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"Purer Sozialismus": Williams verdient Budgetgrenze nicht, findet Villeneuve

Wer als Team in der Formel 1 keine Leistung bringt, sollte von den Regeln nicht auch noch bevorteilt werden, meint Ex-Champion Jacques Villeneuve

(Motorsport-Total.com) - 22 Jahre ist es her, dass Jacques Villeneuve und Williams gemeinsam auf dem Formel-1-Olymp standen. An diesen Erfolg konnten beide Parteien seither nicht mehr anknüpfen. Und Villeneuve wird nicht müde, sein ehemaliges Team zu kritisieren. Dieses Mal, weil er die 2021 einsetzende Budgetbegrenzung von zunächst umgerechnet 158 Millionen Euro für nicht richtig hält.

Robert Kubica

Rein von den Ergebnissen her führt Williams nur noch ein Schattendasein ... Zoom

Im 'Journal de Montreal' wettert Villeneuve lautstark gegen Williams und die Ausgabendeckelung der Formel 1: "Was soll denn das, den kleinen Teams zu helfen, die das nicht verdient haben? Hat eine Organisation wie Williams das Recht, so schnell wie Mercedes oder Ferrari zu sein? Die Antwort lautet offensichtlich: nein."

Williams habe sich bereits vor Jahren ins sportliche Abseits manövriert und es stünde dem Team nicht zu, eine auf Regeln gestützte Schützenhilfe zu erhalten, so der frühere Formel-1-Fahrer. "Ganz ehrlich: Williams fährt ja nicht mal in der gleichen Liga. In meinen Augen ist das purer Sozialismus. Die Formel 1 hat Besseres verdient."

Die spezielle Williams-Bilanz

Durch die Budgetgrenze werde sich für Williams rein gar nichts ändern, meint Villeneuve und erklärt: "Williams ist vergangenes Jahr Letzter geworden und hat noch gut 14 Millionen Euro in die eigene Tasche geschoben. Das Management und die Anteilseigner sind zufrieden."


Fotostrecke: Alle Formel-1-Autos von Williams

"Nur die Spitzenteams werden die 158 Millionen Euro ausgeben. Und selbst wenn die Budgetdeckelung bei 45 Millionen Euro liegen würde: Williams würde einfach 20 Millionen ausgeben und weiter Letzter bleiben, sagt Villeneuve und bezeichnet die Situation als "Witz". Sein Fazit: "Da gewinnt niemand."

Bei Williams sieht man das anders. Die stellvertretende Teamchefin Claire Williams etwa nahm das neue Reglement inklusive Budgetgrenze "hocherfreut" zur Kenntnis, wie sie sagte. "Das ist das Regelpaket, das wir sehen wollten", meint sie. "Genau so wollten wir die Formel 1 haben. So bleiben Teams wie wir handlungsfähig."

Allerdings schreibt Williams rote Zahlen: Im ersten Halbjahr 2019 wurde ein Verlust von 18,8 Millionen Euro angegeben, auch der Umsatz ging merklich zurück. Das ist auch eine Folge des schwachen Abschneidens in der Formel 1 in den vergangenen Jahren. (Hier weitere Details dazu abrufen!)

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