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Offiziell: Webber und Pizzonia fahren 2003 für Jaguar

Jaguar hat bekannt gegeben, dass man Eddie Irvine und Pedro de la Rosa durch Mark Webber und Antonio Pizzonia ersetzt

(Motorsport-Total.com) - Das Rätselraten um die Besetzung der Jaguar-Cockpits für die kommende Saison hat ein Ende. Das Jaguar-Team gab am Freitag bekannt, dass man in der kommenden Saison mit dem ehemaligen Minardi-Fahrer Mark Webber (26) und dem ehemaligen BMW-Williams-Testfahrer Antonio Pizzonia (22) an den Start gehen wird. Das Team trennt sich mit sofortiger Wirkung von Eddie Irvine, der im Alter von 36 Jahren seine letzte Formel-1-Saison bestritten haben könnte. Außerdem muss der 31-jährige Pedro de la Rosa sein Cockpit trotz Vertrages für 2003 räumen.

Jaguar Racing

Jaguar Racing startet 2003 mit zwei neuen Fahrern Zoom

"Ich freue mich, Antonio und Mark bei Jaguar willkommen zu heißen. Wir versprechen uns eine aufregende, neue Partnerschaft in der Formel 1", so Teamchef Niki Lauda. "Mit Antonio ? oder 'Jungle Boy', wie sein Spitzname ist ? haben wir einen sehr talentierten Rennfahrer, der ohne Zweifel frischen Wind in die Formel 1 bringen wird. Sein Speed und sein Renninstinkt haben ihn für uns sehr attraktiv gemacht und ich habe nur wenig Zweifel daran, dass er dank seiner Fähigkeiten die Etablierten der Szene gehörig aufmischen wird. Mark verfügt auf der anderen Seite über eine solide Formel-1-Erfahrung und hat nun die Chance zu beweisen, zu was er wirklich fähig ist."

"Wir haben zwei sehr verschiedene Charaktere und ich werde sie auf jeden Fall antreiben, um das Maximum aus ihnen herauszukitzeln. Teamorder ist nicht etwas, das wir bei Jaguar anwenden und wenn es Anordnungen gibt, so nur jene, dass sie gegeneinander auf der Rennstrecke fahren sollen ? wie gegen alle anderen natürlich auch! Wir bei Jaguar sind Racer durch und durch und von dem, was ich bisher von Antonio und Mark gesehen habe, bin ich zuversichtlich, dass wir in der kommenden Saison eine sehr konkurrenzfähige Paarung sehen werden."

Nach drei Jahren im Team muss nun Eddie Irvine seinen Platz für die "junge Generation" frei machen: "Ich kann Eddie nicht genug für seine harte Arbeit und seine Widmung während der letzten drei Saisons danken", so Lauda. "Er war vom ersten Tag an bei uns und obwohl es einige schwierige und herausfordernde Zeiten gegeben hat, war Eddie immer konzentriert bei der Sache. Seine Erfahrung, sein Speed und Rennfähigkeiten sind vorbildlich und die Entscheidung, ihn zu ersetzen, reflektiert in keiner Weise seine Fähigkeit als konkurrenzfähiger Rennfahrer."

Pedro de la Rosa war im April 2001 zu Jaguar gekommen, nachdem er von Arrows überraschend zu Saisonbeginn vor die Türe gesetzt worden war und einige Tage als Testfahrer bei Prost gearbeitet hatte. Lauda macht keinen Hehl daraus, dass das Team mit den Leistungen des Spaniers nicht zufrieden war: "Pedro hat leider mit gewissen Teilen des Programms seine Probleme gehabt und es hat einfach ausgedrückt für keine der beiden Seite so funktioniert wie erhofft. Das ist schade, aber so ist die Formel 1 nun einmal. Wir wollten im nächsten Jahr frischen Wind in die Sache bringen und unsere Strategie ist es, auf allen Ebenen Fortschritte zu erzielen."

Mark Webber und Antonio Pizzonia testeten den Jaguar R3 bereits in diesem Jahr im Rahmen eines Fahrerbewertungprogramms. Während Mark Webber zu diesem Zeitpunkt noch bei Minardi fuhr, dessen Teamchef Paul Stoddart seinen Landsmann für den Wechsel aus dem Vertrag löste und dafür von Jaguar eine Kompensation erhalten dürfte, war Antonio Pizzonia BMW-Williams-Testfahrer und ging in der Formel 3000 an den Start.

Pizzonia kommentierte die Vertragsbestätigung aus den USA, wo er sich derzeit auf die Teilnahem am New York Marathon an diesem Wochenende vorbereitet: "Nachdem ich ein solides Jahr als Testfahrer bei BMW-Williams verbracht habe, ist es der logische Schritt, für 2003 einen Platz als Einsatzfahrer zu sichern und diese Möglichkeit von Niki Lauda zu erhalten ist einfach fantastisch."

"Jaguar hat in den letzten Monaten beträchtliche Fortschritte gemacht und zusammen mit der soliden Arbeit, die im Moment erledigt wird, bin ich sehr aufgeregt, in der kommenden Saison für Jaguar fahren zu dürfen. Als Testfahrer habe ich bei BMW-Williams in dieser Saison über 14.000 Kilometer abgespult und mein Ziel ist es nun, diese Erfahrung Jaguar zur Verfügung zu stellen und zu helfen, die Ziele im kommenden Jahr zu erreichen."

Auch Mark Webber kommentierte seine Verpflichtung: "Ich bin wirklich sehr heiß darauf, für Jaguar in der kommenden Saison zu fahren. Es ist einer der emotionellsten und erfolgreichsten Namen im Rennsport und er hat eine lange Motorsport-Geschichte. Als Neuverpflichtung einer völlig anderen Fahrerpaarung im Vergleich zu Vergangenheit habe ich realisiert, dass meine Rolle sehr wichtig sein wird, bei der Hilfe, dem Team zum Erfolg zu verhelfen."

"Im Moment geht es in der Formel 1 phänomenal konkurrenzfähig zu und auf Grund der Tatsache, dass Jaguar ein sehr intensives Entwicklungsprogramm am Laufen hat, ist es wichtig, dass Antonio und ich dabei helfen, über den Winter Fortschritte zu machen, um für die neue Saison gerüstet zu sein, die mit dem überarbeiteten Modus eine sehr aufregende Saison zu werden verspricht. Nachdem ich mit dem Team in Barcelona getestet habe und die Jaguar-Racing-Fabrik besuchte, weiß ich, dass dort eine Menge guter Leute im Team involviert sind und wir alle wissen, was wir für die kommende Saison zu tun haben."

Ab dem 26. November, wenn das Testverbot aufgehoben ist, wird das Jaguar-Team zusammen mit Mark Webber und Antonio Pizzonia die Versuche aufnehmen. Pedro de la Rosa und Eddie Irvine müssen sich unterdessen nach Alternativen umsehen. Die Chancen, dass einer der Fahrer in der kommenden Saison noch als Einsatzfahrer unterwegs ist, sind allerdings eher gering. De la Rosa wurde trotz eines gültigen Vertrages vor die Türe gesetzt und dürfte eine finanzielle Abfindung von Jaguar erhalten haben.

Mit Mark Webber und Antonio Pizzonia hat das Jaguar-Team definitiv zwei junge, schnelle und vor allem hungrige Fahrer. Ob die beiden Fahrer aber bereits über ausreichend Erfahrung verfügen und auch das technische Verständnis mitbringen, um dem Team beim harten Weg in Richtung Formel-1-Spitze zu helfen, müssen sie erst noch unter Beweis stellen.

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