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Niki Lauda: Dank Spenderniere der Ehefrau noch am Leben

Nach seinem Formel-1-Unfall 1976 musste Niki Lauda Jahrzehnte später erneut um sein Leben bangen - Damals rettete ihn Ehefrau Birgit, zunächst gegen seinen Willen

(Motorsport-Total.com) - Seit 2008 ist Formel-1-Legende Niki Lauda mit seiner Frau Birgit Wetzinger verheiratet. Im Jahr 2009 kamen die gemeinsamen Zwillinge Mia und Max zur Welt. "Das Leben mit ihnen ist fantastisch", schwärmt Lauda im Interview mit dem US-Reporter Graham Bensinger. "Es passiert jeden Tag etwas Neues. Man sieht, wie sie aufwachsen und dazu lernen. So ist auch jeder Tag für mich eine neue, positive Überraschung."

Niki Lauda

Dank Ehefrau Birgit kann Niki Lauda heute mit einer gesunden Niere leben Zoom

Dass der heute 68-Jährige dieses späte Familienglück noch erleben darf, hat er auch dem unerschrockenen Einsatz seiner Frau Birgit zu verdanken. Denn 2005 stand das Leben des Österreichers auf der Kippe, als seine Niere nicht mehr richtig funktionierte. Bereits 1997 war eines der Organe transplantiert worden, nachdem es unter der starken Medikation infolge von Laudas Formel-1-Unfall 1976 gelitten hatte.

Als Jahre später ein weiteres Spenderorgan vonnöten war, zögerte Brigit Wetzinger nicht lange. Lauda erinnert sich: "Wir kannten uns acht Monate, als ich Probleme mit der Niere bekam. Ich fragte meinen Sohn Lucas, ob er sich testen lassen würde. Aber seine Niere passte nicht. Birgit bot sich ab und ich fragte nur: 'Warum würdest du das tun?' Und sie sagte: 'Weil ich es will!' Aber ich wollte das nicht."

Trotzdem ließ sich Wetzinger testen und tatsächlich sollte ihre Niere passen. Doch Lauda zögerte. "Drei Monate lang redete sie auf mich ein. 'Ich tue es für dich, weil ich dich liebe', sagte sie und hatte scheinbar keine Angst. Sie fragte nicht, ob es für sie gefährlich werden könnte", erklärt er. Als er sich schließlich doch dazu durchrang, hatte er bei der OP mehr Angst um sie als um sich selbst.

"Als sie im Krankenhaus weggebracht wurde, betete ich nur, dass ihr nichts passiert. Schließlich ist eine solche Operation auch immer ein Risiko", weiß Lauda. Doch für beide nahm der Eingriff ein gutes Ende. Bis heute lebt der Österreicher gesund mit der Spenderniere seiner Frau: "Sie funktioniert zu 100 Prozent richtig, als wäre sie meine eigene. Es ist fantastisch."


Fotostrecke: Das bewegte Leben des Niki Lauda

Zum Zeitpunkt der Transplantation waren Lauda und Wetzinger noch nicht verheiratet. Und eigentlich hatte er sich nach einer gescheiterten Ehe geschworen, nicht mehr vor den Traualtar zu treten. 2008 fasste er sich dann aber doch noch mal ein Herz: "Ich heiratete sie, nicht weil sie mit eine Niere gespendet hatte, sondern weil sie die Richtige war. Und dann kamen unsere Zwillinge. Ich hatte wirklich Glück, dass all diese Dinge passiert sind."

Wenn er darüber spricht, denkt Lauda fast zwangsläufig an den 1. August 1976 und seinen Feuerunfall am Nürburgring, den er beinahe mit dem Leben bezahlt hätte. Mit schwersten Verbrennungen kam der damals 27-Jährige ins Krankenhaus. Die Ärzte schätzten seine Überlebenschancen als äußerst gering ein. Rückblickend weiß Lauda genau, was ihm das Leben rettete.

Niki Lauda

Vor 41 Jahren ereignete sich der tragische Unfall von Niki Lauda Zoom

Einer der Ärzte erklärte ihm Jahre später den Grund: "Ich traf ihn in Hockenheim und fragte, was damals wirklich passiert war. Und er sagte mir: 'Der Grund, warum Sie am Leben sind, ist, dass Sie für eine Weile bei Bewusstsein blieben und nicht aufgegeben haben.' Denn viele werden bewusstlos, wenn der Druck zu hoch wird. Dann kann man mit dem Patienten nicht mehr reden. Aber ich war noch ansprechbar."

Zwar konnte Lauda nicht sehen, aber hören. Auch Sprechen ging nicht. "Ich konnte nur Ja oder Nein signalisieren", erklärt das Unfallopfer. Doch das reichte, um den Anweisungen der Ärzte zu folgen und mit ihnen zu kommunizieren. So konnte Lauda auch reagieren, als ihn eine Krankenschwester fragte, ob er einen Priester haben wolle, um sich die letzte Salbung geben zu lassen.

"So etwas hatte ich noch nie gehört, aber ich dachte mir, warum nicht? Bei solch schrecklichen Umständen konnte alles nützlich sein. Also nickte ich", erinnert er sich. "Aber dann passierte nichts. Der Priester dachte, ich sei bewusstlos. Ich hatte erwartet, dass er mit mir sprechen würde. Aber er fasste mir nur an die Schulter, gab mir den letzten Segen und ging wieder. Da wurde ich richtig sauer."

Letztlich habe aber auch das Lauda geholfen: "Ich sagte mir: 'Jetzt halte ich erst recht durch!' Insofern war diese Aufregung positiv, sie hielt wach." An den Unfall selbst kann sich der 68-Jährige bis heute nicht erinnern. Nur einmal, ausgerechnet nach dem Kiffen, hatte er einen Flashback: "Ich sah mich in ein tiefes Loch fallen und dachte, dass ich sterbe würde. Diese Erinnerung kam nur einmal zurück und danach nie wieder."

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