, nach den ersten Metern war er schon Zweiter. Doch noch während der Safety-Car-Phase zur Bergung der Wracks der Erstrundenkollisionen war der Renault des Polen auf einmal als Dreirad unterwegs. Vitaly Petrov kam noch weniger weit. Noch auf der Start-Ziel-Geraden kollidierte er mit Nico Hülkenberg im Williams, bog nach links ab und krachte in die Mauer. Nachträglich bekam er dafür noch eine Strafversetzung um fünf Plätze für Korea aufgebrummt.

Titel-Bild zur News: Robert Kubica

Da war die Renault-Welt noch in Ordnung: Robert Kubica auf Rang zwei

"Mir gelang ein guter Start - ich konnte mich auf Platz zwei schieben", so Kubica. "Während wir hinter dem Safety-Car fuhren, hielt ich die Reifen durch Slalomfahren auf Temperatur, als plötzlich das Auto ausbrach. Ich dachte zuerst, eine Antriebswelle wäre gebrochen, doch dann merkte ich, dass es mit einem Hinterrad zusammenhing. Ich konnte kaum mit dem Safety-Car mithalten, deshalb fuhr ich zur Seite und stellte das Auto ab. Dabei löste sich das Hinterrad vollständig. Ich weiß nicht, ob es sich um ein technisches Problem handelt."#w1#

Petrov konnte die Kohlen nicht aus dem Feuer holen. "Ich startete gut und konnte mich an Felipe Massa vorbeischieben. Dann überholte ich Nico Hülkenberg", erklärt er. "Von rechts zog Nick Heidfeld herüber, deshalb musste ich etwas nach links gehen, um eine Kollision zu vermeiden. Leider berührte ich die Flanke von Hülkenbergs Auto und rutschte von der Strecke."

"Nachdem wir heute Morgen so eine starke Qualifying-Leistung gezeigt haben, ist es umso ärgerlicher, mit leeren Händen abzureisen", erklärte Teamchef Eric Boullier. "Der Renault R30 war das gesamte Rennwochenende über äußerst konkurrenzfähig, und wir freuten uns darauf, dies im Rennen zu bestätigen. Beiden Piloten gelang ein guter Start, doch für beide endete das Rennen viel zu schnell."

"Nach nur drei Runden war die doppelte Enttäuschung perfekt", fuhr er fort. "Wir wissen noch nicht genau, was an Roberts Auto schief ging, aber sein Ausfall ist natürlich besonders frustrierend. Er fuhr hier in Suzuka von der ersten Trainingsminute an außergewöhnlich stark und ich bin sicher, dass er ein gutes Resultat erzielt hätte. Jetzt gilt es, sich wieder zu sammeln und auf das nächste Rennen zu konzentrieren. Korea wird für uns alle eine interessante neue Erfahrung werden."


Fotos: Renault, Großer Preis von Japan


Chefrenningenieur Alan Permane ergänzte: "Das war für uns ein extrem enttäuschendes Rennen. Es tat weh, Robert auf Platz zwei liegend ausrollen zu sehen. Im Moment können wir noch nicht sagen, welcher Defekt genau an seinem Auto vorlag. Wir gehen von einem mechanischen Problem aus, müssen aber erst eine gründliche Untersuchung abwarten. Vitalys Rennen endete sogar noch früher. Er startete gut, doch dann berührte er noch vor der ersten Kurve Hülkenbergs Auto, als er Heidfeld auswich. Dieser Ausgang ist sehr ärgerlich, denn wir hätten heute mit beiden Autos einige WM-Punkte holen können."

"Ein sehr enttäuschender Tag für uns", fügte Rémi Taffin, Einsatzleiter Motoren, an. "Robert fuhr heute Morgen ein exzellentes Qualifying und lag im Rennen auf Rang zwei. Ich bin überzeugt, er hätte definitiv ein Wort um die Podestplätze mitreden können. Außerdem glaube ich, dass Vitaly nach seinem guten Start ebenfalls ein erfolgreiches Rennen gezeigt hätte, doch für ihn endete das Abenteuer Suzuka noch vor der ersten Kurve."

"Es gab das ganze Wochenende über keine Probleme mit den Motoren, und da beide nur so kurz im Renntempo fuhren, ist auch die Laufleistung kein Thema. Wir werden beide RS27-V8 in 14 Tagen in Korea wieder einsetzen, wo wir hoffentlich mit besseren Ergebnissen belohnt werden", schloss er ab.