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Nur Reservist: Vandoornes Formel-1-Traum muss warten

GP2-Meister Stoffel Vandoorne träumt weiterhin von einem Stammplatz in der Formel 1, doch vorerst muss er sich wohl mit der Reserverolle begnügen

(Motorsport-Total.com) - Stoffel Vandoorne gilt als eine der größten Aktien außerhalb der Formel 1, doch ein Stammcockpit in der Königsklasse ist für den souveränen Meister der GP2-Serie derzeit nicht wirklich abzusehen. Die Optionen für die Saison 2016 sind mehr als rar: Lediglich Toro Rosso und Manor-Marussia haben noch Plätze frei. Doch ohne Red-Bull-Verbindung ist eine Chance beim Juniorrennstall kaum vorstellbar, und auch bei Manor-Marussia werden andere Kandidaten gehandelt.

Stoffel Vandoorne

Stoffel Vandoorne bleibt wohl 2016 nur die Rolle des Reservisten Zoom

"Wir können es nicht akzeptieren, dass es ein Kerl, der alles gewonnen hat, nicht in die Formel 1 schafft", hatte sein aktueller Teamchef Frederic Vasseur zuletzt verlauten lassen, doch es sieht danach aus, als würde er die aktuelle Meistermisere fortsetzen, denn seit Romain Grosjeans Titel 2011 schaffte kein GP2-Champion mehr den direkten Aufstieg zum Stammpiloten in der Königsklasse.

Als Rettungsanker bleibt Vandoorne zumindest die Position als Test- und Reservefahrer bei McLaren, nachdem man sich von Kevin Magnussen getrennt hat. "Das ist schon einmal eine gute Position", sagt der Belgier, der darauf hoffen könnte, dass Jenson Button seine Karriere am Ende der Saison 2016 beenden wird, um dessen Platz zu übernehmen. Für das kommende Jahr muss sich Vandoorne allerdings eine Alternative suchen, denn er sagt: "Ich möchte definitiv irgendwo Rennen fahren."

In die GP2 zurückkehren kann er als Meister nicht, und die Formel Renault 3.5 steht ohne den französischen Hersteller im Rücken vor dem Umbruch. Aktuell steht ein Einsatz in der japanischen Super Formula (ehemals Formel Nippon) im Raum, um sich fitzuhalten - allerdings nur, wenn sich die Termine nicht mit der Formel 1 überschneiden. "Als McLarens Reservefahrer werde ich bei allen Formel-1-Rennen anwesend sein", unterstreicht er.


Fotostrecke: Die Formel-1-Aufsteiger der GP2

Die Königsklasse ist und bleibt das große Ziel des Belgiers, der sein Heimatland wieder auf die Karte bringen möchte. "Es wäre gut für Belgien, wieder einen Formel-1-Piloten zu haben. Es ist schon ein Stück her, seit wir einen sehr erfolgreichen hatten - Jacky Ickx ist natürlich das beste Beispiel", so Vandoorne. Der letzte Einsatz eines Belgier ist übrigens gar nicht so lange her: 2012 fuhr Jerome D'Ambrosio in Monza ein Rennen für Lotus, nachdem er in der Saison zuvor für Virgin unterwegs war - davor muss man allerdings bis 1994 zurückblicken, als Philippe Adams zwei Rennen für Lotus fuhr (alle belgischen Teilnahmen in unserer Datenbank).

Stoffel Vandoorne könnte nun der nächste Belgier in der Formel 1 werden, so wie es viele im Motorsport-Business erwarten. Denn in allen Serien machte der 23-Jährige bislang eine gute Figur, wie er selbst sagt: "Bis jetzt war ich in jeder Meisterschaft erfolgreich, also spüre ich, dass mir das auch in der Formel 1 gelingen kann", gibt er sich selbstbewusst. "Mein Traum ist es, in der Formel 1 zu sein - und das erfolgreich."