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  • 03.09.2013 15:31

Pirelli: Extreme Anforderungen beim Heimspiel

Die Strecke im Königlichen Park von Monza stellt die Reifen auf eine harte Probe: Pirelli hat wie in Spa die Mischungen Hard und Medium dabei

(Motorsport-Total.com) - Für den Grand Prix von Italien in Monza hat Pirelli die gleiche Kombination der Reifenmischungen wie für das zurückliegende Rennen in Spa-Francorchamps nominiert: Hard und Medium. Während auf der Strecke in den belgischen Ardennen vor allem seitliche Fliehkräfte auftreten, belasten auf der Highspeed-Strecke im Königlichen Park von Monza enorme Längskräfte die Reifen. Entsprechend spielen das Reifenmanagement und die vielfältigen Strategiemöglichkeiten auch beim Grand Prix von Italien eine entscheidende Rolle.

Die Parabolica in Monza

Monza heißt Highspeed: Die Parabolica nimmt die Reifen besonders hart ran Zoom

"Monza liegt lediglich eine halbe Autostunde vom Sitz der Konzernzentrale in Mailand entfernt und kann daher mit Recht als Pirellis Heimstrecke bezeichnet werden", sagt Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery nicht ohne Stolz und hält fest: "Es ist leicht zu erkennen, warum der Kurs häufig Hochgeschwindigkeits-Tempel genannt wird. Monza ist die schnellste Strecke der Saison. Auf den langen Geraden und in den schnellen Kurven wirken extreme Kräfte auf die Reifen. Wird darauf nicht geachtet, können Überhitzung und Blasenbildung die Folgen sein."

"Das richtige Reifenmanagement kann daher die Strategie und den Rennverlauf im hohen Maße beeinflussen. Darauf müssen die Teams während des Freien Trainings am Freitag ein besonderes Augenmerk legen", sagt Hembery und stellt heraus: "Nicht nur die Performance der Reifen steht hier auf dem Prüfstand, sondern auch deren Haltbarkeit - zumal sie hier mit überaus hoher Geschwindigkeit über die Randsteine fahren."

Alesi: Richtiger Reifendruck entscheidend

Der langjährige Formel-1-Pilot und heutige Pirelli-Botschaft Jean Alesi weiß genau, wovon Hembery spricht: "Ich liebe Monza und habe hier viele phantastische Momente erlebt. Zweimal stand ich auf der Pole-Position und in schätzungsweise der Hälfte aller von mir auf diesem Kurs gefahrenen Runden führte ich das Feld an. Nur mechanische Probleme kamen mir in die Quere."

"Der Reifendruck darf auf keinen Fall zu niedrig sein." Jean Alesi

"Für die Reifen ist es ein sehr herausforderndes Rennen", betont auch der Franzose. "Kein Kurs der Saison ist schneller, daher müssen die härtesten Mischungen eingesetzt werden. Die Wagen fahren mit wenig Abtrieb und können in den Kurven stark gleiten. Es wird sehr darauf ankommen, dieses Rutschen zu begrenzen, wenn die Reifen möglichst lange halten sollen."

"Auch der richtige Reifendruck spielt in Monza eine wesentliche Rolle. Er darf auf keinen Fall zu niedrig sein. Dies könnte sonst insbesondere durch das harte Überfahren der Randsteine zu Problemen führen, denn mittlerweile werden die Schikanen praktisch gerade durchfahren. Daher ist der richtige Fülldruck auf dieser Strecke noch wichtiger als sonst", weiß Alesi.

Monza und die Reifen

Rund 75 Prozent einer Runde in Monza werden mit Vollgas gefahren. Allerdings gibt es auch Passagen mit harten Bremsmanövern, was die Reifen im hohen Maß belastet. So drosseln die Piloten ihre Wagen in der Einfahrt zur ersten Schikane innerhalb von 150 Metern von 340 km/h auf 80 km/h.

Neben den Highspeed-Geraden gibt es in Monza auch schnelle Kurven. In der Parabolica beispielsweise sind die Fahrer Fliegkräften von 3,7 G ausgesetzt. Die drei Passagen der Strecke, welche die Pneus am stärksten beanspruchen, sind die erste Schikane (starkes Bremsmanöver), die Variante Ascari (schnelle Richtungswechsel) sowie die berühmte Parabolica: eine lange, offene Kurve, in der große Seitenkräfte auftreten.

Je nach Setup erzielen die Formel-1-Boliden auf der Geraden in Monza Geschwindigkeiten bis zu 340 km/h. Die daraus resultieren Kräfte können die Reifen auf 130 Grad Celsius erhitzen - die höchste Temperaturbelastung des Jahres.

Die zwei Bestplatzierten des Vorjahres - Lewis Hamilton im McLaren und Sergio Perez im Sauber - fuhren mit einer Einstopp-Strategie. Dabei hatte Perez von Startplatz 13 aus das Feld von hinten aufgerollt. Hamilton startete auf Medium-Reifen und wechselte dann auf die harten Slicks. Perez machte genau das Gegenteil. Der bestplatzierte Fahrer mit einer Zweistopp-Strategie war Michael Schumacher, der für Mercedes den sechsten Platz herausfuhr.

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