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Red-Bull-Teamchef verteidigt Pirelli: "Kein leichter Job"

Red-Bull-Teamchef Christian Horner übt großes Verständnis für die knifflige Lage von Pirelli: Spannung erzeugen, aber auf allen Strecken das passende Maß finden

(Motorsport-Total.com) - Seit dem Grand Prix von Belgien 2015 ist Pirelli wieder in aller Munde. Der italienische Exklusivpartner der Formel 1 steht seit den Reifenplatzern von Spa-Francorchamps in der Kritik. Bei einem Meeting zwischen Bernie Ecclestone, einigen Fahrern (unter anderem Hauptkritiker Sebastian Vettel) und den Teamverantwortlichen von Ferrari, Mercedes und Red Bull wurde ein Burgfrieden verordnet. Man habe etwaige Probleme nicht in der Öffentlichkeit zu diskutieren, so Ecclestones klare Ansage.

Pirelli-Reifen

Pirelli stand in den vergangenen Wochen wieder einmal in der Kritik Zoom

"Es war ein bisschen zu heftig", meint Red-Bull-Teamchef Christian Horner über den Wutausbruch seines ehemaligen Schützlings Vettel nach dessen Ausfall in Spa-Francorchamps. "Was ist denn passiert? Ein Fahrer steigt nach einem Ausfall enttäuscht aus dem Auto, reagiert dann natürlich emotional, wenn man ihm sofort einige Mikrofone unter die Nase hält. Es ist doch klar, dass er seiner Enttäuschung in einer solchen Situation Ausdruck verleiht."

Die klaren Worte von Vettel seien nicht das gewesen, was Pirelli und Ecclestone am übelsten aufgestoßen sei. "Pirelli hat sich eher daran gestört, was danach passiert ist", sagt Horner und meint die anschließende Kritik von weiteren Fahrern und aus Reihen einiger Teams. Daher habe das Meeting mit Ecclestone in der Woche vor dem Grand Prix von Italien in Monza eine "reinigende Wirkung" gehabt, meint der Brite.

Ein Meeting mit "reinigender Wirkung"

"Es war ein sehr gutes Meeting. Jeder hat seine Sorgen und Bedenken hervorbringen können, Pirelli hatte gute Argumente bei den Erklärungen. In solch einer Atmosphäre kann man Fortschritte erzielen", erklärt Horner. Pirelli hatte sich offensiv verteidigt und nicht nur Erklärungen für die Reifenschäden von Vettel und Nico Rosberg in Belgien gegeben. Die Formel 1 bekomme die Reifen, die man sich wünsche, heißt es vom Pneuhersteller.


Fotos: Großer Preis von Italien


"In Monza haben wir doch gesehen, dass Rennen mit Einstopp-Strategien nicht gerade besonders aufregend sind", stimmt Horner in den Pirelli-Gesang mit ein. "Man muss das passende Maß finden mit zwei oder drei Stopps, wobei beide Strategien irgendwie funktionieren sollten. Wenn man quasi das ganze Rennen auf einem Satz Soft oder Medium fahren könnte, dann wird kein spannender Grand Prix daraus."

"Für Pirelli ist es nicht leicht, diese Balance zu finden", übt der Red-Bull-Teamchef Verständnis. "Jede Strecke hat eine andere Beschaffenheit, die Randsteine sind überall unterschiedlich. Und wenn es irgendwo kein Kiesbett gibt, dann nutzt ein Fahrer selbstverständlich jeden Millimeter, der geht. Man muss sich nur mal Eau Rouge anschauen, wo es jetzt ganz anders aussieht als noch vor zehn Jahren."