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Red Bull verleiht sich Flügel: "Wollen Mercedes attackieren"

"Red Bull ist die zweite Kraft hinter Mercedes," warnt Niki Lauda - Auf dem Aerodynamik-Kurs in Suzuka möchte Red Bull den Status der Nummer Zwei festigen

(Motorsport-Total.com) - Mit dem ersten Doppelsieg von Red Bull nach knapp drei Jahren, meldet sich der Rennstall in Malaysia stark zurück. Seit Brasilien 2013 wartet das Team auf einen solchen Doppeltriumph. Zwar scheint der Gewinn der Fahrer- und Teamwertung nur noch eine Formsache für Mercedes zu sein, Red Bull steckt aber sein Revier als klare Nummer Zwei der drei Topteams ab. Größter Verlierer ist Ferrari: Die Italiener liegen mittlerweile 46 WM-Punkte hinter Red Bull und müssen sich bei noch fünf offenen Rennen in der Formel 1 2016 langsam um die Vizeweltmeisterschaft sorgen.

Der bereits am kommenden Wochenende anstehende Grand Prix von Japan gilt als eher "Red-Bull-affine" Aerodynamik-Strecke. "Suzuka sollte uns liegen. Das ist ein toller Kurs, den auch die Fahrer lieben. Hoffentlich haben wir da ein weiteres starkes Wochenende," möchte Teamchef Christian Horner den Doppelsieg-Schwung ins Land der aufgehenden Sonne mitnehmen.

"Red Bull ist die zweite Kraft hinter Mercedes. Ferrari sind durch den Vettel-Ausfall ordentlich Punkte an Red Bull verloren gegangen. Die werden dann wahrscheinlich zweiter in der Kontrukteursmeisterschaft. Das war ja auch deren Ziel, Ferrari zu besiegen," sieht Niki Lauda bei Ferrari die roten Alarmglocken schrillen. Doch auch Mercedes scheint nicht mehr unerreichbar, was der - wenn auch mit Pech eingefahrene - dritte Platz von Nico Rosberg in Malaysia zeigt. "Die sind immer stark einzuschätzen", warnt Mercedes-Teamchef Toto Wolff vor zu viel Arroganz seines Rennstalls.

"Ball flach halten und nach Suzuka gehen"

"Die haben diesmal das Glück des Tüchtigen gehabt. Nicos Rennen war in der ersten Kurve eigentlich entschieden und Lewis hat in Führung einen Motorschaden gehabt. Ehre, wem Ehre gebührt. Die sind erster und zweiter geworden. Sie kommen näher, das wissen wir auch. Gleichzeitig sollten wir aber nicht über die Meisterschaft sprechen, denn das tut uns nicht gut. Ball flach halten und nach Suzuka gehen," verfällt Wolff dennoch nicht in Panik - mit 194 WM-Punkten Vorsprung gegenüber Red Bull lässt es sich weiter gut schlafen.


Großer Preis von Malaysia

Max Verstappen und Daniel Ricciardo mischten den Grand Prix von Malaysia mit packenden Zweikämpfen auf. Red Bull ließ die beiden ohne Stallorder fahren - trotz Gefahr einer internen Teamkollegenberührung. "Ich hatte vor dem Rennen nicht erwartet, dass wir mit beiden Autos vor Ferrari sein könnten," zeigt sich Malaysia-Sieger Ricciardo überrascht. "Die schienen in der Qualifikation etwas stärker. Zudem fühlte ich mich mit meinem Auto zunächst noch nicht richtig wohl. Dann ist uns aber eine gute Überraschung gelungen. Die Updates am Boliden scheinen in die richtige Richtung gegangen zu sein. Max und ich pushen uns gegenseitig und fahren beide auf einem guten Level."

Ex-Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel zählt mit 130 Punkten, die der Deutsche in Japan bisher eingefahren hat, zu den erfolgreichsten Piloten in Suzuka - die Red-Bull-Aerodynamik dürfte ihm dabei geholfen haben. Immerhin siegte Red Bull bereits viermal auf dem Kurs. Mit Red Bull stand der Deutsche 2012 und 2014 ganz oben auf dem Treppchen, Mercedes siegte mit Hamilton in den vorigen beiden Saisons.

Ferrari ist nicht genug

Max Verstappen, Daniel Ricciardo, Nico Rosberg

194 Zähler beruhigen: Nico Rosberg (rechts) muss ansehen, wie Red Bull anrast Zoom

Ein Ferrari-Sieg war in den letzten fünf Jahren aber nicht drin. "Da hängen immer viele Faktoren zusammen, je nachdem wie Reifen und Chassis zusammenpasst," weiß Dr. Helmut Marko vom Red-Bull-Team.

"Aber generell ist die Tendenz seit einigen Rennen, dass wir immer näher an Mercedes herankommen. Suzuka ist ein Kurs, der uns liegt - genauso wie Amerika und Mexiko. Angst haben wir vor den letzten zwei Rennen. Wir werden wieder eine ähnliche Strategie fahren und auf das Maximum gehen und dabei nicht nur versuchen, vor Ferrari zu sein, sondern nach Möglichkeit auch versuchen, Mercedes vor uns zu attackieren," zeigt sich der Österreicher selbstbewusst und scheint damit auf dem besten Wege die starke Nummer Zwei hinter Mercedes zu bleiben.