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  • 13.05.2020 · 13:24

  • von Diego Meija, Übersetzung: Maria Reyer

Perez im Exklusivinterview über Vettel: Eher Rücktritt als Teamwechsel

Racing-Point-Pilot Sergio Perez spricht im exklusiven Interview mit 'Motorsport-Total.com' über Sebastian Vettels Abgang bei Ferrari und dessen Zukunftschancen

(Motorsport-Total.com) - Sebastian Vettel und Ferrari haben die Formel 1 am Dienstag in der Zwangspause in Aufruhr versetzt. Mit der Bekanntgabe haben sich viele neue Fragen aufgetan. Allen voran: Wie geht es mit dem Heppenheimer weiter?

Sergio Perez, Sebastian Vettel

Perez glaubt: Vettel hört eher auf, als noch einmal das Team zu wechseln Zoom

Im exklusiven Interview mit 'Motorsport-Total.com' erläutert Racing-Point-Pilot Sergio Perez, welche Optionen dem viermaligen Weltmeister nach seinem Abgang bei der Scuderia noch bleiben. Außerdem spricht der Mexikaner über die Chancen von Carlos Sainz als dessen Nachfolger.

Frage: "War es eine Überraschung für Sie, dass Sebastian Vettel Ferrari verlässt?"
Sergio Perez: "Ich habe davor gehört, dass es womöglich nicht so gut läuft. Beide Seiten haben sich auseinandergelebt. Ich denke, der Schlüssel dazu war der Leclerc-Faktor. Ferrari setzt alle Hoffnungen in diesen jungen Fahrer, der eine unglaubliche erste Saison mit dem Team abgeliefert hat. Das war der Auslöser für vieles andere."

Frage: "Erwarten Sie, 2021 gegen Vettel zu fahren?"
Perez: "Ich weiß es nicht. Vielleicht hat er während des Lockdown vieles realisiert und sich Zeit genommen, um vieles zu hinterfragen. Es wird davon abhängen, wie sehr er es noch will. McLaren könnte eine Option für ihn sein, um weiterzufahren, aber das bezweifle ich. Das könnte womöglich seine letzte Saison in der Formel 1 werden. Ich kann mir eher vorstellen, dass er aufhört, als dass er zu einem anderen Team geht. Aber ich weiß nicht, was in seinem Kopf vorgeht."


Fotostrecke: "Grazie ragazzi": Sebastian Vettels Ferrari-Momente

Frage: "Haben auch Sie in dieser Zeit über ihre Karriere nachgedacht?"
Perez: "Nein, so weit nicht. Aber natürlich muss man alles in Perspektive setzen. Diese vergangenen Monate waren unglaublich schön mit meiner Familie. Trotz der schwierigen Zeit hatte ich viel Glück, diese Tage erleben zu dürfen. Wir leben normalerweise in dieser Formel-1-Blase, wir fahren andauernd Rennen."

"Dadurch denken wir manchmal, dass das alles ist. Aber wenn man davon ein wenig Abstand nimmt, dann sieht man erst, welche anderen Möglichkeiten es gibt. Das sind wir nicht gewohnt. Das erfüllt einen innerlich. Das beantwortet viele Fragen, etwa wenn man darüber nachdenkt, was nach dem Karriereende sein wird. Dann realisiert man erst, wie großartig das Leben abseits des Rennfahrens ist."

Frage: "Sainz oder Ricciardo - wer wird Vettel bei Ferrari nachfolgen?"
Perez: "Manchmal versteht man nicht, warum ein Fahrer in ein Team passt und ein anderer nicht. Es wird von ihren Interessen abhängen, was [Ferrari] von dem Fahrer im Team erwartet. Wir werden bald erfahren, wer es sein wird. Beide sind gute Optionen für das Team."

"Carlos hatte mit McLaren im Vorjahr eine großartige Saison. Am Ende geht es in der Formel 1 immer um den Moment - die meisten haben nur ein kurzes Gedächtnis. Ich denke, er hat große Chancen und würde den Platz verdienen."

Frage: "Ist ein Angebot von Ferrari immer lukrativ, auch wenn schon eine klare Nummer 1 im Team vorhanden ist?"
Perez: "Nicht für jeden Piloten. Aber es ist dennoch eine einmalige Gelegenheit, für Ferrari zu fahren. Es ist immer noch das Team mit der größten Historie. Aber es gab kürzlich erst große Veränderungen im Team."

"Zuvor haben sie nie so junge Fahrer, wie einen Leclerc, verpflichtet. Jetzt machen sie es. Vielleicht wollen sie auch eine gewisse Rivalität zwischen ihren Fahrern, aber das ist schwierig zu sagen. Wir werden erst sehen, wie die Details aussehen - Laufzeit und so weiter. Generell gilt aber, dass der Platz, der plötzlich frei wird, sehr begehrt ist auf dem Grid."

Frage: "Wie schätzen Sie Carlos Sainz ein?"
Perez: "Ich meine, er ist ein großartiger Profi, ein exzellenter Fahrer und harter Arbeiter. Er versteht viel vom Rennfahren und holt das Meiste aus seinen Möglichkeiten heraus. Aus meiner Sicht ist es hochverdient, dass er als Teamkollege von Leclerc in Betracht gezogen wird. Er ist außerdem noch jung, er hat noch alles vor sich und das ist sicherlich eine einmalige Chance."

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