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Qualifying-Farce: Ecclestone und Todt berufen Sitzung ein

Wie es mit dem Qualifying-Format nach Bahrain weitergeht, wieso Bernie Ecclestone eine Rückkehr zum alten Qualifying verhinderte und was er für die beste Lösung hält

(Motorsport-Total.com) - Die Farce um das Qualifying-Format geht in die nächste Runde: Am Sonntag treffen sich laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' Teamvertreter mit Formel-1-Boss Bernie Ecclestone und FIA-Präsident Jean Todt, um über eine etwaige Änderung nach dem Bahrain-Wochenende zu diskutieren.

Bernie Ecclestone, Jean Todt

Ecclestone und Todt lassen sich das Qualifying nicht von den Teams diktieren Zoom

Eigentlich hatten sich die Teamchefs schon in Melbourne bei einem Treffen mit FIA-Rennleiter Charlie Whiting darauf geeinigt, das missglückte Knock-out-Format ("Reise nach Jerusalem") zu streichen und wieder zum alten Format zurückzukehren, doch Ecclestone und Todt, die nicht anwesend waren, machten den Rennställen einen Strich durch die Rechnung.

Bei einer E-Mail-Abstimmung, die Einstimmigkeit verlangt, wurden ihnen nur eine Beibehaltung des Knock-out-Qualifyings oder eine Rückkehr zum alten Modus ausschließlich in Q3 als Möglichkeiten angeboten.

Weil das nicht der Vereinbarung entsprach, stimmten die beiden Red-Bull-Teams sowie Williams und McLaren aus Prinzip gegen den Hybrid-Modus, weshalb nun eine Wiederholung der Farce von Melbourne mit gähnender Langweile in den Schlussminuten droht.

Warum Ecclestone die "Reise nach Jerusalem" rettete

Doch warum erhält das Knock-out-Qualifying überhaupt eine Galgenfrist? Ecclestone und Todt wollen nicht erneut eine übereilte Entscheidung treffen, sondern sich in Ruhe ansehen, ob das Format womöglich doch Zukunft hat.

"Dann werden wir entscheiden, wie es weitergeht", bestätigt Ecclestone gegenüber 'Autoweek'. Er selbst sei in Australien auch nicht gerade begeistert gewesen, aber da es sich um einen "Prototypen" handelt, brauche man mehr Erfahrungswerte.

"Die ursprüngliche Idee war, dass es ein oder zwei Top-Leute in Q1 und Q2 erwischt", erklärt er, warum das Reglement überhaupt geändert wurde. "Und wenn es morgen regnet, dann könnte das passieren."

Entscheidung der Teams in Melbourne ohne Bedeutung

Die Optik bleibt trotzdem schief, nachdem sich die Teams beim Grand Prix von Australien bereits bei den Zuschauern entschuldigt hatten, die vor Ende des Qualifyings die Ränge verlassen hatten, und sich auf ein sofortiges Ende des Experiments verständigten.


Fotostrecke: Formel-1-Qualifying: Modus im Wandel der Zeit

Das ist Ecclestone allerdings egal. "Sie können sich treffen und reden, worüber sie wollen, aber das macht keinen Unterschied", verweist er auf das Treffen der Teams mit Whiting in Melbourne. "Charlie ist nicht der Chef der FIA. Jede Änderung benötigt einen einstimmigen Beschluss der Teilnehmer, der FIA und uns. Wenn wir alle zu einer Änderung bewegen, dann kann diese durchgeführt werden."

Ecclestones Qualifying-Ideen

Er selbst würde sich ohnedies ein komplett anderes Format wünschen. "Entweder ein Losverfahren, was sie nicht mögen und nicht sehr fortschrittlich ist, oder ein unverändertes Qualifying mit addierten Zeiten. Wenn also jemand auf Pole fährt, dann könnte man auf Basis des vergangenen Rennens oder des WM-Stands zwei oder drei Sekunden anhängen. Dann würde der Pole-Setter plötzlich Zehnter oder Achter in der Startaufstellung sein."

Das würde die Rennen laut Ecclestone deutlich spannender machen. Als Beweis dafür nennt er den Grand Prix von Australien, als Lewis Hamilton nach einem schlechten Start in der ersten Runde auf Rang sechs zurückgefallen war und sich nach vorne kämpfen musste. "Das würde dann in jedem Rennen passieren", zeigt sich der 85-Jährige von seiner Idee begeistert. "Und es würde nicht nur einen Fahrer treffen, sondern zwei oder drei Fahrer müssten sich durch das Feld kämpfen."

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