powered by Motorsport.com

Pic sieht sich bei Caterham nicht unter Druck

Charles Pic empfindet keinen Druck, für Caterham die ersten WM-Punkte zu holen und lobt seinen bisherigen Teamkollegen Timo Glock

(Motorsport-Total.com) - Während die meisten Formel-1-Fahrer nach einem Teamwechsel bis zum Jahresende zum Nichtstun verdammt sind, weil der Vertrag mit dem bisherigen Team erst am 31.12. ausläuft, war Charles Pic bereits mehrfach in der Caterham-Fabrik in Leafield zu Besuch, nachdem sich Caterham und sein bisheriges Team Marussia auf eine Freigabe geeinigt haben. Bei den ersten Besuchen Pic standen vor allem Routine-Aufgaben wie das Anmaß des Rennanzugs und die Anpassung des Sitzes auf dem Programm.

Titel-Bild zur News: Charles Pic

Charles Pic blickt zuversichtlich auf sein zweites Formel-1-Jahr Zoom

Außerdem nutzte Pic die Gelegenheit, seine zukünftigen Ingenieure und Mechaniker kennenzulernen. "Es ist wichtig, dass sich Zeit mit dem Team verbringe, damit wir uns bei Beginn der Testfahrten bereits kennen", sagt Pic im Gespräch mit 'formula1.com'. Von den Einrichtungen in Leafield zeigt sich der Franzose beeindruckt: "Die Caterham-Fabrik ist großartig. Ich denke, Caterham hat großes Potenzial. Wir müssen gemeinsam hart daran arbeiten, uns im kommenden Jahr zu verbessern und einen Schritt nach vorne machen."

Druck, nach drei Jahren endlich den ersten WM-Punkt für Caterham zu holen, empfindet Pic nicht: "Natürlich ist unser Ziel, uns im kommenden Jahr zu verbessern, aber ich denke nicht, dass wir unter Druck stehen", so der 22-Jährige.

Glock eine gute Messlatte

Timo Glock, Charles Pic

Von Timo Glock konnte sich Charles Pic einiges abschauen Zoom

Beim Rennen in Brasilien kämpft Pic, damals noch am Steuer des Marussia, mit Caterham-Pilot Witlai Petrow, der mit seinem elften Platz Caterham auf Position zehn der Konstrukteurswertung brachte, von dem das Team Marussia verdrängt. Über die Brisanz dieses Zweikampfs habe Pic während des Rennens jedoch keinen Moment nachgedacht. Seinen zukünftigen Team Schützenhilfe zu leisten, sei für ihn ohnehin nicht in Frage gekommen: "Mein Ziel war, für Marussia den bestmöglichen Job zu machen. Erst nach Brasilien begann meine Arbeit für Caterham.

Auf sein erstes Jahr in der Formel 1 blickt Pic zufrieden zurück: "Es war gut, dass Timo mein Teamkollege war, denn ich musste viel lernen. Daher war es gut, ihn als Messlatte zu haben", sagt Pic, der sich 2013 weiter steigern will. In die Suche nach seinem Teamkollegen, der immer noch nicht feststeht, will sich Pic nicht einmischen. "Das ist nicht meine Aufgabe. Ich bin sicher, Caterham wird die richtige Entscheidung treffen."

Routine macht den Meister

Steigerungspotenzial sieht Pic noch in einigen Bereichen: "Ich würde mich in verschiedenen Situationen gerne schneller anpassen. Darin war Timo wirklich gut, aber dabei hat ihm auch seine Erfahrung geholfen", so der Franzose. 2012 seien viele Situationen für ihn völlig neu gewesen, daher haben er Probleme lösen müssen, die ihm vorher noch nie begegnet waren. Hier sieht sich Pic für das nächste Jahr besser gerüstet. Allerdings erwartet er nicht, dass es einfacher werde: "Es ist niemals einfach, nur anders. Mein Hauptziel ist, mich weiter zu steigern."


Fotos: Charles Pic, Großer Preis von Brasilien


Eine große Hilfe sei ihm in seiner Premieren-Saison Ex-Formel-1-Pilot Olivier Panis gewesen, der im Management des Franzosen tätig ist und ihn bei den meisten Rennen begleitete. "Er konnte mir in vielen Situationen Ratschläge geben. Wenn ich ein Problem hatte, konnte ich ihn immer Fragen."

Nach einem zweiwöchigen Weihnachtsurlaub bei der Familie in Frankreich wird Pic ab Januar wieder viel Zeit in Leafield verbringen, wo er sich im Caterham-Simulator auf die neue Saison vorbereiten wird. "Es ist ein seltsames Gefühl. Normalerweise bin ich immer sehr glücklich, wenn ich zwei Wochen bei meiner Familie verbringen kann. Auf der anderen Seite freue ich mich aber auch schon auf die erste Januar-Woche, wenn ich wieder mit dem Team arbeiten kann."