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Nur kleinere Teile: Renault-Chef relativiert Barcelona-Updates

Kleinere Aero-Updates und neues Benzin: Renault kämpft beim Spanien-Grand-Prix weiter im Formel-1-Mittelfeld - Nico Hülkenberg will Wiedergutmachung für Baku

(Motorsport-Total.com) - Viele Formel-1-Fans staunten nicht schlecht, als sich die Renault-Piloten Carlos Sainz und Nico Hülkenberg in der Anfangsphase des Baku-Rennens heiße Zweikämpfe mit den Red-Bull-Fahrern liefern konnten. Eine Erklärung: Daniel Ricciardo und Max Verstappen taten sich nach der ersten Safety-Car-Phase schwer, die Pneus des RB14 zum Arbeiten zu bringen. Dass für das Werksteam der Franzosen aber auch ohne die Schwächen der Konkurrenz viel möglich ist, unterstrich am Ende der gute fünfte Platz von Sainz, während Hülkenberg ein Topergebnis durch eigenes Verschulden wegwarf.

Nico Hülkenberg

Nico Hülkenberg hat Baku abgehakt und will in Barcelona wieder punkten Zoom

Dennoch überwog nach dem vierten Rennen der Formel-1-Saison 2018 das Positive für die Truppe von Teamchef Cyril Abiteboul. Das mittlere Aerodynamik-Update, das extra für den Baku City Circuit gebracht wurde, entfaltete seine Wirkung - mit neugeformten Barge Boards, einem überarbeiteten Heckflügel und neuen Teilen am Unterboden unterstrich Renault, dass es die Entwicklung weiter aggressiv vorantreiben will.

Boss Abiteboul, Technikdirektor Bob Bell und der fürs Chassis verantwortliche Nick Chester machen keinen Hehl daraus, dass es ihnen nicht schnell genug gehen kann, die Lücke zu den Top-3-Teams kleiner werden zu lassen. Zündet beim Europa-Auftakt in Barcelona am kommenden Wochenende also schon die nächste Entwicklungsstufe? "Wir werden ein paar neue Teile nach Spanien bringen, aber es wird kein völlig überarbeitetes Auto sein", dämpft Chester die Erwartungen.

Nick Chester: Barcelona-Updates werden überbewertet

Dass das große Entwicklungsrennen in Barcelona traditionell einen ersten Höhepunkt erreicht, hält der Chassis-Chef für überbewertet. "Wir versuchen, an jeder Strecke etwas Neues zu bringen. Es ist eher an der Regel, ständig kleinere Updates zu bringen, anstatt bei einem bestimmten Rennen ein großes Paket. Du willst ja immer so schnell wie möglich Fortschritte erzielen. Wenn du also kleine Teile bringen kannst, dann packst du sie ans Auto und wartest nicht."


Fotostrecke: Renault-Meilensteine in der Formel 1

Auch Technikchef Bell relativiert die Erwartungen für den Circuit de Barcelona-Catalunya: "Wenn ihr von einem größeren Paket redet, das war für Baku. In Spanien werden wir eher wenige neue Teile haben." Speziell die aerodynamischen Änderungen am R.S.18 werden eher streckenspezifisch sein, offenbart Teamchef Abiteboul. "Dafür werden wir auf Motorenseite einen Schritt machen und ein neues Benzin bringen." Mit verbesserter Leistung will man sich die Konkurrenz im Mittelfeld vom Leibe halten - denn alle Renault-Verantwortlichen wissen, dass auch die Kontrahenten mit Neuerungen in Spanien aufwarten werden.

Auf einer Strecke, die allen bestens bekannt ist, wird es weiter eng zugehen. Den Unterschied können demnach nicht nur neue Teile, sondern auch die Fahrer ausmachen. Jeder kleine Fehler wird bitter bestraft, wie Hülkenberg in Baku einmal mehr feststellen musste. Bisher mit einer starken Saison und über den grünen Klee gelobt, unterlief ihm ausgerechnet wie schon im Vorjahr ein Fahrfehler in Aserbaidschan. "Wir alle haben mal einen schlechten Tag. Es war einfach unglücklich, aber das ist Racing", hakt er den Mauerkuss ab. "In Spanien will ich Wiedergutmachung leisten", so seine Ansage.

Baku-Analyse: Rückstand vom Vorjahr zur Spitze halbiert

Klare Töne kommen auch von Carlos Sainz, der seine Probleme zu Saisonbeginn offenbar überwunden hat. Vor seinem Heimrennen hat er ein Ziel: "Hoffentlich kann ich meinen Fans dieses Jahr eine Show bieten", so der Spanier, dessen Anhang sich auf einer eigenen Sainz-Fantribüne bei Kurve fünf versammeln wird. "Das Ganze hat 2016 begonnen und jedes Jahr wurden es mehr. Diesmal erwarten wir 4000 Leute, es wird großartig sein, jede Runde an ihnen vorbeizufahren."

Gute Punkte mit beiden Piloten, dann wäre man am Sonntagabend wohl zufrieden im Renault-Lager. Mit dem eigenen Anspruch, das viertbeste Auto im Feld zu haben, sollte das möglich sein - die Richtung stimmt, wie ein Vergleich mit dem Vorjahr zeigt. War man in Baku 2017 noch rund drei Sekunden von der Pole-Position entfernt, halbierte sich der Rückstand in diesem Jahr. Dasselbe gilt für den Abstand vom Werksteam zum Renault-Kunden Red Bull: Im Vorjahr 2,3 Sekunden im Qualifying hintendran, waren es für die Gelben dieses Jahr nur noch 1,15 Sekunden.

Und auch bei der Antriebspower hat man einen guten Schritt gemacht: War das beste Renault-angetriebene Auto 2017 noch 1,25 Sekunden von der Baku-Pole entfernt, waren es am vorvergangenen Wochenende nur noch 0,4 Sekunden Rückstand von Ricciardo im Red Bull. "Keine Frage: Wir wollen aufs Podium und um Siege kämpfen, also müssen wir den Rückstand verkleinern. Aber das ist schwer, es sind Topteams mit Spitzenergebnissen, also haben wir noch eine Menge Arbeit vor uns", so Nick Chester abschließend.

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