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Ralf Schumacher sieht neue Chancen für die 'GPDA'

Ralf Schumacher glaubt, dass einige Dinge innerhalb der Fahrergewerkschaft ohne seinen Bruder einfacher gehandhabt werden können

(Motorsport-Total.com) - Am vergangenen Wochenende kam es in Shanghai zum lange erwarteten und immer wieder verschobenen Wechsel in der Fahrergewerkschaft 'GPDA': Die bisherigen Direktoren Michael Schumacher, David Coulthard und Jarno Trulli legten ihr Amt nieder und wurden durch Fernando Alonso, Ralf Schumacher und Mark Webber ersetzt.

Ralf und Michael Schumacher

"Du, Michael, wie macht man das eigentlich als Direktor der 'GPDA'?"

Weil "Schumi I" in Fahrerkreisen immer so etwas wie eine Reizfigur war, glaubt sein jüngerer Bruder, dass nun einige Dinge einfacher gehandhabt werden können: "Wenn bestimmte Personen dabei waren, herrschte immer eine aggressive Stimmung gegen Michael. Ich hoffe, dass sich das beruhigen wird, denn es gab oft diese Vorstellung, dass Michael und Ferrari gesondert behandelt werden. Das ist jetzt vorbei, so dass wir uns wieder auf das Wichtige konzentrieren können", sagte er.#w1#

Schumacher will sich auf die Sicherheit beschränken

"Die 'GPDA' ist stark und kann etwas für die Sicherheit bewegen." Ralf Schumacher

"Die 'GPDA' ist stark und kann etwas für die Sicherheit bewegen, aber eben wirklich für die Sicherheit", fuhr der 31-Jährige fort. "Wir sind nicht hier, um irgendwelche Regeln zu ändern. Wenn sie über das Qualifying und die Regeländerungen sprechen, dann leisten wir gerne unseren Beitrag in der Diskussion, denn wir sind die Jungs, die selbst fahren. Vielleicht können wir etwas bewirken, aber unsere Konzentration gilt der Sicherheit."

Die Fahrer - allen voran Alexander Wurz - hoffen, dass sich die 'GPDA' nun hinter Weltmeister Alonso neu gruppieren kann, denn bisher schränkte man sich wegen der Spannungen mit Schumacher oft selbst ein. Bestes Beispiel dafür war die hitzige Sitzung in Istanbul, wo sich fast alle Anwesenden gegen den Ferrari-Piloten stellten, um dessen kämpferische Fahrweise gegen Pedro de la Rosa und Nick Heidfeld beim Grand Prix von Ungarn zu kritisieren.

Sicherheit bei Testfahrten ein großes Anliegen

"Es gibt ein klares Zeichen, dass wir unglücklich sind." Ralf Schumacher

Unabhängig von solchen Scharmützeln möchten sich die neuen Direktoren nun wieder auf wesentlichere Dinge beschränken: "Es ist offensichtlich, dass etwas getan werden muss", gab "Schumi II" zum Beispiel in Bezug auf die Sicherheit bei Testfahrten zu Protokoll. "Wir verstehen, dass es kommerzielle und finanzielle Einschränkungen gibt, aber es muss sich etwas ändern. Es gibt ein klares Zeichen, dass wir unglücklich sind."

Mit dem neuen 'GPDA'-Chef Alonso kann Schumacher übrigens sehr gut leben: "Fernando ist ein vernünftiger und ruhiger Kerl, der amtierende Weltmeister, womit er in die Gespräche mit der FIA wesentlich mehr Gewicht hineinlegen kann. Zweitens stand er nicht immer voll und ganz hinter der 'GPDA', so dass er nun Gelegenheit hat, mehr über ihre Arbeit herauszufinden und mitzuhelfen", erklärte der Toyota-Pilot.