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Red Bull: Muss die FIA wieder auf Alternativmotor setzen?

Christian Horner glaubt: Sollten die Hersteller in der Formel 1 keine Einigung in der Motorendebatte finden, könnte die FIA wieder den Alternativmotor ins Spiel bringen

(Motorsport-Total.com) - Die vier in der Formel 1 involvierten Automobilhersteller - Mercedes, Ferrari, Renault und Honda - haben sich in diesem Winter darauf verständigt, die Schwierigkeiten für Kundenteams zu lösen. Auf der einen Seite sollen die Kosten sinken und auf der anderen Seite gewährleistet werden, dass das komplette Feld mit gleichwertigen Triebwerken ausgerüstet wird. Ein diesbezügliches Regelwerk wurde noch nicht niedergeschrieben. Die Deadline wurde bis 30. April verlängert.

Cyril Abiteboul, Christian Horner

Über die Motorenfrage wurde bei Red Bull schon heftig diskutiert Zoom

Sollte es bis dann keine definitive Einigungen geben, müsste sich die FIA laut Red-Bull-Teamchef Christian Horner wieder einem Alternativmotor widmen. "Momentan sieht es zwar nicht danach aus, aber es ist nicht unmöglich", sagt der Brite am Rande des zweiten Wintertests in Barcelona. Es wurden die Lehren aus der Red-Bull-Situation aus dem Vorjahr gezogen. Um ein Haar hätten beide Teams keinen Antrieb bekommen. Mercedes und Ferrari wollten Red Bull kein aktuelles Material geben. Wohl aus Angst, vom Kunden geschlagen zu werden.

Da Red Bull kein Motorenhersteller ist, wird der Rennstall immer ein Kunde eines Herstellers bleiben. Prinzipiell ist das kein Problem: "Wir haben als Renault-Kunde die WM gewonnen, als sie 2010 noch ein Werksteam hatten", verweist Horner. "Das Reglement besagt, dass die Motoren für das Werks- und das Kundenteam gleich sein müssen." Ein eigenes Motorenprogramm kommt für Red Bull nicht infrage: "Das ist nicht das Kerngeschäft von Red Bull. Es würde überhaupt keinen Sinn machen."

Die Situation könnte sich ändern, wenn Red Bull ähnlich wie McLaren eine Partnerschaft mit einem Hersteller eingeht und damit praktisch zu einem Werksteam wird. Die Chancen dafür stehen aber schlecht, denn ein neuer Hersteller ist momentan nicht in Sicht. "Unsere Möglichkeiten sind offensichtlich sehr begrenzt", seufzt Horner. "Wir werden sehen, wie sich die Dinge entwickeln. 2017 kommen keine neuen Hersteller in die Formel 1. Jetzt wäre es für 2017 auch schon zu spät."

Seit Jahren wird die Volkswagen AG mit einem Formel-1-Einstieg in Zusammenhang gebracht. Zwischen Red Bull und dem deutschen Konzern besteht auch ein gutes Verhältnis. Allerdings kam auch heute ein deutliches Dementi: "Formel 1 ist für Audi kein Thema", so die klare Aussage von Entwicklungsvorstand Stefan Knirsch am Rande der Jahres-Pressekonferenz in Ingolstadt. "Wir konzentrieren uns auf die WEC und die DTM. Wir wollen die 24 Stunden von Le Mans im Rahmen einer Meisterschaft gewinnen, in der Elektro- und Hybridtechnologie eine sehr große Rolle spielen."